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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1930-05-01 · Mai · p. Seite 7

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1930. Bestand UB Ffm
Issue
Mai
Date
1930-05-01
Page
Seite 7 (sequence 8)
Language
German
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t Architekten, Chemiker usw. aft^--,1oo. Rarlohn f"r ein Dienstmädchen — also außer Kost und Wohnung — monatlich 4o—fio. Die Lahne auf dem lernte sind um etwa 30 o« geringer: frei« Kost und Wfjhnung norden, dort mit etwa 4o Peso» verrechnet. ' . > ■ ' ■ Beridit, eines Rückwanderers ' - Ein Bild von den schwierigen VfrkiltoiaMQ,mit denen die t v 4 Einwanderer iu kämpfen haben, gibt folgende uns übermittelte Darstellung eine« Rürkwanderas sM Argentinien, r Jtu( die .an ihn (rerichteten Fragen güb" er folgende KnU Worten:, <">' ' -WitTaugc" waren Sie dort? Ein halbes Jahr, dû Phrigeu. die .mit demselben Rfick- ■ Wanderertransport einer Schiffsgesellschaff mrückkamen. iwischen 3 Monaten und à Jahren, einige nur i4 Tage. r Warum fahren Sie zurück? Erstens des unirünstigen Klimas wegen und zweitens wegen _ der geringen WrdimsTm&glichkciten. Was sind Sie von Beruf? ""* Ich bin Handler. Es isf faktisch keine Arr^~rIrrtjndjL bekommt 'man ausnahmsweise welch*, dann wird man sö. _ bezahlt. daß man sich kaum ernähren kann. > Welche Berufe bieten denn Verdienstmöglichkeiten? Friseur- und Fleischergewerbe, sodann auch Schusterundj Schneiderh«ndwerk. Wie verdient man in diesen Renifen? ' J ( Ganz gut. Tatsache ist. daß diese Leute nach kurzer Zeit 'ihre Familien herüber nehmen gönnen; allerdings ist das Leben {^Südamerika für den e,i n z e 1 n e n Menschen sehr * teuer. Wenn die Familie dort ist. kostet der ganze Haushalt nicht mehr ai* das. Leben fur den Einzelnen, der'sich ini~ Restaurant verpflegen muß. .".>. Welche Arbeitsmoglichkeiten sind* denn außer den erwähnten Berufen «och vorhanden? Fast gar keine. Industrie ist außer '(Sen Fleisrhfabriken nicht vorhanden. Ks handelt sich dann nur noch um Chan*- . see- und Landarbeiten : aber erstens wird dafür sehr wenig bezahlt, und zweitens wird riesig viel verlangt. Wer Landarbeit nicht verrichten kann, versucht es mit Handel, d. hmit Hausieren. aber dieKunSsrhaft wird jetzt von Hausierern überlaufen. Dabei sind in den letzten Jahren die Kredite von den Kauflculen^ beis,denen die-Hausierer ■ Ihre Waren beziehen, •wegen .schlechter Zahlungsweise sehr eingeschränkt worden. , .i' ' - ' Die Lohne 'würden du'rch wachsendes.'Angebot so gedrückt, daß Lriite buchstShlich hungern müssen - Brasilien Die jüdische Einwanderung iaa5 1916 1917 i9sS sur See nach Brasilien betrug: ^*»5o7 '->■>.", 3i«4 ■ 3r75 t 35ii Im Jahre igst) nahm die /jüdische Einwanderung nach Brasilien ai)ßerordenUich .zu. Sie Ivel mg 5f> 10. Ungünstige Lage, des Arbeitsmarktes in Sao Paulo ..Der \ rbeitsinarkt in ,Sao Paulo hatte sich nach efnem Bericht vom lannar in den"-vorangegangenen Monaten 'we-,, senti ich Verschlechterl.. 'Wahrend Einwanderer in froherer Zeit verhältnismäßig leicht Arbeit in "Ihrem Beruf« fanden war dies später .nicht mehr, in allen * Fallen möglich, so daß die Mehrzahl der Eingewanderten jedwedr Beschäftigung annehmen mußte, die sich bot. Als Folge der Kapital« und Kaffeekrise im letzten Quartal des Jahres 1939 hatsich das Angebot von Arbeitsstellen so verringert, daß ein Unterkommen kaum möglich ist, jedenfalls nicht, unter Bedingungen, dje ..das Existenzminimum gewährleisten. Man kann bei den herrschenden Teuerungsverhaltnissen, in erster Unieden sehr hohen Mieten, einen Stundenlohn von,800 Reis, bis 1 Milreis (= $7 Pfennig) füt\ ungelernte Arbester, salbst bei neun- und. sehn- - stündtger Arbeitszeit, nictit rnehr als ausreichend bezeichnen, dies um so weniger, wenn dar Arbeiter verheiratet ist und L___I. V J-J ____L-, »«../:_ XT.__1-A —_ womöglich noch für Kinder zu sorgen bat. 1 Häufig findet man aber noch Stundenlohne von 700 Reis. Von dieser Krise sind vL - 1; « 5-----— y . . ^'«r.^- v i-: s . tr? \\Ü ' alle Wirtschaftszweige ergriffen. Auch die großen Handrbfirmi n und flanken' «"ebensich infolge der schlechten Geschäftslage 711 starken Personalcinschränkungen gezwungen. Jedenfalls sind die Aussichten für neuankommende kaufmännische und Bankangestellte sowie für Ingenieure als, sehr schlecht zu bezeichnen. Das gibt auch für Handwerker. Zwar herrscht irnmer noch eine riemlich 'rege Bautätigkeit doch ist 'das Baugewerbe mit aller Art von Arbeitern durch den standigen Zustrom ans (fem Landesinnern und aus den Südstaaten (wo die Verhältnisse noch ungünstiger Kegeo sollen) geradettcr übersättigt. Von der Ungunst der Verhältnisse werden insbesondere aueb kleine Gewerbetreibende und Handwerker betroffen, die sich mit m dejt Regel unzulänglichem Kapital im Staate Sao Paulo niederlassen ' wollen." " ■ , Lebenshaltungskosten und Löhne in Rio .de Janeiro .Die nachstehenden Angaben sind in Milreisgemacht Ci Mil- ' reis ==s Ä7 Pfennige) : die Zahlen beziehen sich auf bescheidenste Ansprüche, die eingeklammerten Zahlen rauf mittlere Ansprüche: "sie wurden im Januar io3o ermittelt. , —«7 v Ko«t unM Wohnung: Es kostet fbr eine Per«» Unterkunft ohne 'Verpflegung im Gasthof täglich 5^—8 Ijp—i5ï: Unterkunft mit Verpflegung Gasthof täglich 10—is (»o>: Morgenkost täglich ^Kaffee mit Milch, 1 BrAtehen) 0,700 (it: Mittagessen tlglich" s 'bis *,5oo; Abendessen täfrlicti 1—a.Soo; Verpflegung allein mönaUfch t8o bis »00, letztere drei Annben gelten för Privatmittsgstiscn' im. Abonnement : im Restaurant sind zu zahlen 5--7 bzw. 3oo—35o; ein möbliertes Zimmer monatlich mit Morgenkaffee,. 100—noCiüo—soo'» : ein möblierte* Zimmer mit Morgenkaffee und" Abendeewn'monatlich <5o—3op y.(35o-45oV Wohnung: Es kostet einè leere .Wohnung von zwei Zimmern monatlich 100—i5o isüo—35o). leere Wohnung von vier Zinwnern * monatlich. aqo—?5o (35o—45o), möblierte Wohnung von zwei Zimmern monatlich s5o—%» i'4oo—5oo\ ie naeh La«o mehr: möMierte Wohnung von vier Zimmern monatlich * (VorstidUvrelse) V»—■*». Kleiajj^ Wchnujipren sfo«! im allgemeinen schwer erhältlich. Beleuchtung o,3o(v_j^ bis 0,800 täglich •'";' -•'.. ' ♦ . Ei kostet ein Manneranrug au« ' Baumwolle fertig i5o—300. au« Wollen»ch Jfaß 35o—45b: ein' MSnnerhenvf i5—iO: tin Paar Schuhe 35— 6ö: ein einfaches Frauenkleid 8ö—i9o'. , r> kostet i kg Mehl 'i.5oo;> 1 kg-.Brof i.5oo: i kg Butter ro—n; •^T kg landesübliches Feit -3—4; i kg Rindfleisch mit KnocherfTjB»: r *g Speck (V: 1 kg Zgckir 0,000 1 : t kg Kartoffeln rTrfciter Milch. »>—i,soo:1 t Ei o,3oo; Reis i,aoc.; schwarze Bohnen 1: Dftrr- . fleisch 3,900: Stockfisch 3,'mo. - - Lo'h'^in: Tagilrthn fHr ungelenke Arbeiter 5—10: Tagelohn for , deu'tche Handwerker i5—-SO im Dijrelischnitt : z. B. Schreiner 11—so; Maurer 10— in: Stukkateure sp—3o: desgleichen ffl> Landarbeiter mit Wohnung und Verpflegung 5: Monatsgehalt für" deutsche Handel«- ' angeetollte 5oo—lOOO und mehr; Monatsgehalt fflr deutsche Techniker nop—800.und mehr; monatliche« Gehalt für Ingenieure, Architekten, Chemiker und sonstige Berufe," frtr'die Deutsche--etwa,in Frage kommen. ' 80D—uSZfD und mehr; FWlohiy für ein Dienstmädchen monatlich 1*0 ■ bis 180. *;, Folgende Ausfährungen eines in .Brasilien ansässigeri Üeutscben . ergänzen ip interessanter Weise die vorstebet»den Angaben : * Es gibt hi it keine sozialen Eiiirichtimgen! Jeden Tag und .zu jeder Stunde lwirin der Arbeiter entlassSn'werden: Die Wohnungen sind-j ungeheuer teuer" und die Wohnungsnot ist ebenso groß wir drimen. fSelernte Arbeiter und tüchtige Handwerker verdienen hier ihren Unterhalt, aber dazu brauchen sie nicht nach Brasilien zu kommen, «Die haben auch droben ihr Brot. Für Gelegenheit«-, arbeiter ist« hier überhaupt, kein Platz. Der Unbemittelte hat keinen,-Schutz. Ein Prozeß kostet ungeheuer viel Geld, und jene Klage dauert mindestens a bis 3 Jaftret Der -Arbeiter ist biet Viel, viel schutzloser als in Deutschland. Mit Anten sind wir hier jetzt überreich > ersehen. ~ Da diet Kolonisten sehr "arm sind ' und nichts bezahlen können, hat ein/Arzt sehr um seine Existenz 1 rn .kämpfen. Genau so ergebt *s den Pastoren und Lehrern. , Von akademisch gebildeten Leuten kämen höchstens Ingenieure in Frage'. Für Kaufleu te ist es ganz jmmftglich'. ohne voll* Ständige Beherrschung der, Landessprache hier Stellung zu finden. Wie ist w» denn nun mit den sogenannten Ansiedlern, den Kolonisten? Es gibt weder Land noch' irgendeine Unter; Stützung von der Regierung für Einwanderer, Wer Land haben .. will', muß es kaufen, und die Kolonien smrt so teuer, daß das Land in Deutschland verhältnismäßig viel billiger ist Ein Stück I^ndWon )/i Morgen (= laSocbn) Große.kostet 5oooGoldmark. Vor vm. aber, beißt es auf tatr Kolonie, tinter don dankbar größtfh Entliehrungen schwe^. jsrbeiten und auf 'alles verzichten, «a« (fut diu Leben ».ngenchntes, bietet * ° , \ >\ ■it ■i?r. f\

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