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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 44

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German
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. Y.; ", % v-% . \: . .; . einen-Europäer in Brasilien sehr strapaziös und soll außerdem schlecht bezahlt sein. Unerläßlich wäre auf jeden Fall die vollständige Kenntnis der Landessprache (portugiesisch). Falls ein Landmesser Staatsaufträge erhalten will, muß er die Landmesserprüfung ablegen. ' m fr ■ Lebens- und Lo h n v e r h ä 1-t n i sse in Sao l'aolu Die nachstehend aufgeführten llreis- und Lohnsätze 4sämtlich in Milreis angegeben — wurden im Dezember 1998 in Sab Paulo aufgestellt. Der damalige' Kur» betrug 4 $ 600 I HM. Die niedrigen Zahlen gelten für bescheidenste, die höheren für mittlere Ansprüche. - Wohnung und Verpflegung: Unterkunft ohne Verpflegung im Gasthaus für eine Person täglich 2—5, mit 'Verpflegung 8—15, ein möbliertes Zimmer ohne Verpflegung monatlich 80—180 (mit Morgenkaffee), mit Verpflegung 150—850. Eine leere Wohnung von twei Zimmern kostet im Monat 109—150, von vier Zimmern 250—-400. Wohnungen sind zu haben. Da Sao Paulo sehr ausgedehnt ist, richten sich die Preise nach der Lage der Wohnung zum Stadtzentrum, ob gepflasterte Straße oder nicht, altes oder neues HausJ Gasanlage oder nicht. Es gibt billige Häuser außerhalb der Stadt, .aie Ziehbrunnen haben und keine1, elektrische Anlage aufweisen. Möblierte Wohnungen gibt es nur ' in teuren, neuen Hochhäusern oder auf kurze Zeit von Familien, die eine Europareise machen. Die Preise sind bei Wohnungen von zwei Zimmern von 300 Milreis Aufwärts, von vier Zimmern 600 Milreis im Monat. Zur Heizung1 verwendet man elektrische Sonnen' oder Petroleumöfen. Die Beleuchtung bei möblierten Zimmern.' ist im Preise eingeschlossen, sonst 1 KW. 610 Reis,' 1 cbm Gas 700 Reis. Dieser Preis richtet sich nach dem,Geldkurs. Es kostet täglich Morgenkost 1—2, Mittagessen 1,600—4, Abendessen 1,600—4~£to-V«pfle«aog - allein sind monstlirh zu rechnen .160—300. Lebensmittel: Es koster je 1 kg Mehl 1, Brot 0,900—1,600, Butter S lu. 1 kg landesübliches Feit 3, öl 3,500, ausländisches 8, Fleisch: Schweine ^^00, Rind 2, Hammel 3; (Durchschnitt), Speck 3, Zucker 1,100, ltéis 1, Hülsenfrüchte 1, Nudeln 2, Bohnen 0,800—1, Kartoffeln 0,800—1, .1 Liter Milch 0,600—1, 12 Eier 1300—2, Trinkeier teurer, Kokosbutler 3, 12 Bananen 0,400—0,.500. . Bekleidung: Es kostet ein Mäimerarizug (Konfektion} au» Tuch 140—400, aus Waschstoff 80—160 (Maßanfertigung': aus Tuch 260—500, aus Waschstoff 120—18Q, Anzüge aus ausländischem Stoff nicht unter 400). Ein Paar Arbeitsstiefel für Minner 15, bessere 25—30,' bessere Schuhe 40 —60. 1 Hauskleid aus Kattun 15—25, besseres 50 bis 80 (aus einheimischen Stoffen, Baumwolle-oder einfacher Seide^. . O r ts üb 1 iche r -M on a tjs-bed a r f (einschließlich" Unterhaltung von Kleidung, Wäsche und Haushalt): lediger Handwerker 800—460,- verheirateter Handwerker ohne Kinder 460—650, HandwerkerfamHie von. vier Köpfen 600—850; lediger Angestellter 360—600, verheirateter Angestellter ohne Kinder 560—700, Angestelltenfamilie von vier Köpfen 700-1000. 4 \ . Wenn Kinder eine höhere Schule besuchen, kommt ein monatliches Schulgeld von 40—100 Milreis im Durchschnitt* hinzu* dazu noch die Kosten ~für Lehrmittel. Obige Angaben beziehen sich auf die Lebenshaltung ohne Ausgaben für Erholung und Vergnügungen; ferner -enUhalten sie nicht die Anachaffungskoslen für Kleidung. Wäsche und Kleiderstoffe halten im dortigen Klima nicht-lange. Ortsübliche Löhne und Gehälter: Tagelohn für ungelernte Arbeiter 6, Wochenlohn für Handwerker 70, fflkurer (50 Stunden) 65, Tischler.75, Mechaniker 75 und, mehr-(bei allen Handwerken mehr oder weniger ' derselbe Lohn). -Monatslcihn für Landarbeiter mit frefer Station 50, ohne'80—100, Monatsgehalt für Handelsangestellte: Anfangsgehalt fur kleinere und mittlere .260—600, für Techniker je nach Art : i Sozialversicherung gibt es nicht. Soziale Fürsorge wird durch print* Institutionen ausgeübt, die meist finanaiell zu kämpfen habetu---- 1 ■ : Bemerkungen: Im allgemeinen muß von einer Auswanderung nach Sao Paulo abgeraten werden. Fast amtliche Berufe sind ' so vertreten, daß da» Angebot von Arbeitskräften die Nachfrage Obersteigt. In fast allen Berufen ist-Kenntnis der .Landessprache (portugiesisch) erforderlich. Wer die Landessprache nicht oder nur mangelhaft beherrscht, wird bedeutend, sohlechter bezahlt. Die Angaben über den MonaUbedatf können nur ein. ungefähres jjiurclischnittsbild vermitteln.] An deutsche Verhältnisse darf z. JL__ein deutscher Handelfeangestellter keinen Maßstab legen. Eine Angestelltenfamilie von vier Köpfen wird mit 1000 Milreis im Monat wohl auskommen können, dabei jedoch »ehr rechnen müssen. 1»- diesen Betrag - können kleine Ausgaben eingeschlossen sein. Solche für Erholung, Vergnügen uiul Kleidung (z. B. Herrenanzug) werden nur bei sonst größter Sparsamkeit hin und wieder gemacht Verden können. Um das Leben eines mittleren Angestellten, wie in Deutschland gewöhnt, d. h. mit allerlei Vergnügungen und Erholung, in Sao Paulo führen zu können. Wäre schon ein höheres Einkommen, als oben angegeben, erforderlich, dasselbe wird jedoch nur in selteneren Fällen und bei langjährigen Angestellten in besseren Stellungen verdient. Anfänger, wenn sie iilH-1-h.-Mi; t Stellung finden, müßten sieh seht' bescheiden und umstellen können. ~ f 'J, ' } ■ \ '■ ■■** ■.; '1 ' "'.•[■' •Aus Briefen von Auswanderern Rio de Janeiro, Anfang Januar 1934. - Hier angekommen, habe ich die Organisation aufgesucht, um mich vorzustellen, aber,'wie der Leiter derselben mir sagte, ist es für Kaufleute, die ohne Mittel nach' hierher kommen, sehr schwer. Handwerker sind nach wie vor besser unterzubringen'. Maler, die sich auf die neue Spritzmalerei verstehen, Elektromonteur« und Radiofachleute, die Apparate reparieren können, Autoschlosser usw. sind immer gesucht und finden leicht Arbeit. Kaufleute müssen'ein Jahr mindestens -damit zubringen, die Sprache des Lande» zu lernen, um nachher einen Posten antreten zu können. Die Lebenshaltung ist soweit billig, mit 80—100 RM. kann man den Monat leben. ' - * Rio* de 4984: Vor allen Dingen sind Facharbeiter untergekommen und in die Lage versetzt, bei bescheidenen Ansprüchen vorerst Ihren Lebensunterhalt hier verdienen zu können. Die k a u-f m ä n.ni s c h e n—H ills-, k r ä f t e sind schwieriger unterzubringen, einesteils : wohl, weil die -Erlernung der 'portugiesischen Sprache cliie gewisse Zeit und Ausdauer voraussetzt, andern teils. Weil in früher Jugendzeit allzuweni'g Gewicht auf _das Beherrschen anderer Sprachen gelegt wurde. -We 1 blic'he.' Krä f te. mit fremdsprachlicher Eignung und etwas leichter unterzubringen, doch ist die Emigration naeh hier seitens der Behörde sehr erschwert.. Ein Teil' der in letzter Zeit hergekommenen Personen befindet sich noch ohne Anstellung. Firmen aller Nationalitäten haben junge und ältere „Kräfte jeglichen Berufs, in Arbeit genommen, und wir dürfen ,11ns bestimmt schmeicheln, daß das deutsch-jüdische Element ein geachtetes und gerne gesehenes ist. — Immer wieder werden Klagen laut wegen besserer Erfassung und Rogejung des Stellennachweises auch in anderen Bezirken als etwa der Hauptstadt Rio oder St. Paulo. Persönlich geht meine Ansicht dahin, daß in. Städten wie Bahir, I' in a n'i Ii u r». Porto Allègre usw., d. h. den an der Ostküsie gelegenen Haupthandels- und W^renuinschlagsplätzen, noch mehr Kräfte unterzubringen seien. Rio de Janeiro,, Ende März 1934. Wie ich "also schon sagte, ist, die Unterbringung .der einzelnen 400-500, aber auch Weniger bzw. bedeutend mehr. MonaJaei,lXjür. Leute sehr schwierig, und wer in Deutschland meinetwegen Parfümerien Diplomingenieur Architekten, Chemiker und sonstige hönere Berufe verk«Mft harder muß hier ölsardinen verkaufen, um überhaupt, eine im Anfang 400—600, später auch einige tausend Milreis (wichtig ist .Stellung zu * Kwtni» im Lssnhs», 1 .. tUrtetm fft> eine Aufwartung- UM», «W- ,,,„ rxJ S;W auch weniger * «onat, für ein Dienstmädolien mit Kost und Wohnung m[ni ïerdtBnI(n sogar » Wenig, daß "das Hilfskomitee ihnen noch einen 60— IffO, Köchinnen bis 250, aber auch mehr; Waschfrauen erhalten qfenallichen __«— __» JU Ste llung zu finden. Hinzu kommt noch, daß aueji die Ii e z fh 1 u 11 g uDerans SchV. M ist uihl die Leute gerade das Leben f risten könneil. " inen sogar so Wenig, daß das Hilfskomitee ihnen noch einen - Zuschuß gewährt. Man muß sich in" allem völlig umstellen, täglich », dazu Essen. . _ _ . -, und ich kern» rwit zrffa..w M,;„..h. 'mgm^jÉÊmÊj MÉ ' Aûf.dehV Lande wird meisten» nur ein sehr geringer Barlohir W- - EiiflezW naeh hier,zu schicken. Dagegen verhält es sich aber zzsfriz zahlt- Landarbeiter erhalten oft Land zum Pflanzen und Naturallohn .„„ferswenn i«m»™~ Die Arbeitsverhältnisse 'auf Kaffeef äsenden entsprechen -meist nicht den Bedingungen, die Deutsche suchen. \nch Handwerker wertlen auf dem Lande meist schlecht bezahlt. ' Das Klima in Sao Paulo 'i»t für den "Mitleleuropler auf tlie Dauer zuträglich, wenn er eine gesunde Konstitution mitbringt. Es ist nicht einheitlich, ipi-paulistan'er Hochland dürften keine besonderen Gefahren für die Gesundheit bestehen, an der Küste ist Malariagefahr vorbanden. Gegeii Wurmkrankheiten muß man »ich durch äußerste Hygiene schützen. Da der Boden sehr kalkarm ist, leiden die Zähne außerordentlich, wäs eine starke Belastung mit zahnärztlichen. Kosten bedeutet» Diese Ainuziheri «inrl in dun Angabe« über die Lebenshaltung nicht mitberücksichtigt. Steuern: Es gibt eiiY»,.Einkommensteuer und bei Landbesitz eine Landstcuer. Eine Kosisusnsleue jeder Verkaufsgegenstand tragen r M -rzf anders-, wenn jemand*-mit Geld nach hier kommen - kann. Folgende Handwerker sind hier noch erwünscht: Mechaniker für Schreibmaschinen, Mechaniker für Radio, Kürschner, Uhrmacher, Tischler, Maurer. Die Voraussetzung ist in allen Fällen, daß es sich um tatsächliche Fachleute handelt, die in der Läge sind, sich dort schon mit nur erstklassigen Zeugnissen auszuweisen. Akademiker können hier auf kejnen Fall unterkommen, da dieser Beruf bereits von E i n h e im isc holt stark überfüllt ist.'Die naelj hier gekommenen Ingenieure sind zwar bereits untergekommen, jede* h ist letzt ein Gesetz in Arbeit,' naeh welchem auch Ingenieure ein'Waaman nachmachen müssen. Im übrigen besteht hjer das Zwei-Drittel-Geseta, * onarfrelso l/> der Aroeiter und Angestellten in" jedem Ite^febe Brasilianer sein müssen. Ferner ist in den letzten Tagen eine sehr starke Beunruhigung eingetreten, da man befürchtet, daß die Jäheit,mogli, hkeileh in 'den Mn«einen Berufen noch mehrhesrhssnikl lermarken, die ^werden sollen.- Diese» ' »oll aber zunächst noch nicht abarhreckend 1er Hausrat ist wirken, denn ich weiß, daß noch sehr viele Leute auswandern möchten, als Einwanderergut' zollfrei. TeppicheNjJiUm'ere. iuifh wenh gebraucht, und es entsteht demnach die schwierige Frage de» Wohin. Bratilien kosten Zoll. Gegenstände? die zollpflichtig' sllftl, tonnen, falls zur Ausist sehr groß und wer Lust hat, mehr in»-Innere zu gehen., diu übung des Berufes erforderlich, äuf Antrag -£ollfr.«ihcit erlangen. Juidet dort "ganz bestimmt auch Beschäftigung und wird--»ich immer

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