Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1930. Bestand UB Ffm
- Issue
- Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 13 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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konlingerit der Einwanderer stelle nach wie vor Polen. Es ist damit iu rechnen, daß in der nächsten Zeit auch aus Rußland* eine große Ansah! -von Einwanderern nach Palästina kommen wird. Bemerkenswert war die Tatsache, daß' zum erstenmal aus Amerika eine Gruppe von zirka 3o Einwanderern im Februar nach Palästina gefahren ist. In den Einwanderungs- I bestimmungen selbst sind Veränderungen nicht eingetreten. Die I Erteilung eines Einwanderungszertifikates gemäß Kategorie C (Arbeiter und Arbeiterinnen') kann nur an Bewerber von 18—35 Jahren errSlgen_ die tu schwerer körperlicher; Arbeit im Palästina geeignet smd- Die Anträge hierfür geben Aber die Palästina-Amter der Zionistischen Organisation. Die Auswanderung i$t im allgemeinen nur Bewerbern anzuraten, die in Landwirtschaft oder der Bauarbeit nahestehenden'Handwerken gut ausgebildet sind und hebräisch wenigstens notdürftig beherrschen." Fur die Einwanderung von bemittelten Personen nach Palistina sind neue Bestimmungen .erlassen -worden, die is der , .Official Gazette" vom 16. April veröffentlicht sind: Die Ei«- wandereKkategorie A wird dadurch neu abgegrenzt. Künftig fallen unter dieselbe: ■ " i. Personen, die über ein Kapital -von nicht weniger als 1000 Pfand verfügen. 'Wenn üe beabsichtigen, sieh in dar Landwirtschaft au betätigen, to kann dieser Betrag den Wert des Bodens," der Geräte uod. i v;! " — - > v tjx China Die Zahl der Juden, die in Char bin, Mukden, Tientsin, Schanghai, Dairen (Dalrri) und flan-Kou lebten, betrug nach einer Schätzung vom 'Jahre 1911 n ooo. Nach privaten Schätzungen belief sich die Zahl der Juden in der Provins Mandschurei im Jahre 1939 auf etwa 16000, wovon i3 000 auf Charbin entfielen. Für Länder, in denen ' keine chinesischen "Vertretungen bestehen, erledigen wir Paßformalitäten, Visa usw. Einem Schreiben der Chinesischen Gesandtschaft an uns vom Ende Januar entnehmen wir folgendes: . Für Reichsdeutsche sind die Bestimmungen für die Erlangung^ eines Visums zur Heise nach China unverändert geblieben. Fur ' Angehörige anderer Länder wird ein Empfehlungsschreiben der betreffenden konsularischen oder, diplomatischen Vertretung in Deutschland verlangt. Zu der Frage' bezüglich des Arbeitsmarkts in China bemerkt die Gesandtschaft, daß die Aussichten für Auslinder, in China \eine feste Anstellung zu finden, s. Z. nicht als gunstig betrachtet. Verden können. " _i_ des Imsentar» einschließen. Das gleiche gilt, -wenn solchen < Personen durch,- eine Stelle, die von der Regierung als Siedlungsinstitution anerkannt wurde/ Boden, Gerate und Inventar oder ein Vorschuß für bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt werden Wenn der; betreffende Immigrant sich in der Industrie betätigen will, so kann das nachzuweisende Kapital den Werl des Grundstückes ■ für ein industrielles Unternehmen und den Wert der Maschinen einschliefen. Das gleiche gilt, wçnn solche Werte und Vorschüsse für eine bestimmte Zeit von einer Gesellschaft rar Verfügung .gestellt wurden, die von der Regierung als Institution zur Unterstützung industrieller, .Unternehmungen anerkannt wurde. S. Angehörige freier Berufe, die frei und ohne seitliche Beschränkung über ein Kapital von nicht weniger .als 5oo Pfund verfügen können, vorausgesetzt, daß der leitende Immigrations heirate davon über-' zeugt ist, daß in Palistina Bedarf für weitere Vertreter dieses Fachs . vorbindenist. ■.'-'< 3. Personen, die in-bestimmten Gewerbezweigen oder einem Hand-, 'werk ausgebildet sind und frei und ohne zeitliche Beschränkung über ein Kapital von nicht weniger, als s5o Pfund verfügen, vorausgesetzt, daß die '-ökonomische Aufnahmefähigkeit des* Landes ' die Aufnahme solcher Einwanderer innerhalb ihres Berufes gestattet. 4. Personen, «sie ein gesichersea Fjr»V»T»m»n von nicht weniger ab & Pfund monstlich außer ihrem Arbeitseinkommen beziehen. » Die Erhöhung des für; bcrqittelte Einwanderer erforderlichen . Betrages von 5bo auf-1000 Pfund stellt nur formell eine Erschwerung dar, da die Entscheidung Ober die Zulassung von bemittelten Ixnmigranten bis jetzt in jedem Falle dem subjektiven Ermessen des obersten Immigrationsbeamten in Jerusalem uberlassen bheb; die rigorose Handhabung der Bestimmungen hat die Zahl solcher Immigranten in praxi außerordentlich reduziert. Demgegenüber ist jetzt von besonderer .Bedeutung, daß die Einwanderungserlaubnis für bemittelte Immigrait ton, mit 1000 , Pfund Kapital, künftig nicht mehr in jedem einzelnen Falle von der palästinensischen Regierung 'in Palistina gegeben werden .'r muß, sondern durch die "Kon»ulato in Warschau,' Berlin, New York, Galatz und das Paßamt in London selbständig erteilt werden kann, wenn die oben aufgeführten Bedingungen erfüllt sind. Eine wesentliche Erleichterung ist auch die Bestimmung, daß solche Einwanderer künftig nicht mehr den Nachweis über den. Besitz' eines Vermögens von 1600 Pfund i n b a r liefern müssen; . sondern daß sowohl Sachwerte als auch Verp flieh tun gserk Iiirangen von Siedlungsinstitutionen in Palästina, vorschußweise -einen Teil der Mittel zur Verfügung zu steflerr, auf die erforderliche, Summe, von 1000 Pfund e^erlâ^ër«èrdenZSiïNBÊET (Ziko.) ** ] Folgende Tabelle untöfrichtcl über die Einwanderung in und die Auswanderung von Palästina in den letzten acht Jahren (nach offiziellen Angaben). * Einwanderung Auswanderung. ' » 7 844 i5o5 \ 74*1 3466 ia856 . ao37 33&01 / ai5i 1I08 AUSTRALIEN In Australien sind schon su nprmaléh .Zeiten wenig oder keine Aussichten für Büro- und Ladenpersonal und überhaupt städtische Arbeiter, ausgenommen einige wenige Klassen von Handwerkern, die in gewissen Teilen des Landes gebraucht werden.' Die wirtschaftliche Depression in Australien dauert noch" an. Folgende — für die Verhältnisse charakteristische Warnung aus Australien Svom Sommer vorigen Jahres) — zeigt, welches Risiko mit einer Auswanderung dorthin verbunden ist. Sie ist auch heute noch beherzigenswert. Die Aussichten für deutsche EiawamteTer hier haben sich in der letzten Zeit noch verschlechtert, da Australien zurzeit eine starke wirtschaftliche Krise durchmacht Junge Kaufleute, Bankangestellte, kurz, Kopfarbeiter, sollten dringend davor gewarnt werden, ihre Ersparnisse zu einer* Auswanderung' nach hier zu opfern, wo sie nachher meistens als Handwerker oder Farmarbeiter ihr Brot verdienen müssen, da sie in ihrem Beruf in den seltensten Fallen unterkommen können. ABer auch tüchtige Handwerker und Industriearbeiter haben auf Grund der herr-! Iscnenden Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten große Schwiep rigkeiten, in ihrem Fach unterzukommen. Hoffnung auf bal- - dige Besserung ßer Zustände ist nicht vorhanden, -ruSur nach,Frauen für detf Haushalt ist in allen Staaten Australiens, in Städten und Landdistrikten, dauernde Nachfrage. Besoadere Chancen haben erfahrene und tüchtige Köchinnen. Australien hat seit dem Jahre 192B eine Quote für gewisse^ -Linder Ost- und SüdeuropJsj festgesetzt. Für das Jahr io,3o hat die Regierung unter Hinweis auf die Intensität der Arbeitslosigkeit und die Schwierigkeiten der (wirtschaftlichen- Lage die schon geringen Quoten weiter herabgesetzt.;7 Die Einwanderungsquoten betragen für das Jahr 1930 für: Griechen >' 3oo " * Serbefi , - 3oo Tschechoslowakei! i5o " / Estländer i5o Polen' ] . i5o Albanier >.'.'* iqo . '» a . Bulgaren > .100 ... •W\Zahl der Italiener ist auf i5oo bemessen. Für Lettland besteht überhaupt keine Quote. - ' ■ " "'**"**■ * * t- ■ 'AxA** lè iii'' * Komitees und Vertrauensleute des Hilisrvereins der Deutschen Juden. «9» >9?â. 19*4 1935 >9î6 vi0î7 i0»8 »9»9 BerÄt:' \/\. Zentralbüro des Hilfsvereins der Deutschen Juden für jüdische Aus»an<lerungsangele^enhciten, Steglitzer Str. ta. Telegrammadresse: „Zedakah". Berlin. Bahnhofsdienst des Hilfsvereins, Schlesischer Bahnhof, Durchwandererhalle-. Hamburg: ' ZenUalbüro fftr jüdische Auswanderungsangelegenheiten, Abtbr. Hamburg, Ferdinandstr. t4. .Telegrammadresse: „Zedakah", Hamburg. a » 178 Uii 7365 Ik ai(>8 n& Zenttalb&ro für jüdische Aus wander ungsangelegenhei te», Ahtlg. Bremen) Rechtsanwalt Dr. J. Rosenak, Am Dom 6*.\ Eingang PetrislraBe. •*""—'; '.-•.V'-/ ' " . \ ' . : ff