Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1930. Bestand UB Ffm
- Issue
- Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Januar ig3o 387 für je lop offene Stellen gegenüber 317 iui December des Vorjahres. , Der Vorsitzende der amerikanischen Gewerkschaften ("American Federation of Labor) erhitzte im Pebroar die Zabi der arbeitfloaen Lohnempfänger im Lande auf 3 700 000.' Nach seinen Berechnungen ist die Arbeitslosigkeit seit Oktober vorigen Jahres infolge der schlechten Geschäftslage von n *f» aof at» *ft .gestiegen, im Februar seien sogar etwa «5 "/a der Gewerkschaftsmitglieder arbeitslos. z Der Syndikus der Dentsch-wnerikanjsehen Handelskammer in New York hit kürzlich in deutschen Zeitungen dfe folgende Warnung " veröffentlicht : "\In der letzten Zeit hiufen sich die Fille, in denen in venUrllem Umfange kaufmännische Angestellte wie loch eine Ranze Anzahl von absolvierten Volkswirten und Juristen nach Nordamerika einwandern, ohne sieh vorher auch nur im mindesten Ober die beruflichen Aussichten hier in Lande informiert zu haben. Die meisten erleben oft' bittere EatUuschungen in ihren Hoffnungen, kommen ins den seltensten Fillen in ihren Berufen unter und verfallen «|lw»aliluA ejnur Nntl.g», wie sie sie in der alten Heimat kaum gekannt haben. Es muß offen festgestellt und immer wieder betont werden, daß die Verhältnisse auf dem kaufmännischen Stellenmarkt sowohl für minnliche wie auch .für weibliche Angestellte seit Ende aW Vorjahres eine derartige Verschlechterung erfahren haben, daß iti nur sehnten Killen Aussicht auf offene Stellen besteht. . . Die sVstjtscben Konsulate und auch diedeutach-anierikauische Hamlelskatnmer' in New York sind nicht in der iÇan, helfend einzugreifen. ... Da es eine öffentliche Fürsorge' in .den Vereinigten Staaten nicht gibt, verfallen viele der Einwanderer dieser Berufsgruppen einer großen Not, aus der sie sich nur schwer herauszuarbeiten vermögen. In einem sehr interessanten Artikel der Times Weekly vom l'i. Min i'93o ist dargelegt, aas welchen Gründen :— abgesehen' von akuten Depressionsieiten die Menschenkraft im amerikanischen Wirtsrhartsieben, immer, mehr entwertet wird. Es ist kaum zweifelhaft, heißt es darin, daß ständige Arbeitslosigkeit heutzutage des Los einer immer wachsenden Zahl amerikanischer Minner mid Frauen ist. „Wir erlangen eine stärkere, und bessere in-' dustrielle Ausrüstung'nur um den Preis der Schaff une; von. Arbeitslosigkeit und menschlichem Elend", sagte ein amerikanischer Schriftsteller im Jahre 1938. Dieser Ausspruch wir*.damals wahr gewesen und sei es heute noch mehr., Stahlgesellschaften .prod ujeierten jetzt dreimal soviel Roheisen wie im Jahre 'fl)i4 mit der gleichen Arbeiterzahl. Ein Arbeiter könne mittels Maschinen 4000 Glasflaschen so'schnell machen wie vor s 5 Jahren ic)o mit der Hand. 1938 brauchten die Farmer 45 000 Mih- und Dreschmaschinen und i3o 000 landwirtschaftliche Arbeiter wurden dadurch ersetzt. eWV Mcxilto «. .. ——:—fc ' Mexiko' hatte 10*99 eme Bevölkerung von rund 1$ 0&8 000 Personen (8 auf1 1 cpm). Davon waren 918 «0 in Mexiko geborene Weiße (Kreolen),'; agXC Indianer, 5g,33 Mischlinge und Mulatten, 1 «0 andere in Mexiko-Geborene, 0,71 außerhalb Geborene. Nach der Schätzung van' 10,3befanden sich 16000 Juden in Mexiko, 10000 Juden au* dem Osten und 6000 europäische Juden. ' ' 1 ' * " - - Die Wirtschaftslage Mexikos im Jahre 1919 war ungünstig infolge politischer Unruhen, des Rückgangs der'Olproduktion und der Silberpreise' und de« schlechten Ausfalls der letzten Ernte. Nachteilig auf die Entwicklung 'der. Landwirtschaft wirkte vor, allem die durch die Agrarreform veranlaßte Unsicherheit der Besitzverhältnisse. ••' in Publikationen und Erklärungen des Chefs der Technischen Sektion des mexikanischen Wanderungsdienstes und des mexikanischen Industrieministers wurde weitgehendster Schutz der heimischen Arbcitslrifte durch Beschränkung der Einwanderung gefordert ' ' Durch Dekret vom ao. April .1939 wurde im Hinblick auf die wachsende Arbeitslosigkeit die EinreisCSuslindiseher Arbeiter nach Mexiko verboten. Die folgenden Ausführungsbestimmungrn ■ wurden im Juli 1939 im . Diario Official (Bundesanzeiger) veröffentlicht. 1. Bezüglich Ziffer 1 des Dekrets vom so. April. Arbeiter, die Lohn für physische Arbeit empfangen, sollen unterschieden werden von Fachleuten, die intellektuelle Dienste leisten, und die in ihrem Besitz mindestens 5ooo Pesos haben müssen, so daß sie nicht der .Öffentlichkeit zur Last fallen, wenn von ihren Diensten nicht sofort Gebrauch gemacht werden kann. In bexug auf Arbeiter, 4ra nicht technisch ausgebildet sind, gilt das Verbot unbeschrinkt. . 1 y4 * 1. Personen, die beweisen könne«, daß . sie wichtige.%!T>ittn)har eines in Mexiko bestehenden ges^ailfuichen Vhtornehmens Vittf);.....werden nicht m obigen Paragraphen eingeschlossen. Es werden in genannten Paragraphen audi nicht eiqpselncMa* ■sskaajssha SpssisHsssn j>*»r Art. tdie nicht .durch mexikanisch« Karhleute. oder Arbeiter ersetzt weiden können oder von Fremden, die in dem Lande wohnen. Solche Personen können -Einlaß finden, nachdem sie vom Minister des Innetri dazu ermichtigt worden sind; wie auch Schauspieler, Komiker und andere, die zu einer The- '•3. Fremde, dieln de»/Lande wohnen und die weniger als sechs Monate abwesend sind, werden durch Artikel 1 nicht berührt. ——' V Fremde, die vor "Veröffentlichung des Dekrets in tUsrr Lande langer als sechs Monate wohnten, sind nicht in die Wirkungen diese» Dekrets eingeschlossen, vorausgesetzt, daß sie beim Verlassen des mexikanischen Territoriums dem Staataaekretariat oder einem von den Einwanderungs- Imtenf Nachricht von ihrer Absicht geben, innerhalb einer bestimmten Zeh zurückzukehren. 5. Eltern und Kinder von Fremden, die in diesem Lande wohnen, r sind nicht in dieses Dekret eingeschlossen, auch wenn sie im Sinne des Paragraphen 1 Arbeiter sind, aber sie müssen ihre Verwandtschaft ge» nügend'beweisen. 6. Schiffsgesellschaften, die als Arbeiter klassifizierte Personen als Passagiere annehmen, sollen nicht bestraft werden, wenn ein mexikani- * scher Konsul solchen Personen ihre Visen bewilligte, aber sie sind verpflichtet, den Passagier zurückxubefördern, der von der Landung ausge*- schtossen worden ist 7. Bezieht sich' auf Matrosen und Schiffsmannschaften. 8. Wenn die Einwanderungtinspektoren argwöhnen, daß Personen, die das Land mit IdentititskarMi als Touristen zu betreten versuchen, - zu «nieiü .andern Zwecke als dem der Zerstreuung oder "Erholung kommen, so sind sie ermichtigt, von solchen Personen den Beweis zu verlangen, . daß sie in ihrem Besitz nicht weniger als 1000 Pesos haben, oqer eine Bürgschaft, daß sis vor dem Abtauf von sechs Monaten das Land verlassen werden. Ausgenommen hiervon sind die Touristen, die zu einer / geneheüigten ReisegeaelWhaA-gehQren. -Diese Bürgschaft ist besonders not- / wendig in bezug auf Leute, von denen angenommen wird, daß sie Touristen sind, die aus jenen Ländern herkommen (Syrien, Libanon, Armenien, Palistina, Arabien und Türkei), auf dje in der restriktiven Resolution vom 8. 7. 1917 Bezug genommvn ist", und. in diesem Falle'muß die Bürgschaft so ausgestellt werden, wie im Zirkular Nr. g vom 3o. 1. 1919 spezifiziert ist. " ■■ . - itS-^^'^r iïtA^ï.ri} *ïV^r^i;,iî,f t.'-*!)r'*r^jïf '*ï^\ ' '■• 1 \'' 1 ■• ï ' Einreisebcstimmungen .„.( Zur Erlangung eines Paßvisums sind ein gültiger Auslandspaß, An Führungszeugnis der Polizei, ein ärztliches Attest nebst Impfschein, vier Bilder von vorn und ■, vier von der Seite >und 'der ' Nachweis Über genügende Geldmittel (mindestens 300 Dollar) ' erforderlich. Für deutsche Staatsangehörige ist kein ' Paßvisum mehr erforderlich, wohl aber für Angehörige anderer -Nationen Polen und Bussen müssen außerdem noch folgende Dokumente beibrihgen : *T ' - Führungszeugnis nebst rokalbehördlicbem Nachweis, daß der Reisende keinen «marchis tischen Gesellschaften angehört, noch sich aufrührerisch unter dem Arbeiterelement betitigt hat, 1 eine behördliche Bescheinigung, aus welcher hervorgeht, ob der Beisende verheftet worden 13t oder Gefängnisstrafen verbüßt hat und Grund dafür. » . * den Nachweis, daß der Reisende Besitzer von mindestens 5ooo . Pesos zum Lebensunterhalt ist (frac. VIII art. >(| ,1c l ev migracion) " und Adressenangäbe von Familienangehörigen und Freunden, ......welche: in Mexiko leben, sowie Adressenangabe von Famiftenmitgliedem und Freunden in der Heimat. j Kmba Nach von Weiße fj.i -4ft&,Ai mm der lebten Zählung hat Kuba 3 5q36i5 Bewohner, «la . Jße î..'i'i2 4o6, Farbige 873 364, Inklassîfjzierte (Avverikaner, Europier, Chinesen und alle dauernd in Kuba ansässigen Fremden)- 377 9*j5. Die Zahl der Juden wurde ( i9*3V auf 8300 geschätzt, davon 3700 sephardische und 55oo aschkenasische ' Juden. Die Hauptorte sind: Havana (58i 115)1 Santiago de Cuba Ttettsi), Camaguev (ßnißi), Cienfuegoe (76 443), Matatpns 64 390). ' . jLr.;. Auf dem Kongreß der nationalen Gesellschaft Kubaner Ins* düstrieller wurde in einer Hesolution, dem Wunsche Ausdruck? gegeben, TÜQ Ein wandering" von Elementen mit einem niedrigeren Niveau als dem der Kubanischen Arbeiterklasse zu untersagen. Die wirtschaftliche Lage Kubas ist hauptsächlich infolge der ' niedrigen Zuckerpreise ungünstig. Die seit geraumer Zeit unbefriedigende wirtschaftliche Lage Kubas hat keine Änderung ■um Besseren erfahren'. Handel und Warenverkehr liegen dart nieder. Von der Auswanderung nach Kuba ist — nach uns vorliegenden JnTormationen — abzuraten, wenn nicht Aufförderungen zur Einwanderung «am Verwandten in Kuba vorhanden sind, die die Vrrantwortiing f 11 r die Etabliarong des.Einwanderers ühernehrnen. Insbesondere ftlr Kalifleute hesteheh kaum Möglichkeitisu, festen Ft|ß im Land« ku fasten. Auswanderungswilhge sollen, S '.. v. " .