Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Februar 1933
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r..- s - h Lebensmittel: Ei k«UI je 1k« ' Bs.tYt.tr Prrimorf* für ■Uatt im ïreien mmé rMM»»mrharll. V*f kawCuUllca Mirktk»d«l Mehl 0,88 ilßroi 030 l»,— Butter 6,— 32,- Fleisch, landesüblich IM 8,— Speck 8.— 33- Zucker 0.94 16,— Kartoffeln 0.80 1.70 Bei« 1,66 12,— 4Üt*e - 0.28 6,- Buchweiteh 0,25 6,26 t Liter Ol 1,67 251t Liter" Milch 0,76 s,- Ei 0,12 0,60 Anajerkung; Die lUttlichen und g^iMneenschaf tischen 1'erkauf»- stellert gelten Nahiuiitamittel nur tu die ihnen angeschlossenen Berufs- ~_ berechtigten «b. Die Vorräte sind meist sehr beschränkt; Fleisch, Fette und 'Zucker oft wochenlang nicht erhältlich. For in Sowjetdiensten stehende Auslinder gibt es eine gesonderte Verkaufsstelle zum Beziige von Nahrungsmit'ehi, Kleidung, Wische und Schuhzeug. Auch aie Ht nur dürftig versorgt. Die bestehenden Normen sind neuerdings um die Hilf te gekürzt worden and können daher nicht mehr als ausreichend beaeichnet werden. Die Beschaffenheit der Ware läßt tu wünschen übrig, v Bekleidu n g: Ea kostet ein Minneranzug 90—300, ein Minn erhemd» 1,0— 25, fein Paar Minnersliefel 80—60, ein Frauenkleid 60—260, altes' von dürftiger Güte. Für gut gehaltene, getragene Kleidung, Wäsche und Schuhe auslandischer Herkunft wird gern das Doppelte dieser Sitte . und mehr bezahlt.. Ortsüblicher Monatsbedarf, (einschließlich Unterhaltung von Kleidern, Wische und Haushalt): Lediger, deutscher Handwerker 300—800, verheirateter* deutscher Handwerker ohne . Kinder 800—1600, deutsche Handwerkerfamilie von vier Köpfen "1 000—2 000, lediger "deutscher Angestellter 400—800, verheirateter deutscher Angestellter ohne Kinder TOOO—1800, deutsch« Angestelltenfamitie von vier .Köpfen 2 000/ bis «800. . Ort a übliche Lohnu n d Geha 11 a s 111 e: Tagelohn für ungelernte russische Arbeiter 2—3, Wochenlohn <tür deutsche Handwerker 60—70. Monatsgehalt für deutsche Techniker 300—500, für deutsche Ingenieure, Architekten, Chemiker usw. unit vertraglicher Vereinbarung. Die Sowjctstellen bietpn deutschen Technikern, auch Diplom-Ingenieuren, und Handwerkern Monstsbesüge von 600 und 250 Rbl. an. die als tief unter dem Existenzminimum liegend bezeichnet werden müssen, wenn auch in einigen Flllen durch Überstunden und~ Übernahme van Arbeiten für andere'staatliche Betriebe Nebenverdienst erworben werden kann. Barlohn ' für ejn Dienstmädchen — außer Kost, Wohnung und Arbeitskleidung — monatlich 36—60. Auf dem Lande sind' Verpflegung und Unterkunft schlechter als'in der Stadt. -. In Biro Bidschan im fernen Osten âdfl eine autonome jüdisch nationale territoriale Einheit -geschaffen werden. Die Einwanderung -nach Biro Bidschan und die Böckwanderung fluten, hin und her . Un»' istein Bericht »Bs tlenVFernen Osten .über die dortigen Verhältnisse zugegangen,-aus dem wir folgendes wiedergeben: ..In Biro Bidschan gibt es Arbeit für jeden qualifizierten Arbeiter, es ist auch Platz für Schwartarbeiter (ungelernte Arbeiter), aber der Lebensstandard der Arbeiter in Bir4P>Bidschan ist in einem gewissen "Maße primitiver und. niedriger als der Lebensstandard der Arbeiter in Westeuropa. Diejenigen, die sich vorbereiten, nach Biro Bidschan in fahren, müssen im voraus wissen, daß sie sich den primitiven oslsiba'riachen dörflichen Lebensverhältnissen anpassen müssen.- Auch die klimatischen Bedingungen am Amur sind andere als in Westeuropa. Im Winter ist die Luft klar, der Frost erreicht 35, manchmal 40 Grad. Im. allgemeinen sind aber in Biro Bidschan, in den Rätewirtschaften SSowchosen) und in Kollektiv Wirtschaft!»»'. ^Kolchosen) in den Lrtels und verschiedenen Unternehmungen viele Möglichkeiten, fortzukommen und fleißig m arbeiten. ';. ' Es gibt viel Lichtfend viel Schattenseiten. Schwierig ist auch vorläufig die Frage der Wohnungen für diejenigen.' die mit' Familie ankommen und in der ersten Zeit untereinander leben mußten oder nur ein Zimmer für eine Familie hatten. Es wird ' jedoch alles getan, um diese Frage xu lösen. Aue der Tatsache, daß J —diejenigen, die von uns aus nach 'Biro Bidschan gefahren sind", aufrieden sind, ist nicht xu schließenTdaß qualifizierte Arbeiter, die an die 1 .ehenshedingungetVin westeuropäischen Ländern ge- - wöbnt *t|nd, die erste Zeit in Biro Bidschan -begeistert und xu- - frieden sein werden. Möglich ist. daß solche qualifizierten Arbeiter entsetzt sein werden, aber diejenigen, aie etwas idealistisch veranlagt sind und. nach Biro Bidschan fahren, nicht um dort Glück zu suchen, aber um ehrlich zu arbeiten und eich einzuordnen, werden ohne Zweifel zufrieden «ein." . * , . y i " / An Siedlung von Juden in ßiro'Bidschan. Einem offiziellen Bericht des Kömset"(Komitee» für Landansîedlung der Juden) vom November 19ß2, der in der Zeitung 1,,Ernes", Moskau, abgedruckt wurde, entnehmen wir Sfolg"* Liebersiedlung von Juden' nach Biro Bidschan hat im Jahre//1928 begonnen. Bis xum 1.' Januar 1932 sind 7 700 Personen eingetroffen, von denen 4 500, d.. h. ungefähr -60 o/o verblieben sind. Eine größere Auswanderung nach Biro Bidschan setzte zürn ersten Meieim Jahre 19*52 ein. Laut dem Plan, den die Sowjetbefcßrden entworfen haben, sollten 14 000 Menschen im Jahre 1932 in Biro Bidschan angesiedelt werden, .darunter ca. 3000 Juden aus dem Auslande! Bis zum 1. Oktober 1932 sind 8 500 Personen eingetroffen) darunter 700 Auslinder. In dem Bericht wird hervorgehoben, daß eine Massenansiedlung eine vielseitige Vorbereitung' bezüglich der Gebiete erfordert, in denenr~dié Menschen angesiedelt werden, ferner bezüglich der Siedler selbst. In beiden Hinsichten ist, wie der of fixteile Bericht, lautet, nicht genügend,'Vorsorge getroffen worden. t Es bleibt abzuwarten, wieweit sich die geplante Massenansiedjüng in absehbarer Zeit verwirklichen lassen wird. \ .V™' '- ' ' y'?,:'-** ■. '■■ •/■ " Ttlrk.i Bevölkerungszahl: 13660000, davon in Europa: 1044300, Istanbul [Konstantinopel) 699900, Angora 74 800. Währung: 1 Pfund 2,01 Goldparität 18,456. , >' * 75 o/o der gesamten Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 2,1 °/o in der Industrie, 1,9 »o im Handel, 2,3». im Gewerbe und die übrigen 18,1 o/o in verschiedenen Berufen. , Nach Auskunft des Konsulats wird das Einreisevisuni an Deutsche und Nichtdeutsche ohne weiteres gegen Einsendung des Pasees und einer Photographie erteilt.' Innerhalb 48 Stunden nach Ankunft in der Turkei-'müssen sich die Beisenden bei der anständigen Polizei arnn,elden. 'Die Türkische Handelskammer' weist in einem Schreiben an ans darauf hin, d a ß e s p4iiecltloseei, für die Türkei irgendwelche. A u/wanderungs- oder Ansied I u n g s" n 1 ä n y i u fa i/ea , da d i eae ni V orthabe n überaus zalil reiche g es e t z l i r h e H i n d'.e r n i s s e'i m Wege stehen. ■ ' , 4;» ist eine Berufssperre für Ausländer proklamiert <laut einer PuhlikauVon in dem türkischen Amtsblatt vom 16. Juni 1932, Gesetz Nr. 8007), (lie -folgende Berufe umfaßt: . ,___' . V ■'. - ■ "A. Strafjenhandel; Musizieren; PhotografiWeren Friseurgewerbe; Setzergewerbe; Maklergewerbe; Anfertigung von Kleidern, Mützen und Schuhen; Einkiutergewerbe bei den Börsen; Verkiaf win unter Staatamonopol stehenden Gegenstindcn; Fremdeftführung. und DoTrhetschcn; Bau-, Eisen- und HolzgewerBearbeiten; vorübergehende und dauernde Beschiftigung ala Arbêitex^hei öffentlichen Verkehrsmitteln, und bei öffentlicher Wasser- und Lichtversorgung und Heizung sowie beim öffentlichen Nachrichtenübermittlungsdiensl; Lade- und Verladearbeilen zu Lande; Chauffeurgewerbe und Mitfahrer; Beschäftigung» als Arbeiter im allgemeinen; Bcschiftigungbei allen Arten von Unternehmungen, Geschiften, Appartement -Häusern, Hotels und Gesellschaften eis Wichter, Portier und Hausverwalter (OdaBaschi); Beschäftigung in den Hotels, Häusern, Badeanstalten, Kaffeehiusern, Kasinos, Tanzstätten und Bars als, weibliche * und minnliche Bedienstete (Kellner(in) und Barbediensiele), als Barspieler (in) und Bfcrslnger(in). B. Die Ausübung des tierärztlichen und Chemikerberufl. . fn dem Gesetz sind (.folgende1" in Sondergesetzen bereits "den Auslindern verbotene Berufe nicht erwihnl: ' , Rechtsanwälte. JtVite, Zahnärzte, Hebammen, Apotheker, Ingenieure, .Enttbller. Angestellte bei Verocherungsgesellschaficn, sowie -die Berufe, die auf Grund des Kü£tenschiffihrtsgesetses und des Preßgesetees den türkischen Staatsangehörigen ausschließlich vorbehalten sind. Auslinder, dir am Tage der Veröffentlichung dieses Gesetaea den Iii.ki I en Staatsbürgern vorbehalten*. Gewerb«' und Dienste ausüben müssen diese innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung des Gesetze; aufgeben. -'% - , Es würde von dem Minister des Innern hervorgehoben, daß . diese restriktiven Maßregeln sich nicht gegen irgendein fremdes Land richten, sondern nur eine Maßnahme sozialer Politik seien - zu detn Zwecke, türkischen Arbeitern die Priorität der Beschäftigung kü sichern: * . ■ ■ Nach Berichten «4ts der Türkei erweist sich die schwere Entbehrlichkeit von auslauidisj)b«n Fachleuten sowohl in vielen neu errizbteten Betrieben — da die Anlernung inländischer Arbeitskräfte keifte« Völlen,• Ersatz bietet — als auch in der Landwirtschaft, wo infolgedessen auch Ausweisungen von Ausländern nachgeluaen haben seilen. ...... M -~T,V » l»' Tk