Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1928. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1928
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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3,8 Bewaldet sinjiMillionen Quadratmeilen mit V> °.'o Xum:3**kMf,. geeignetem" Holz, die zweitgrößte Holzreserve der Welt. Werte Gebiete) enthalten Mineralschätze; was den Reichtum an Fischerei anbelangt, steht et an zweiter .Stelle. Canada aiaunt >/„ , der "LandfUche der. £rde ein, bildet »,aber nur Vi <*» der Weltbevölkerung. Canada hat, jene aas Vorstehendem hervorgeht, ungeheure Bodenschätze und ein vitales Interesse' daran, sie su entwickeln. Es hat daher auch einen außerordentlichen Menschenbedarf speziell für acker- bautreibende Elemente, da es nur sehr dünn bevölkert ist Es hatte auf a,65g&3o qkm 1t Zählung vom i. Juni 1935 eine Bevölkerung von 9364.300 Einwohnern. 1931 zählte es 136000 Juden. / Einwanderung. Die GesamteinVranderung in den Jahren 1901 bis 1926 betrug 5096183, wovon, über Seehäfen eingewandert, 10337? Juden. Die Zahl der nach Canada vom Jahre ioso an eingewanderten Personen und das Verhältnis der jüdischen Kinwandereaj^zu Jen nicht jüdischen illustriert folgende Tabelle: s' " Gesamtzahl Juden (über Prozentsatz- ' 'Seehäfen) der Joden. 193p 11*7 336 r— Il6 .0509 1531 i48 477 3 763 ia •9»» 89009 8 4o4. i»î 1933, 7a 887 ' s 793 19M i&tf56o 4 a55 1936 m 3*3— 4 459 1936 96064 ' 3 587 3,7 . -t--'* ■■^*&lr.- :-- . t*?\ v. - . " Einwanderungspolitik. _i Canada beschränkt die Zulassung von Einwanderern nach Möglichkeit auf Kategorien, die zur Hebung der Landwirtschaft direkt oder indirekt beitragen können. Es werden' Fanner, landwirtschaftliche Arbeiter, weibliche Dienstboten und außerdem Angehörige bestimmten Grades von Personen, die in Canada bereit«, seßhaft sind, zugelassen. Es liegt seiner ganzen Einwanderungspolitik ein selektives Moment zugrunde, das allerdings zurücktritt gegenüber dem Bedarf an Menschen und Kapital zur Entwicklung des Landes! s Erst vor kurzem erklärte der Minister für Einwanderungswesen die. Durchführung eines proportionalen Systems nach dem Vorbilde der Vereinigten Staaten wire für Canada nicht ■ angingig, doch sei -er bestrebt, die Einwanderung aus England 10 fördern und den Zustrom europäischer Kolonisten einzudämmen. Bei der großen Wichtigkeit, die die Praxis der canadischen Regierung bezüglich Einwanderung für die Juden hat. seien . nachfolgende Ausführungen aus dem erwähnten Büch .Population Problems'' und femer der Times Weekley vom 32. Dezember 1937 auszugsweise wiedergegeben, da aus ihnen die Bedürfnisse des Landes, die Tendenzen dec selektiven canadischen Einwanderungspolitik und ihr prinzipieller Unterschied gegenüber der Restriktionspolitik .der Vereinigten Staaten sehr klar hervorgehen, und überdies sehr wertvolle Hinweise für Immigranten in ihnen enthalten sind. „Die Vereinigten S I aa t e n haben eine Qu o fe -aufgestellt. Gleichviel wie wünschenswert ein Individuum einer gegebcAn Nationalität Iii ein zukünftiger Bürger sein mag, kann et nach Erschöpfung der Quote nicht in du Land kommen. Im Gegensätx dazu ist Canada 1 restriktive Politik nicht zahlenmäßig oder quantitativ, sondern qualitativ, basiert aaf Beschäftigung iznd allgemeine Eignung,' lautere sehSttverstindlic.il in gewissem Grade nach dem Ucsprungslande j bemessen. Wir , wünschen nur Landwirte mit Kapital, Fannarbeiter .und Dienst; boten, aber wir lassen auch gewisse Andere Klassen Zu, so Frauen und abhängige Angehörige, wenn sie gesund sind, von Personen, die gesetzlich in Canada wohnen. Bürger der Vereinigten Staaten, nach deren ' Arbeit eine Nachfrage besteht, Briten von verschiedenen Teilen dee britischen Reiches, die genugende Mittel' haben, sich tu erhalten,, bis sie Beschäftigung finden. So besteht auch keine Emraisebeschrlnkung fur Schweden" 1. B. als solchen, Orientalen-jedoch schließen wir fast sus und Sikl- und Südost-Europaer weiden streng'geprüft, (population Problems".) < . - j5 Times Wi ckle»: In den Jahren unmittelbar vor und seit dem Kriege ist da* Verhältnis von Einwanderern nach Canada aus anderen europäischen Landern sis Grofibritarmien ständig im Warnten und aegenWlrtig ist die Zahl ' der Immigranten aus anderen Landern als (•rofibfilannien beträchtlich, größeres Ii die aus Großbritannien An vielen Stellen in Canada herrscht große Beunruhigung Ober diesen Leberschaß Es ist klar, daß a* unmöglich und unerwünscht •ein wurde, sich auf eine Politik eia ta lassen, die darauf ausgeht, Aetiedjer dieser andere? Lander auszuschließen, jtjtf doch, gm den Osarakt 4 t 1er und das Niveau das Landes zu bewahren, ist es absolut notwendig, das Verhältnis britischer Ansiedler aufrechtzuerhalten. Ansiedler, aus andere« Landern^ namantlich solchen, die rückständig sind, sollten einen beträchtlichen Sauerteig britischer Ansiedler in ihrer Mitte haben. Gewisse Siedtertypen sind willkommener in Canada alt ander«, und man hat in der Praxis ^gefunden, daß Ansiedler der nordische« eu römischen Länder viel nützlicher«, und bettelt) Arbeiter lind und mit größerer Wahrscncinliclikeit dsuernd in dem Lande heimische, nützliche und loyale Burger werden als die aus dem- Sudan ... Viele, welche die Frage gründlichstudiert haben, schlagen vor, Einwanderung nach Canada hauptsächlich auf die teutonischen und skandinavischen Hattet) >u beschranken. Die Zeit für eine scharfe Beschränkung vest Zahl und Art von Immigranten ist jedoch Vaum gekommen, und das gegenwärtig* Problem ist vielmehr, immer mehr Menschen zu beschaffen und diet 10 schneit wie möglich. Canada braucht am allermeisten Fannarbeiter und -Frauen für hlutliohon Dienst. Zu häufig hat man gefunden, daß der Siedler nur eine sehr kurze Zeit auf der Farjrs, geblieben—ist, er ist dann in die Stadt geraten, wo nicht immer Arbeit zu haben ist, und wo besondert in den Wintermonaten oft eine große Zahl Arbeitsloser sich befindet, infolge des Schlusses der Saison-Farmarbeit. ' Der Einwanderer muß bereit sein, zu boren und zu lernen und alles -*u tun, trat von ihm verlangt wird. Die falschen Ideen von ßpezialisation und Facharbeit.. . .. sind von wenig Nutzen in Ganada, und der Einwanderer, .der bereit ist, jede Arbeit zu unternehmen, die sich ihm bietet und sein Bestes dabei zu tun, wird sehr bald in Canada Erfolg haben. — -:-- ✓ Einwanderungsbestimmungen. V :-! Die Einwanderung deutscher Staatsangehöriger nach. Canada ist seit -vorigem Jahr , freigegeben worden. Wir haben über die Aufhebung der canadischen Einreisebeschränkungen für Deutsche bereits in unserem Korrespondenzblatt vom März/April 19»^ berichtet Es ist nach Verhandlungen mit den canadischen Behörden zu der Praxis übergegangen worden, daß die deutschen Juden jetzt-mit gleichem Maße gernessen werden, natürlich müssen sie den allgemeinen Einwanderurigsbedingungen entsprechen. - Die nachstehenden Einzeiseliettimmungcn — einem Prospekt, des Norddeutschen Lloyd entnommen — finden bei Staatsangehörigen folgender Lander Anwendung: Deutschland, Schweiz,-Frankreich, Belgian, Holland und skandinavische. Linder. ■ „ , < <^ Nachdem Deutschland in die Reihe der sogenannten bevorzugten Lander aufgenommen itt, können -Reichsdeutsche-aller Berufe, auch Laadarbeiter,.jederzeit nach Canada einwandern. Entsprechend der Jahreszeit und der dadurch bedingten Nachfrage nach Arbeitskräften genügt for ledige Männer außer dem See passage-Bet rage und dem canadischen Eisenhahnfahrpreis bis. zum endgültigen Bestimmungsort in Canada der Besitz von 100.— bit f i5o — bei der Landuni; Familien müssen entsprechend der Koptzahl im' Besitze eine* höheren Geldbetrages sein. V- ' Alleinreitende Landarbeiter, die in den Frühiahrsmonaten - Mira, April bis spätestens |. Mai oder aber in den Erntemonaten Juli/August in Canada eintreffen, benötigen außer dem Seepttsaai Bringe und dam Eisjhhahtifshrpreise von Halifax nach Winnipeg in Höhe von $ a5.— noch dsn Besitz einet weiteren Betrage* von % a5.— bei der Landung*, sofern ihnen" eine Stellung in der Landwirtschaft' nachgewiesen wird. .1 Landarbeiter-Familien, die zu den gleichen' Tarminen in Canada landen, müssen außer dem Seepassagt-Betrage und der Eisenbahnfahrt mindestens $ i5o.— in Händen haben. Für Passagiere, die tu Verwandten' r*it*n;< und f ür w e ib 1 ic h e.H a u sa ngc s t c 111 e, die sich im voraus eine Arbeitsstelle sicherten Jond dieses durch Originalbriefe bzw. Arbeitsverträge nachweisen'können, wird neben der Fahrkarte, bit zum Bestimmungsort ein Geldbetrag in Höh* von f s&— pr» Kopf als ausreichend erachtet. Hierbei itt zu bemerken, daß A 11 e i n r e i tende junge Mldrhen und junge Laufe unter 31 Jahren zwei beglaubigte SchriftttOcke ihrer Eltern bzw. ihres Vormunde* vorlegen müssen, aus welchen hervorgeht, daß diese nichts gegen ihr* Auswanderung -einzuwenden haben. > Frauen und- Kinder von in Canada ansässigen Perionen können ebenfalls jederzeit nach Canada einwandern, sofern der schriftliche .Nachweis -erbracht wird, daß dar "Ehemann bzw. der .Vater gesetzmäßig eingewandert ist. Fallt uns die betreffenden Familicnuiitglinder mitteilen, mit' .welchem Dampfer (Jahr und Tag) die Ausreise des Familienoberhauptes erfolgte, und wir gern bereit, die erforderlichen Unterlagen zu beachtffen. An Frauen, die n\ i n d e'r j ährig* Kinderln Deutschland zurücklassen, wird dat. Visum nur erteilt, wenn vorher ein« besondere Einraiteerlaubnis eingeholt itt. Es sind jetzt rariadische Regiafuagsärzte dem Einwanderungskommissar bejfliflrdnel, denen srchcThp Einwanderer zur Untersuchung stellen müssen. Die Untersuchung bei der Lantg fllll infolgt des Amtierens dieser tanidisehen Aerate in Auswanderungsländern ''fort. Bei dieser. Lintertuchuo^;'• ' ' S 'i ■'. _'-—^ U-J ■ -, t\ - ' Jk- ■ <,>■. : :;'V-»; ■'■ . ' t I \- . ./ "iv 1 It 1 . ' -« ' I ' .1 I •«»•