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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1933-10-01 · Oktober 1933 · p. Seite 26

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1933. Bestand UB Ffm
Issue
Oktober 1933
Date
1933-10-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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v.r K. übrigen Teilen erträglicher, besonders in den dreï SüdsrJaten" Ergebnis der Einw^inderungs-Resirikrionen, die. am Ende des Rio Grande do Sul, Santa Catharina, Parana, wo aucßdie Jahres 1930" auferlegt wurden, ein Mangel an landwirtschaftlichen Massen der deutschen Ansiedler wohnhaft sind. t In Sao PaSte~~ Arbeitern eingetreten ist. Viele landwirtschaftlicheArbeiter ver- und zunehmend in den südlicher gelegenen Staaten ist es solassen-die Kaffeeplantagen nach der Ernte, um sich in den gar oft recht kühl, mitunter empfindlich kalt. . "■ Stadien niederzulassen, oder ein Stück Land tu kaufen und es Nach den vom brasilianischen Außenministerium bekannt-'' auf eigene Rechnung su bearbeiten. Das Ergebnis davon ist, daß gegebenen Daten sind im Jahre 1032 über den Hafen: von Rio die PlantagenbesiUer. jedes Jahr von neuem Arbeiter tu rekrutieren haben. * Das genannte ' Departement entspricht der Nachfrage, indem es ihnen Brasilianer und auslandische Iromi de Janeiro 14 253 Personen in Brasilien eingewandert. Von diesen waren 8876 Mann er und 5377 Frauen tuiH Mädchen. Die Einreise der Passagiere 3. Klasse nach- Brasilien ist be- ' schrankt. Das Visum wird i bei Anforderung vön Ausländern durch Regierungsbehörden. und von Landarbeitern, Landwirt- und * Handwerkerfamilien durch Angehörige, sonstige' Einzel- , personen oder- Gesellschaften erteilt (vgl. unser Korrespondenzblattvom Februar d. ].).■ Ausländische "Passagiere, die nicht unter eine der obigen Gruppen fallen, müssen eine Mindest- . sjurnine von 3 conto de reis, Kinder unter 12 Jahren von 2 conto de reis besitten. -.- Das- Konsulat fordert jetzt den Besitz von . 1000 RM. -*> Visagchühren. .Die Visengebuhreh betragen nach- Auskunft dot brasilianischen Konsulats fQr deutsche und nichtdeutsehe Staatsangehörige RM. 0,40, 'gleichviel ob man durchreist oder dort bleibt. Zu bemerken ist, daß jeder Betrieb in Brasilien nur >/s Aas-, lautier gegenüber </s Brasilianern beschäftigen däpf. Für die Land- Wirtschaft und gewisse ähnliche Betriebe sind Ausnahmen gemacht worden, desgleichen bei zehnjährigem Aufenthalt und bei Ausländern, die brasilianische Frauen und Kinder haben." f.. 'Es bitten sich Aussichten {Ar Einwanderer folgender Berufe:. Handwerker, Techniker, qualifizierte Arbeiter, Kaufleute , und Industrielle, die über ein gewisses Kapital verfügen.—Was die Personen 'betrifft, .die freie Berufe ausüben,-so haben sie . . keine an mittelbaren Aussichten. Mediziner, Zahnärzte, Advokaten müssen Staatsexamina machen, was je nach den verschiedenen Fällen 2—3 Jahre erfordert. Möglichkeiten der Niederlassung '» "bestehen allein in, Provinzstädten, die von den großen Zentren 'entfernt sind. Ausübung der. ärztlichen Praxis ist erst, nach Naturalisation gemattet. I)ie-e ,winl nach 2 Jahren erteilt. Es ist bereits ein Entwurf zu eineni neuen Njlttr.ilisatrmi--, geset* ausgearbeitet^**** " .. , ' v ' ■_- ..>■/ > Bestimmungen über dje Regelang der BerufsausübAng 3er ■ Arzte. Zahnärzte, Veterinäre, Apotheker, Hebariimen und kr.-m- ■.' kenpfleger. sind niedergelegt in den Dekreten Nr. ,20931 vdm , M. Janüar .1932, Nr. 20862 vom 28.,Dezember 1931 und Nr. 20 877* vom 30. Dezember 1931. '■;■>- '■' '." " Die jüdische Bevölkerung Brasiliens beträgt gegenwärtig 4ingefäh'r 5OO0Ç Seelen. Diese Bevölkerung ist .in Gemeinden ■ organisiert, deren wichtigste in Ri«. de'Janeiro,-Sao Paolo und Porto Alegre sind. .Juden sind rauch noch, in-'folgenden Städten ' ansässig: \r;n »\u. Baliia, Beiern, Cachoeira, Campinas, .Campos, Cürytiba, Nkteroy, Passo Fundo, Pelotas', Perriambtico, Ponta Grossa und Sant Ara de Livramente. Die K"A tlat 4m Lande ein Nela von Schulen organisiert. >on denen 27, die 1600 Schüler zählen, direkt von ihr unterhalten werden. ~ Näheres until die Aehnrbau ■ ninhipn tWt-ifit brachten wir in. V""""1 k»rrüipfmrfnn«kUH »rar. F«hri|lr d^1 Jvf-8. MI. graViten sendet und indem es überschüssige Arbeiter von den Städten nach dem Lande schickt. Im Jahre 1930 wurden .222 750 Arbeiter in landwirtschaftlicher Beschäftigung placiert-'Von diesen^ waren 102 750 fremde oder brasilianische Immigranten. NachWftm di*>4^riUionen__in, Kraft jre treten waren, fiél die« Zahl der placierten Arbeiter auf ~9T«J2~TTir-Jahre 1931 und 82378 im Jahre 1932,. und die Zahl der Immigranten im 'Hafen von Santos fiel auf 17 692 im Jabae 1931 und 22 378 im Jahre 1932. > Der sich ergebende _ Arbeitermangel , wurde verschlimmert durch eine' Abnahme der Zahl von Arbeitern, die die Städte verließen, um Beschäftigung im Ackerbau zu finden. (50000 im Jahre 1931 und 30000 im Jahre 1932.) Für die Stadt £an Paolo, die Hauptstadt des Staates, war die Zahl etwa 62 500 im Jahre 1933, 34 508 im Jahre 1931 und 25000 im Jahre 1932. Dieses schließt nur die Personen ein. die vom Departement für landwirtschaftliche Arbeit placiert wurden. Die Abnahme wird ab ein Anzeichen des Vorübergehens der Depression, unter der die Hauptindustrien des-Staates'gelitten haben, angesehen. , . D^ 'Nansen-Komitee für Flüchtlinge -in Genf lenkt die v Aufmerksamkeit auf günstige Siedlungsmöglichk#iten im nördlichen Teil des Staates Parana, im Distrikt von Jatahy, zwischen den Flüssen Tihagy, Paranapanema und Yoahy. Eine Eisenbahn-" linie führt von Sao Paulo pis Jatahy. Da» Gebiet ist eine Konzessïonder Gesellschaft .Londrina. > - -. -~ " , ' . - -Mi •/.-.'' ' ••' -*vrV' Chile - v.v - <■ . . Bevölkerung:' 4 287000, Santiago de Croie: 712500 Personen. .' '■■ Vv'ahrung: 1 Peso (Papier)- 0.2VRM., -Goldparität 0.511 RM. ' V. Das Klima1' Chiles ist entsprechend seiner sehr langgestreckten Lage vom 18. bis zum îoT .Grärf südlicher Breite sehr . verschieden. Man kann das Land inwei fioom. teilen; und zwar, 1. Nordchile, das regenlos ist und i» der kttste ein milde.-, mäßigeres Klima hat, während im Hochland grpße Lufttrockenheit und sehr schroffe .Temperaturgegensätae' zwischen Tag lind Nacht, zwischen Sonne und Schatten, beliehen. 2. Mittelchife, das ein gutes Klima mit geringen Temperaturschwan-._ kungen und angenehmen Mittelteniperaturen liai Der Sommer ist. fast niederschlagslos, ' den, Winter weist'unregelmäßige Regenfälle auf. 3. Südchile, dessen Klima dem noraeuropäischen, etwa, dem west norwegischen, ähnelt. Die Temperatur»« . J-en hier selten unter fl°C, doch kommen Fröste im Inland vor. . Die jk)nn»opl«n>peraturen sind besonders im Gebiete "der Seen .und Inseln sehr angenehm, die Bewölkung ist -im allgemeinen groß, starke Niederschläge treten ,hier vorzugsweistRfm Win- ■- »uf. " ■'■•■•• -: 'J;j —Wir hätten in unserem Korrespondenzblitt vom Februar , ' id J. bemerkt, daß, wie sehr auch gegenwärtig die Welt von politischen und wirtschaftspolitischen Gegensätzen beherrscht sei, und wie sehr auch die einzelnen Länder wirtschaftlich zu . kämpfen und zu lejden haben, es keinem Zweifel unterlieget^ könne, daß der Einwanderung bald wieder freie Bahn eröffnet . I ■ werden würde. In erster Linie lrarrten die großen"überseeischen Länder . *r'.'' Erschließung und wrrtschaftTichen "Entwicklung, Vuum-érfôïaerhrh nach Miueiluog dos Kostotau $rofie Unterschiede ° in den YUumgebohren. Di« Auswanderer m Owen tu bezügliche«. FesUlellunfen pereönlkb nach dani Konsulat gehen. , Das VUum für Inhabar deutscher Pisse kostet' HM 86, FQr die Durchreise durch-Argenttnien nach Chile sind alle 'für Argentinien vorgescluieteiieii Biwwiwpapiaw: mtj in yay''"i>ebp wozu -uMenschenkrafte brauchten. Ks ist irt dieser Hinsicht von .Bedeutung,, daß der brasiliajuischc Generafknnsul in .Hamburg sich'dabin geätfßert hat' daß Brasilien,'sobald es die Ver- , hältoisse gestatten werden, mit derselben Großzügigkeit die . Einwanderung aufnehmen werde, mit der dieses Problem bis ''zum Ausbruch der wirtschaftlichen' Schwierigkelten behandelt wurde, iBrasilien werde jedoch stets Landwirten' 'den Vorzug . geben, Jkm etwaige große Ansammlungen von Einwanderern in den Städten zu. vermeiden. — Auch von einem anderen Generalkonsulat ist auf die Notwendigkeit der Entlastung der Städte hingewiesen worden, andernfalls könnten Probleme geschaffen «cr<jep. die sich evtl. gegen die jüdische Einwanderung -auswirken Würden. " Der Bericht des Direktors^ des Département für landwirtseh a ftli. he Arbeit rm Staat Sau Paolo für 1932 stell fjf est, daß als Im Jahre 1929 lebten in Clule rund 15 000 Juden, und zwar in den Städten Santiago, .Valparaiso, Iquiqwe, A La Serena, Osorno und Temucp. ' ' Auch aöf Chile wirken sich die Folge« der wirlschaltr liehen Krise sehr schwirr, .ans. — * Durch die KeVnüh m igen von Hifem sind Einwanderungsmöglichkeiten für, 50 jüdische Familien nach Chile gegeben worden. Inbegriffen ^in der Familie sind Vater, Mutter and alle Kinder, oie .weniger als 21 Jahre all lind. Jede Familie, -soll, um nach Chile zugelassen ■ zu werden, ein Kapital tfun 2000 HM. nachweisen, -llandwefker, Industrie-, und Handels- Techni.ker. die über 2000 RM. wenigstens verfügen, würde« sich dort n^ach■ vorliegenden Mitteilungen eine lExistenz schaffen können. *..-'•'■;.'■•• ':' ■ T-Â T .( ■■i;V- :x<-

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