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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 22

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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tris..:; s. j it? ' f:_ #» Gute Obstkultiviieure (Pfirsich*, Aprikosen, Walnüsse new.) mit Konservenfabrikanten könnten »ich eine «Existenz aufbauen. Aber Fachleute und nur Fachleute! Nur kaufminnitch ' geleitete Unternehmungen dieter und anderer Art sind auch hier schon .geacheiiert. Der Weinreichlura ist ungeheuer, bei * dohkbar primitivster Bewirtechaflungsart. Er ließe sich bei rationeller Pflege in jeder .Richtung »noch steigern, quantitativ und qualitativ. Die' englische Regierung . (Department of Agriculture, Nicosia} bemüht sieh außerordentlich darum und gibt aus ihren Müsterfarmen sehr billig, adle, akklimatisierte Sorten ab, stößt jedoch bei der einheimischen Bevölkerung anscheinend - nicht i mmer auf Verständnis Noch ausbaufähig wire m. E. die Ölgewinnung und, in Verbindung damit, Seifenfabrikation.. Es wird, obwohl der Ölbaum hier wild wichst und die Intel überall mit Ölbäumen bestanden ist, gute* Ol importiert, weil die Raffinerie schlecht ist und unsorgfiltig geemtet wird.—Man importiert gute Seifen, anstatt von hier Serfe zu exportieren." Tabak, Baumwolle, Johannisbrot, noch nicht genügend ausgebeutete Schitie der Insel. Zigarettenfabriken vorhanden, 'dagegen fehlt Lederfabrik. Wat hier Völlig daniederliegt und noch gut ausgebeutet werden könnte, ist Fischerei. Es gibt wenig Fischer hier, auch diese meist aus Griechenland und Italien, welche nur die Küste nach gani kleinen Fischen abfischen. Es ließe sieh da mit geringem Kapital ein gutes Unternehmen aufbauen. Et ist fait unbegreiflich, daß man auf einer von fischreichem Wasser umgebenen Insel gefrorene Fische aus England importiert. Hinzuweisen ware hier auch auf die Zucht von Süßwasserfischen, im Gebirge, an Quellen, Forellen, evtl. Karpfen. Müßte geprüft werden. Hausbau im Gebirge scheint gute Kapitalsanlage tu sein. Die klimatisch sehr guten Getirgsorte werden mehr und mehr sum Somme re rholungsauf enthalt von reichen Ägyptern, Syriern usw. gewählt. Hingewiesen sei auf: The Handbook of Cyprus. Edited by Sir" Ronald Storrs and Bryan Justin O'Brien. London, Christophen. Imdi«aV 4675616 Quadratkilometer groß. Bevölkerung: 351 450 700 (1931). Bombay: 1 158000. Währung: 1 Rupie 0,96, Goldparität 1,532 M. the jüdische Bevölkerung Indiens betrug nach einer alteren 2t&ltmg 24T78. ' . , " Nachstehend zunirhst Jane umfaSsenaVlebcpdige Schilderung von Land" and Leuten. Indien ' .V „ I'.- ist eine. weitverbreitete Ansicht, daß Indien'das Land .der Wim- . der und des ' unerschöpflichen Reichtums - sei. Aus diesem Grande werden viele Glaubensgenossen, insbesondere jüngere, glauben, daß es „___das ffir-eine Auswanderung geeignete Ziel sei. [', . Das ist ganz .und gar .nicht der Fall. Die Hafenplatxe, wie Karachi, Bombay und Kalkutta sind mit europaischen Kaufleuten aberfüllt, die zum großen Teil keine oder pnzureiehendc Beschäftigung haben,' was ganx abgesehen von der allgemein schlechten Wirtschaftslage auf die Konkurrent der Japaner und die Hand^smetbdden des indischen Kaufmannes, der sich mit einem ganz geringen Nutzen begnügt, zurück-, tufOhren ist. Verkauft er doch, utn nur ein typisches und illgrmM*i übliches Beispiel zu nennen, kondensierte > Milch und andere Konserven tarn Selbstkostenpreise. Der Gewinn istJ So unglaublich es klingt, die leere Kiste. s * . Für Ante ist die Situation, ebenfalls außerordentlich schwierig. Die jüdische Kündschaft 'ist .sehr klein. Die Engländer bevorzugen/ nah/rgemiß ihre Landsleute. Der indische Mittelttand laßt sich von indischen * Arsten behandeln, die es ut großen Mensen gibt, und die naturgemäß oft eine größere, Erfahrung in den dort vorkommenden Tropenkrankheiten * rrarxir. ■ Daneben jribt^v«* unzählige Praktikanten (Kurpfuscher); die sieh eines großen "Zulaufa .erfreuen. In Stedten wis Lahore, Delhi, Benarajw Cawnpore Tal die Situation dieselbe. Die große Masse kommt iilxjlutrpt nicht in Betracht, da tie hftlriirmiil isSSt- . Das Klima ist in Kalkutta Sumpfklima, Cawriyore heiß. Lahore im j SoiniftiT uneftrlgttct heiß für Europäer. Ich habe Zunmertemperataren »uii' tt ■69" C. erteilt.—L——1-;—* . . 1 '• FOr Artie kommt daher in größerem Maßstahe die Übersiedlung nicht in Betracht,. Allenfalls könnte ein tüchtiger Artt in Simla, der Somme rresidenz des Viukonigs und der Maharadscha»; sowie einige Arzte in den verschiedenen Luftkurorten Kashmir? eine Tätigkeit finden. •' immer vorausgesetzt, daß sie Erlaubnis, erhalten, tu praktizieren. Es ist daher erforderlich, vorher anzufragen. Für Simla Lei der englisch™ Regierung in Delhi,-'für Kashmir bei der Regierung des Maharadscha \ in Srinagar. der Sormncriesidenz, bzw. Jammu, der VVinlcrrctidonr. ,■ . .; Kashinilr * ein Eingebotenenitaat, im Norden zwischen Afghanistan ' -und Tibet.gelegen, ist" Undtchtfuich überaus reizvoll' und' klimatisch gesund." Es gibt Sommer und Winter, große, herrliche Waldungen, die djaujn ^des .: .-.Schwiet«aides.ilineln, Gebirge und' Gebirgsseen, die an die Schweiz Genuß von Rindfleisch mit sieben Jahren Zuchthaus und Landesverweisung bestraft wird, da die Kuh Imilig ist. Der Absatz von Fruchtkonaerven und Molkereiprodukten ist m ausrnirèiendttri Umfange nach Indien möglich, da bisher diese Produkte fast ausschließlich aus Europa, Australien und Amerika eingeführt werden. « Mit dem Obstbau lieechlftigt «ich bisher in der Hauptsache der Maharadscha in Minen herrlichen Garten, die teilt noch tut der Zeit des1 Großmoguls stammen.! . - Dia Kashmirteide hat keinen großen Markt, da ,aie teuer und qualitativ nicht hervorragend ist, wie mir Kaufleute aus dem Punjab versichert haben. , « 1 _____-i -; Eine Strickwarenfabrik dürfte erfolgreich sein. Für einige tüchtige Modistinnen .besteht wahrend der Sommersaisoa eine gute Verdienstmöglichkeit. Arbeitskräfte sind ohne weiteres tu erhalten. Die Bevölkerung ist sehr geschickt, es gibt vorzügliche Kunsthandwerker, wie Holzschnitzer, Möbeltischler, Papiermaler usw. Die Regierung ist fortschrittlich gesinnt. Sie veranstaltete ver-. gangenes Jahr eine Ausstellung . der Ltndeserzeugniste in Srinagar und dürfte industrieller Betätigung, soweit sie in den Grenzen des Mitteistandes bleibt, jede Unterstützung zuteil werden lassen. Landerwert) ist nicht möglich, vielmehr wird das Land nur in Pacht von 80 tu .30, in Ausnahmefällen 99 Jahren gegeben, aber dieselbe wird stets prolongiert. " Die Lebenshaltungskosten sind billig, abgesehen, von der Dienerschaft, die teuer wird, da man eine große Anzahl verschiedener Leute benötigt. Der Mann, der das W C reinigt, darf keinen Teller berühren, und der sogenannte Boy wird keinen Kochtopf anfassen. Aber auch diese Ausgaben werden durch die Billigkeit der Lebensmittel, der Haus- ' rente, sofern man nicht über ein eigenes ' Haut verfugt,. sowie dit geringen Steuern ausgeglichen. Zerstreuungen nach europäischer Gewohnheit «ad nicht vorbänden Und schwer erreichbar, so d»ß (he Ansiedhing nur für Menschen in Betracht kommt, die dre Natur lieben und der dauernden zermürbenden Unruhe überdrüssig lind. Die Bevölkerung ist tum großen Teil mohammedanisch. ■ ' ' ... 1 . Burma und Shanstaaten Zu Indien gehörig, begrenzt von Siam. Indochina, China, -kommen sie für die Übersiedlung nur in Degrenzten „ Gebieten - in Betracht, wenigsten! unter den heutigen Verbaltnissen. Du Land ist größtenteils unerschlosseo, et hat mehr Waldbestand alt gant Indian. Der nördliche Teil ist voll an'Erzen jeder Art, jedoch fehlt et an Straßen-und Transportmöglichkeilen, soweit die Vorkommen nicht direkt an der Eisenbahn liegen, die bis in die Nahe der chinesischen Grenze führt. Dieter Teil des Landes iat gebirgig (1000 bit 8000-m).. Da* Klima ist gut, wenn man von der Malaria absieht, die an einigen Plitten stark .auftritt. Das einzige grolSinduArielle Unternebiben im Norden des Landes sind die Minen' der. Burma. Minés Comp, in Nampto, wo vielleicht für einige Hütteningenieure, Elektroingenieure und ' Landmesser .eine An-. stcllungsmöglichkeit besteht. Es Wire zweckmäßig, sich dirawrhalh an die Verwaltung in -Londpn und Nam'ptu zu wenden. Die Möglichkeit besteht 'deswegen, da man mit dem Aufschließen einer/ neuen Mine (Gold) beschäftigt alt. " ' . Für Pflanzer mit'- Kapital besteht erne gute Chance in der Anlage von . Plantagen für Tungöf, wenn eine geschickte Auswahl des Landet stattfindet. Jedoch muß bemerkt werden, daß noch kerne abschließeadin Erfahrungen vorlieeenf wovon ich mich durch persönliche Arbeit auf einer derartigen Pflanzung überzeugt habe. TungOl kommt bisher tut China. (Hongkong), wird in großem Umfange,für die Lacke und Farben, sowie ip letzter Zeit für die Flugmotoren-Schmierölindustrie verwandet Der Preis iat sehr gewinnbringend. Erfolgreiche Versuche sind in den letzten Jahrenbereits gemacht worden., Die unsicheren Ergebnisse in Burma sind auf unsachgemäße Betriebsführung zurückzuführen. Die Nordshanstaaten eignen sieh in weiten Gebieten ebenfalb für Obst- und Gemüsekulturen. Auch durfte die Jaffaorange ausgezeichnet gedeihen, da sowohl Mandarinen eis Zitronen und Grapefrucht wachsen. - Qbstkulturen beginnen bei Mayrnvö, soweit es sich um Aprikosen, Erdbeeren, Apfel und Kirschen usw. "handelt. Ebenso sind die Südshanstaaten for Obstkulturen klimatisch ausgezeichnet geeignet : sie beginnen bei Kalaw. Voti dort 'bh Maltas) MOglUJikuiujtt flg' pU AH ' 'Von' getiutchgr~~~ Et »»cht jede* Getreide und Ktrttiffaln Taaf- Snh.i,,.;,^... in der Arbeiterfrage. Diese Plltte eignen -t-Vm~ i »iedlung, soweit nicht ''Obstkulturen in Verbil " ien angelegt fabriken oder Getreidekulturen in Verbindung„mit jfi werde«,_^__■ -__--— j-—-:— Das Jtroße .Vorkommenvon Ar-neimitlTilpfltnasti in nfldhiirnaa den verschiedensten Pflanzenölen (man exportiert Pepsin und Cilro .) itt eine günstige Vorbedingung In den Südshanstaaten gedeiht erinnern Kashmir eignet sich für die Absiedlung von ObstTzüchter» und H^füX Meiereien ausgezeichnet, betztetes in Verbindung mit Viehhaltung, wotyi "darauf .hinzuweisen ist, daß das [Schlechten von Kühen bzw. der Gtronella für Arzneimütelfabrikanten. ausgezeichneter Zigare Uentabak, jedoch versteht man nicht, denselben tu fermentieren. Da Zigaretten in großem Umfange konsumiert, jedoch durchweg importiert werden, besteht eine 'absolute Chance für eme_ Zigarettenfabrik Die Straßen, sind bi* Taunggyi out, bit wohin annähernd die Eisenbahn führt "Die Landzuteilungerfolgt tu sehr günstigen Bedingungen, in den ersten Jahren unter IhnstInden kostenfrei. Dje schon bemerkte Schwierigkeit der Arizeilerbeachaffung ist darauf zurückzuführen,'daß die Ernihrungsfrage eine to mühelose^nd die Wohnungsfrage eine, so einfache ist, daß der Eingeborene es nicht' notwendig hat, viet tu tun. Das Haut'tut Bambus ist eine Angelegenheit von wenigen Stunden Arbeit. n IM .,r- . .y ï K 1: M< •?"; - -vH- . v. . V J : M -JaeiJ V, - " Ï Tî. V. *• \

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