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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1933-10-01 · Oktober 1933 · p. Seite 17

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1933. Bestand UB Ffm
Issue
Oktober 1933
Date
1933-10-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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s V - v X t \ Regierung ermächtigt, auch .sämtlicheanderen, -in diesem Gut setz nicht namentlich aufgezählten Handwerke den Türken vortul>fhah«nL f ■ , WOUfftSl« und Kixrfhrute leiden alle aster der Krise. Trotzdem könnten einige deutsche Juden, die ihre Branche ver- ' stehen und. das nötiger Kapital besitzen, Bäckereien, Konditoreien oder Färbereien eröffnen. 4 , Der Fremde darf weder Hausierer,, noch Straßenhändler, noch Fabrik- oder Landarbeiter sein, wohl aber' Angestellter oder Volontär. Die türkischen Angestellten haben auch erheblich unter der Arbeitslosigkeit zu leiden. Die Errichtung kleiner Fabriken ist erlaubt. Man beabsichtigte, einige ausländische Universitätsprofessoren au engagieren. - «,•*'>••' Die, Naturalisation kann nach fünf jährigem Aufenthalt erworben werden. Jedoch verschafft die Absicht, sich naturalisieren tu lassen, keinerlei Erleichterung bezüglich der Arbeits» erlangung. Anerkennung des.deutschen Abiturs. Prinzipiell wird jedes ausländische Abitur in der Türkei anerkannt, wenn es zum Eintritt in' eine* Hochscnulc des Landes, in dem es gemacht wurde, berechtigt, und wenn es von einem diplomatischen Vertreter der Türkei in dem betreffenden Lande legalisiert worden ist. , - , Ante und Jurisien müssen-ein besonderes Examen'ablegen. Als Ausländer haben sie aber kein Recht, ihren Beruf auszuüben. Assistenzärzte haben' so gut wie gar keine Aussicht auf Beschäftigung. Als Ausnahme dürften z. Zt. einige Arzte iifltcr besonderen Bedingungen zugelassen werden. Lehrer und l-euoren haben ganz geringe Chancen.; und zwar nur die, deutschen Sprachunterricht zu erteilen. / . Ingenieure haben gewine Chancen in der Provinz, jedoch wire für jeden einzelnen Kandidaten vorher anzufragen. — Die türkische "Regierung hat der Nationalversammlung einen CieséUentwurf zur Amendierung des Gesetzes vom 11. b. 1932 vorgelekf, das die Ausübung gewisser Berufe durch Fremde verhindert. Das vorgeschlagene. Amendement sieht vor/qaß das Gesetz stufenweise W einer Periode von zwei Jahren» her ginnend am 16. 6. 19», iu Kraft tritt. Die Regierung wird ermächtigt-, Beatimmungen während dieser Periode -bezüglich der Ce» erbe und Beschäftigungen herauszugeben, 'die Fremde nicht länger ausüben sollen und das Datum festzusetzen, an welchem sie ilirc Tätigkeiten in jedem Falle einstellen sollen. Die Tendenz dieses Gesetzes ist*die strengen'Cr'setzesVorschriften, zur Vermeidung großer Härten, zu mildern. .'. - Die Möglichkeiten einer Niederlassung in- Ungarn waren bisher kaum vorhanden. Die jüdische Bevölkerung ist von 1020 bis 1930 von-473 000 auf 444 030 Seelen , zurückgegangen. Dies ist hauptsächlich auf die. zunehmende Auswanderung zurückzuführen. Ks besteht ein Arbeitsverbot; für Auslinder. Die Ausübung ärztlicher., und anwältlicher Tätigkeit ist an die Erwerbung der ungarischen Staatsangehörigkeit gebunden. Auslindische Diplome müssen in Ungarn nostrifiziert werden. # i <■ ■■■■ ■'. .Jriz. . ', ■:;; Un»g»r« Bevölkerung: 8 684000, 'Budapestr 1 004 700. Wahrung: 100 Pcngö. Goldwihrüng 73,42 RM. Vtsagebühren. Staatsangehörige von: Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Portugal', Japan und Uruguay, brauchen zur Reise nach Ungarn 'kein Visum. . , -, Staatsangehörige' .von der Tschechoslowakei. Prankreich, Holland und Dänemark iahten für die Durchreise RM. 1.96, für die Einreise RM.i6.30:. v •'<•. . ' Polnische Staatsangehörige zahlen für das Durchreisevisum IfcM. 1.96 und for das Einreisevisum RM. 40.75. - - Staatsangehörige des Briiischen Reiches, ferner von: ^Albanien, Belgien, Bulgarien, Estland, Tumland, Griechenland, Lettlands iiitauen, Norwegen, Spanien, Schweden, dor Türkei, Arabien, Ägypten, China, Arménien, "Persien, Liberia und Staatenlos* (Inhaber von Naasenplssen und in Deutschland ausgestellten FrentdenplWsn) zahlen für die Durchreis* RM. 4.80 undfar die Einreise RM. V5. Staatenlos« bedürfen sowot)l zur Einreise" wie sur Durchreis* einer Genehmigung des Auswärtigen Amtes in Budapest. " ■ Staatsangehörige von Rumlnien yid Jugoslawien . zahlen f für die Durchreis* SM. 8.80 und für die Einreise RM. 10.76. 1 Staatsangehörige von d*t/aVereinifteh Staaten von Amerika, Aigens tmlen. Bolivien, Brasilien, Chile,. Gaiümbia, Cosja Rica,, Kuba, Domingo, Vm.'minm, fln.i.m.1., H.w.i, HniuturafrPuni, Salvador, Venezuela, Mexiko Und InhaWr von Sowjetplssen zahlen! ür die Durchreise RM. 6.56 und für die Einreise RM. 107i6. * " 2 ' Autlinder brauchen in Ungarn nach' Ankunft im Lande 'i Monate keiac besondere Xufeawaltsgenehmigunav,,Ist ein tengerer',Aufenthalt beabsichtigt, so tat ein« Aurenthaltsgenehmigung -durch die Ortsbehörde ,u b-okvaff«,, . . UU- J, Asien •-,*-' ■ ' ■ ■. ■»£..-' ■". - ' , \ - . . ■ . ~i- ' 'tt China o. Mandschukuo (Mandschurei) Bevölkerung: 482000000, Peking: 805 000, Schanghai: "1 500000, Tientsin: 800000 Personen. Wahrung: 1 National- Dollar (Yuan) - 036 RM., Goldparität zirka 2 KM Klima. Das Klima in China wir4-innerster Linie durch * die Monsunwinde bestimmt, die im Winter mit ziemlicher Regelmäßigkeit vom Inland .(Innerasien), im Sommer ton der See her wehen. Der Winter in China ist im allgemeinen trocken und kalt, der Sommer heiß una^regenreich. « Nordchina hat infolge der Nihe der zentralasiatischen Wüstengebiete Kontinentalklima mit starken Temperaturschwankungen und ausgeprägtem regelmäßigem Wechsel der Jahreszeiten, Südchina besitzt dagegen ausgesprochenes Seeklima, in dem diese Gegensitze weniger scharf hervortreten. __>- ' ■ '_, * -T- ■'•*■' v-sT^ ,*'* ■'»* ' -v » ^" J -m^jp ''' ' '. *" ' Y^gobOhren. .-; Für Reichsdeutsche, welche nach China einreisen oder durch China reisen wollen, ist ein Ein- bzw. Durchreisevisum erforderlich. Das Visum kann gegen Vorlage eines Empfehlungsschreibeds des Auswärtigen Amts ■ in'Berlin oder eines geschäftlichen Auftrages von der Gesandtschaft erteilt werden. Ferner muß "der Visumbewerber 2 Fragebogen, die c in der Kanzlei der Gesandtschaft erhältlich sind, ausfüllen und 2 Lichtbilder bringen. Die Visumgebühren "betragen: für einmalige Einreise RM. 6, für die einmalig« Ein- und Wiederaus reise «der Durchreise bei einer Geltungsdauer >ron: drej Tagen RM. 2,, einer Woche RM. .6, einem Monat RM. 10, drei Monaten RM. 15, Ober drei Monaten RM. 20. -\ - -■ , -.- :•' «l In Mandschukuo lebten privaten Schätzungen zufolge im Jahre 1929 etwa 16*000* Juden, wovon 13000 auf Charten.entfielen. In den letzten drei Jahren, soll die Zahl stark zurückgegangen sein. In China .gibt es Juden in* Hankow, Tientsin unci Shanghai. In Hong-Kong besteht eine kleine Gemeinde (efwa 150 Seelen). "i Es liegt, wie mitgeteilt wird. Grund zu der Annahme.vor, daß Im eine Anzahl, deutscher Arzte, insbesondere tüchtige Spezialisten, sich in China Beschäftigung finden 'würde.. Es soll auch die Aussicht bestehen, daß jetzt 'auch aus der chinesischen Bevölkerung sich viele an europäische Arzte wenden. Es wird betont, daß Arzte nicht nur iff Shanghai. .Charbin, in der Mandschurei, sonderti_in vielen anderen» kleineren oder größeren Städten, z. B. Tientsin, Niederlassungsinöglichkeiten haben. Demgegenüber wird von anderer Serie liervor- * gehoben, daß 'die wirtschaftliche Depression sich im Geschiftsieben fühlbar macht ■ -und auch auf *lie ärztliche Praxis' wirkt. Et wird darauf hingewiesen, daß z. B. Shanghai ton Ärzten saturiert sei, und daß auch die Praxis? Möglichkeiten in anderen Stidten, wie Tientsin, Hankow, Peking, Kanton schlecht seien. Vön derselben Seite wird insbesondere auch noch im Hinblick auf. die Eigentümlichkeit der htgicmsch-kliiiiali-chfh Verhältnisse der Versuch nur für. alleinstehende' Personen empfohlen. — In werteren uns vorliegenden Berichten wird betont, daß europäisch» Einwanderer, wenn überhaupt, so nur dort Aussicht haben, wo Europäer ansässig sind,-was im .fernen Osten nicht häufig der Fall sei. Als Faktoren, die die Einwanderung unratsam erscheinen lasseh, wird der Mangel an kultureller Entwicklung in ländlichen Bezirken und feindliche Gesinnung gegenüber Européen, erwähnt. Auch für ingénie uro w'ird die Trage der Beschäftigung, wenn sie ••_ nizJit im Auftrage, einer ausländischen Firma, erfolgt, sehr 1 pessimistisch betrachtet.. An Kaufleuten besjphe ein Überfluß. Es kirnen nur, Industrielle in Frige. die im ttesiU von Kapitalien sind, um lusher importierte Artikel" zu produzieren. Es wird uns mitgeteilt, daß in Charbin, Shanghai, Tientsin und auch Japan MusikLehrer Beschifligztng finden konnten El wird aber von einem dortigen Komitee betont, daß jeder •I*-. «-"taik -<•.»%»-,***'■ ■ " . . 4 V ■ v v- Vv * •- X- L ijif 1 ' ' .'V , .; ..♦ 'V i&t; \ k ' \ "Tj 4- * m

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