Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Februar 1933
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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/ stehender ausländischer oder staatenloser Kinder) sowie Ausweisung und lleimbeforderunghilfsbedürftiger Ausländer, - über Fürsorge für Auswanderer- und .Rückwanderer-Familien . im internationalen Verkehr. Am 27. und 28. September 1932 wohnte Herr Generalsekretär Dr. Mark Wischnitzer als Vertreter des Hilfsvereins der Tagungder „Sundigen internationalen Wandererschjutzkonferenz in - Genf, einer interkonfessionellen Vereinigung mit internationaler Zusammensetzung, bei. Auf der Tagesordnung standen Fragen bezüglich der Deportation und der Rûçkkehr in .das Heimatland, Fragen betreffs der ausländischen. Arbeiter und ihrer Familienmitglieder, Zahlungen eines Emigranten füi; den Unterhalt seinA im Ileimallande verbliebenen Familienmitglieder.. ' Die angenommenen Entschließungen betonen hauptsächlich die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Erfassung hilfsbedürftiger Aaswanderer, vor allem der Mitglieder getrennter Familien, sowie alleinstehender Frauen, Mädchen und Kinder, möglichst schon vor ihrer Ausreise. Andererseits dürften die Ausweisungen (Deportationen) iu keinen Familientrennungen ■ führen. Die Heimschaf fuug' eines Familienteiles sollte nur dann geschehen, wenn die Rückkehr der ganzen Familie gesichert ist. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige besonders schwierige Lage zahlreicher Durchwanderer, insbesondere Rückwanderer, erklärte die Konferenz, daß die Übersee- und Festlandsbewegung der Wanderer durch Vereinfachung der in Frage kommenden Formalitäten (Visâ t. B.) erleichtert'werden müßte, insbesondere durch möglichst weitgehende Anwendung der im'Rahmen des Völkerbundes am 14. Juni 1929 abgeschlossenen Vereinbarung über Transitkarten; vor allem wäre cjne gleichwertige Einrichtung für Durch wanderer anzustreben, <r . ■ i \ -,;; v,' . ■; ' ' ' ■ ' " '~r" . ■ » ' :"' * .*; Kolonisationswerk der Jewish Colonization Association '■ Wir geben nachstehend einen Auszug einer um von-"der Jewish Colonization Association freundlichst überlassenen Zusairunenstellunc über ihr Kolonisationswerk im Jahre 1931, das '' in hohem Maße der landwirtschaftlichen Produktivierung der |fuden gedient hat und dient ' . Vereinigte Staafaa In den Vereinigten Staaten führt die Jewish Agricultural Society, die im Jahre 1.900' durch die Jewish Colonization Association und den Baro» Hirsch-Fonds gegründet wurde, trotz der- Krise die Betreuung zahlreicher jüdischer Lendwirte fort Kanada ~J Argentinian '•••'.< ■ Die Kolonien der. Jewish Colonization Association .umfassen eine jüdische Bevölkerung. von insgesamt 5 382 Familien — 29 226 Seelen. . Es sind darunter 3598 Kotonistenfamilien . mit 18514 Seelen. / >, 1.489 Kolonisten, die 219 286 Hektar Land besitzen, sind? heute . selbständig, d. h. im vollen Besitz ihrer Landantctfc. 1 . Ihre Zahl vermehrt sich so, jedes Jahr. Die Kolonisten der Jewish Colonization Association haben im Jahr« 1931 eine. ,' Gesamtfläche, von 204832 Hektar besät, viel weniger gegenüber dem Vorjahr — .252533 Hektar jr2 wegen der Krise, die das Land ao stark erschüttert hat Die Ernten hatten im ganzen nur einen Wert' von 4 753 3» Dollar. Man schätzt den Gesamtwert der Besitztümer der Kolo- ■V nisten (Hauten. Vfch, Pflanzungen) auf JUS435 193 Dollar.. Die •■■ Kooperativen aller Arten haben in den Kolonien einen sehr . großen Aufschwung genommen.. / & IS. * -\ a t>:.• Brasilien J (s Die brasilianischen Kolonien sind durch die Weltkrise unit durch die Folgen, der politischen Unruhen, deren Schauplatz das Land gewesen ist, stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Gesamtbevölkerung der Gruppen in Quatro Irmaos belauft sich auf 517 Familien mit 2732 Seelen, darunter 127 Kolbnistenfamilicn mit 652 Seelen. Irt Philippsonbefinden sielr 49 Kolonisten mitihren Familien, 40 Von diesen "Kolo - nistetr sind heute selbständig. Die Jewflh Colonization Association verfolgt" in Brasilien seit 9 Jahren ein» ununter-' brochene Tätigkeit zur Ermutigung der Immigration und zur Bildung jüdischer. Gemeinschaften. Trotz -der Schwierigkeiten, die sich ihrer Ausreise entgegenstellten,'Jiaben. 1940 Juden im" Jahre 1931 nach Brasilien kommen< können. li'/.l '. •■• -V \ ' k""c s ' Das Jahr 1031 wird zu den schwierigsten zählen, die die - Unternehmungen der Jewish Colonization AssôciaUos^durchzumacben hatten. Die Kolonien haben sich jedoch erhalten können. Die Kolonisten der Ica haben 193t in den Hauptgruppen Alberta und Saskatchewan insgesamt V0933 Hektar bearbeitet, 5 083 Hektar lagen brach. Trotz aJlem-diaben die Kolonisten 106 Hektar urbar gemacht - . , Paltatiaa / Die Kolonien der Ica in 'Palästina werden durch die Palestine- Jewish Colonization Association verwaltet Diese Gruppen: Ness-Ziona, Rechowoth und Gedera' (üi Judäa), Chedera (in Samaria)^- Sedchera (in Mieder-Galiläa) und Mischmar Hajarâen (in -Ober-Galiläa), haben die Krise im Jahre 1931 ziemlich'gut Übentanderi.V'' '* ~ . Man zählte 1931 68 Kolonistenfamilien mit 494 Seelen in Ness Ziona, 111 Familien (393 Seelen) in Rechowoth, deren Gesamtbevölkerung sich auf 3490 Seelen beläuft, 82 Familien (156 Seelen) in Gedera, 53 Familien in Chedera (Gesamtbevölkerung 2185 Seelen), 25 Familien (124 Seelen) in Sedchera und 19 Familien in Mischmar Hajarden. V ' ■■' •'■' •" ■ '.. 'i : ■ ' ■ "' ' ■■ :" '■->•".' . .. . Rumänien (Bessarafcien) ' Die rumänische Landwirtschaft, und diejenige von Bessarabien im besonderen, machen' gegenwärtig, eine äußerst kritische Periode durch. Die Ica, die ihre Tätigkeit in' diesem Land 1922 wieder aufgenommen hat, läßt es sich angelegen seilt, mit allen möglichen. Mitteln den Ertrag der jüdischen JBetrisSe in Bessarabien au steigern. Sie verteilt ihre Kredite durch Vermittlung de»/ Union der jüdischen- Kooperativen in Kischinew und der 41 Kassen, die -ihr angeschlossen sind. 30 dieser Kassen haben im Jahre 1931 Jhre Mitwirkung bei diesen Operationen geliehen. " ." " * ''- . , '■ -3v500 jüdische Ackerbaufamilien sind im Jahre 1931 durch finanzielle Hilfe und Ratschläge seitens - der Instruktoren der Ica gefördert worden. > Diese Familien stellen eine Bevölkerung von-ungefähr 17000 Personen dar, die eine Fläche .von 27OOTTHektar, d. i. fast ebenso viel wie im Jahre 1930, besät, haben. — ■ ' *s- Dio jüdischen Kolonisten Bessajrabiens le'iden sehr infolge 4w Kärglichkeit der ihnen zur Verfügung gestellten Ländereien.' Man hat für sie im Jahr« 1931 dank den Fonds der lea 200 Hektar Land gepachtet und 85V> Hektar gekauft Die. Ica hat im Jihre 1931. die Kolonisation derneuen Kolonie ,,Oungre" fortgesetzt, die im vorhergehenden Jahre "im Distrikt Benderj (SüdbessarabienJ in einer Ausdehnung von 700 Hektar gegründet worden ist. Die Tätigkeit der Ifia erstreckt sich gegenwärtig auch auf die Bukowina, wo man vor 1914 .mehr als 2 000 jüdische Familien--zählte, die vom Ackerbau lebten.. Diese Be-' völkerung ist Seit.dem Kriege schrecklich heimgesucht worden, ihre Besitztümer - wurden geplündert. Man zählt noch an 500 Familien, die in gewissen Gegenden dernördlichen Bukowina Ackerbau betreiben. » ,-- „. . * - - ■' -, * $ Pol ta - ' \ . J * . - ' . < ■Die jüdischen Kolonien haben mehr oder weniger durch die allgemeine Krise gelitten, lim meisten die Gartenbauzentreh. Die - Kolonisten haben sich jedoch sehr mutig bewiesen , und nirgend» ihr Land' verlassen. Die Ica. ist den durch Brand «der Hagel rumierterfTandwirter^ (Kolonie Abrainowo und Naliboki- Holschani, NowogrodA ^usw.)ntu Hilfe gekommen Die Instruktoren der Jca habenlra Jahre 1931 83. Gruppen ' besucht, dié mehr als 20*0 Betriehe' umfassen. Ihre Tätigkeit hat sich auf 22 neue Lokalitäten entreckt, jdie 465 jüdische Be- - trieb« in sich schließen, die um ihren -Beistand baten. * «!, 4i