Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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,i Et müßte zunächst mit etwa zehn jungen Leuten zwischen 16 und 18 Jahren, die landwirtschaftliche Interessen haben ràd dem Landleben gewachsen sind, der Anfang gemacht wendelvund ■ diese müßten einzeln auf verschiedene Farmen verleilt werden. Er . glaubt, daß alsdann die»' Neigung bei den Farmern vorhanden sein wird, wenn diese sich bewahren, eine größere Anzahl aufzunehmen. Das Klima von Island ist, 1 obgleich es am Polarkreis liegt, milder als das von Stockholm, weil der Golfj ström in unmittelbarer Nähe vorbeifließt Andererseits sind die Lichtverhältnisse naturgemäß meUr der polaren Lage entsprechend, d.h. im Sommer sehr kurze Nächte und im .Winter sehr kurze Tage. Die Landwirtschaft ist im wesentlichen Viehwirtschaft und ist «durchaus entwicklungsfähig. Die Bevölkerung -ist im Wachsen. Die Einwohnerschaft von Reykjavik hat sich seit 1900 von 6000 auf 33 000 Einwohner entwickelt Einreisebeschränkungen gibt es nicht. Religiöse Vorurteile sind nicht vorhanden. Juden leben zur Zeit nicht dort Ein vorübergehend dort titiger Großfarmer, der großes Ansehen genoß, hat -jC sich jetzt zur Ruhe gesetzt und in gezogen. Italien >< sin anderes Land zurückm Deutsche Reichsangehörige benötigen für Italien kein" Ein- ■ reisevisum. Staatenlose, die im Besitz von Nansenpissen oder gleichwertigen Dokumenten -sind, müssen 8,15 RlrJ. für das erforderliche Visum zahlen, das nur nach vorheriger Genehmigung des italienischen Außenministeriums erteilt werden kann. Für die italienischen Kolonien (ist stets für alle ein Visum erforderlich. Die Arbeitserlaubnis für die Kolonien kann nur auf Grund eines 'Arbeitskontraktes mit einer konzessionierten Firma, beantragt werden. Das Verzeichnis der" konzessionierten Firmen kann beim Konsulat eingesehen werden. Für die Kolonien kommen (ausschließlich Landarbeiter und. widerstandsfähige Leute in >rage. —' Die Kosten einer bescheidenen Lebensführungkönnen prit''ungefähr 500 Lire monatlich berechnet werden. Aiis*uh5"^gegangenen Berichten geht hervor, wie .ungünstig auch in Italiendie fan Wanderungsmöglichkeiten sind: EiidirJtnutr 1934 Leider, müssen wir aber, wie «chou wiederholt, bemerken, daß et prinzipiell ' unmöglich ist, in Italien ab Ausländer (sei es als Angestellter, als Lehrling oder auch als unbezahlter Volontär) beschäftigt tu werden. — Die Regierung, gibt die Arbeitsbewilligung an Ausländer nicht. Es çibt nur ganz seltene Ausnahmen, wo es tien um spezielle (etwa dh'érnische) 'Kenntnisse handelt oder solche, bet* denen der Prinzipal sich persönlich einsetzt und die Unantbehrlichkeit dieter Arbeitskraft geltend macht und beweist, daß tie durch, eine inländische Arbeitskraft nicht ersetzt werden kau». ' Mitte Februar 1934" 'Es ist Auslindern heute nahezu unmöglich, eine Stellung bei einer italienischen Firma 'tu erhalten. Wie Sie wohl wissen werden, darf eine italienische Firma einen Ausländer nur anstellen, weiuv das zuständige Ministerium dieser Anstellung zugestimmt hat. Diese Erlaubnil wird zurzeit nur in seltenen Fällen.und jedenfalls nur dann urteilt, wenn dje um' die Genehmigung nachsuchende Firma nachweist, daß sie den Betreffenden als Fachmann unbedingt ' benötigt und eine einheimische trsatzkraft nicht erlangen kann. Darüber hinaus ist aber die Arbeitsmarktlage auch hier zurzeit nicht derart, daß Fabrikbetriebe zur Nouanstellung schreiten, eher ist das Gegenteil der Fall. Im übrigen herrscht auch in den maßgeblichen Wirtschaftskreisen die dem Willen, der ■ Kotierung entsprechende Mentalität vor, Inländer Ausländern unbedingt ~'('u^slat¥BiTy,4kitj4t|f_jeltenfr, Ausnahmefälle ist et daher Ausländern mar in dem "Falle inii[ilTi Ii. Im iTlalmi FSai aaj ftaUlL Jason aie, wiàachafjlich selUläaatir bleiben. Dazu /ist für Fachkräfte nicR"lmiTW» Kt|Wi|iï?fi ' > rforilerlicli. Et kann aMrebenenfalls auch ein brauchbares, fest umrittenes Arbeitt' bzw. F abrikationsprogranun genügen, einheimische Kapitalisten zur finanziell^ Beteiligung'zu veranlassen. -h EntLvFeki aar, 1934 » Handwerker, die über etwas Kapital verfugen, hätten Aussichten. Dia Anfangszeit erfordert naturgemäß die Deckung der Existons bit zur Aufnahme der eigentlichen Berufstätigkeit, die man doch beim besten Willen nicht gleich für .die ersteh Wochen garantieren kann. Miete and Lebensunterhalt für die erstes drei Monate wären sicherlich vorzusehen. Diet erfordert nach beiläufiger, Berechnung für eine kleinere Familie zirka 1000 RM. für ein Vierteljahr. .Eher aber etwas weniger als mehr. ' ■-■ ' # ' * '» -V' ' Anfang Mira 1934; ' ' Die Errichtung von offenen Ladengeschäften ist in Italien nicht ohne «réitères möglich, vielmehr ist, hierzu die Erteilung einer besonderen Konzession seitens 'der Behörde erforderlich. '' Diese Konzession wird nur äußerst schwer erteilt,, und nur, wenn ein wirkliches Bedürfnis für ein solches Geschäft vorliegt, und in dec ganzen Umgegend keine Konkurrenz vorhanden ist. Hierdurch wird zum mindesten der Unternehmung der tägliche Bedarf von vornherein gesichert, da. diejenigen Geschäfte, die Konzession haben, einen Umsatz gewissermaßen garantiert erhalten, um zu reüssieren. Schon früher wurde darauf hingewiesen, daß das Land relativ kapitalarm ist, so daß auch. für kleinere und mittlere Kapitalien, die vielleicht in anderen Ländern kaum von Reiz sind, sich evtl. Betätigungsmöglichkeiten finden lassen.' * . ' Nachstehend folgt ein Auszug aus einem Bericht: „Die Arbeitslosigkeit, insbesondere in geistigen Berufen, ist außerordentlich groß. Eine große Bank hat letztes Jahr 1300 Angestellte entlassen, und es wird auf dem gleichen Wege," wenn auch in wesentlich reduziertem Maßstabe, weiter verfahren. Es scheint, daß auch die Notenbank in ähnlicher Weise vorgeht, auch sollen andere Großbanken anfangen, den gleichen Weg zu beschreiten. Wenn man zu dieser großen Anzahl .unbeschäftigter Bankbeamten die jungen -Arzte, Ingenieure una Abiturienten, sowie die alljährlich von den Handelshochschulen diplomierten jungen Leute hinzuzahlt, so werden Sie ein recht wenig, erfreuliches Bild gewinnen. ' In Anbetracht dieser Umstände ist es außerordentlich schwer, wenn nicht gar unmöglich, eine Beschäftigung für Ausländer zu finden. Dies gilt insbesondere für Leute, die intellektuellen Kreisen angehören. . , Kall» es sich um Leute bändelt, die über eigene Mittel verfügen, um hier n e u e Industrien aufzubauen und so im Lande .; selbst Artikel herzustellen, die ois jetzt eingeführt - wurden, so dürfte es -möglich sein, 'die Aiifenthaltshewilligung sowohl für . die Leiter als, für eine gewisse. Anzahl Mitarbeiter zu erhalten. Es "scheint, aaß einige'Auslander, die hier Beschäftigung gefunden hatten, sum Verlassen des Landes aufgefordert wurden. Studenten werden gut aufgenommen. Die in Deutschland bereits absolvierten Studiensemester werden berechnet, als wären sie in Italien verbracht worden. Den medizinischen Studenten werden Erleichterungen gewährt, doch man bat mir gesagt, daß sie nicht zu den Staatsexamen zugelassen -werden solleriy Am zu verhindern, daß sie im- Lande selbst den italienischen Ärzten Konkurrenz machen. '.':'" ,';*. ' Es besteht ein Abkommen zwischen* Italien und England, wonach' die Arzte mit italienischen Diplomen ihren Beruf im britischen Reiche und gleicherweise die Englinder ihren Beruf in Italien ausüben können. Auf diese Weise können die deutschen jüdischen Studenten, die das italienische Arztedinlom erhalten, im ganzen britischen Reich praktizieren, wahrend dies für Italien nicht der Fall wäre, da man sie nicht zum Staatsexamen zu Iii 151. In Anbetracht der ganzen Lage muß ich zu meinem Bedauern wiederholen, daß ich bezweifle, daß" in Italien eine bedeutende Anzahl deutscher Auswanderer untergebracht" werden k/ijjnep Fj aind mir verschiedene bekannt, die sich hier als Vertreter oder Reiset nie ktlUBallrtW Häuser •SSSÊjgàmm haben, doch es handelt sich um Ausnahmen, die hier knapp existieren können." . -■ DAS SPEZIALHAUS für dioffèï ÇXbUuHi' QQä*fl'<>, <Ç%M>$te, QtiLmtt-QWoLl Auswärtige Beiieher verlangen Sonderangebote der Veiaanaabteilunq 35 ßer/ipC2 Spändauer Strasse Kpnipstrasse &r*&* j*m t«*s •r —t