Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1927
- Issue
- März/April (1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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.Australien ist du dOnnstbevöUctrt« Land in der, zivilisierten Welt; wanrend «ein Gebiet fut dem der Vereinigten Stuten entspricht, zahlt es t MV 1.96 Personen pro Quadrtüneile gegenüber U,g3 Personen in Amerika. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt in Tten Provimen Victoria und Neusüdwales, der Sudostecke Australiens und die Städte Sydney und - Melbourne schließen ein Drittel .der ganzen Bevölkerung in »ich. Die ganze angebaute Flache ist weniger als 1*/» des Landes, obwohl nach einer Schätzung von Professor Griffith Taylor 1 ■ «a Ackerbauland für dichte Besiedlung durch Weiße und weitere Sft-tÖr tropischen Ariertau und nahrsu (as/t für Weideswecke nutsbar su machen sind. Mit SchiffigesellKuafton jsj Australien wohl versehen. i5 brij tische und 8 'ausländische Linien verkehren regelmäßig zwischen Australien und anderen Teilen der Welt. Für Küstenfahrt ist eine treffliche und sehr entwicklungsfähige Flotte vorhanden. -- Ausilchten für bestimmte Berufe. Nach speziellen Erkundigungen, die wir eingezogen haben, bietet du Land fremdländischen Angehörigen freier Berufe generell keine Aussichten. Die Antrage erstreckte sich auf Elektrotechniker, Bauingenieure. Maschineningenieure. Agronomen, Chemiker, Mediziner und Architekten. « Die australischen Universitäten bilden mehr Kräfte aus, als notwendig "und Zum Schlitze vor Konkurrenz ist Angehörigen bestimmter freier Berufe du Praktizieren in Australien verböten, wie Medizinern, Apothekern und anderen. 7" _r ■ AajWhnrige anderer freier Berufe nahen auch wenig Chance im Wettbewcfts mit Männern aus Australien oder suf englischen Universitäten Ausgebildete!?; Auch der 'Weg, sich erneuten Prüfungen in Australien zu. unterziehen, ist äußerst schwierig, er ist nach Ansicht unseres Gewahrsmannes Verschwendung von Zeit und Geld. _ Neue Möglichkeiten für Angehörig* bestimmter freier Berufe *" kffnucn swh nach uns gemachten Mitteilung«»-ergeben, wenn ein Unternehmen .großen Stils von ausländischer Seite, bezüglich dessen zurzeit Verhandlungen schweben, realisiert werden kann. v Australien braucht am meisten gelernte Arbeiter. —- . - Einer offiziellen Auskunft ist das folgende entnosnraen: Mit Aus- — nähme russischer Staatsangehöriger wird spezieile Genehmigung zum Kommen nach Australien seitens des dortigen Home and Territorial Department nicht verlangt bei Personen, die• folgenden Bedingungen" genügen:;. . \ •'• -i. a) Gesundheit und gute Führung. b) Wenn nicht die Gefahr vorliegt, daß sie der Öffentlichkeit zur Last fallen wegen ungenügender UnterrhaltarnitteL oder aus einem - andern Grunde. , __» . ■>.. Anmerkung: Es wird gefordert, daß jener erwachsene Fremde, der in Australien ankommt, d. h. Personen.im Alter von 18 Jahren oder darüber, im Besitze von mindestens £ 4o -Landungsgeld ist. wenn er nicht die Landuagserieuhnis besitzt oder eine andere offi- 1 zieile Ermächtigung vorliegt, aus der hervorgeht, daß die Erlaubnis zum Betreten Australiens speziell erteilt ist. c) Besitz eines gültigen Passes oder Personalausweises (certificate of identity) Von einem britischen Konsul ordnungsgemäß visiert, ausgenommen in Fallen, wo Visaerfordernisse gemäß einem gegenseitigen Einverständnis erlassen sind, wobei Australien einer der [ vertragschließenden Teile ist. ' Anmerkung: Der Erlaß der Visaerfordernisse findet" Anwen- 1 'dung'bei A "gehörigen von Frankreich^ Italien, Schweiz, Liechlen- \ y stein, Norwegen, Schweden, Dänemark und Belgien. Aus Sektion III Abutz s des „Immigration Act" iqoi bis tos 5 geht hervor, daß Immigranten das Betreten Australiens verwehrt werden kann, wenn sie sich nicht einer Diktatprüfung bei einem Einwände rungsbeamteu unterziehen. —Es ist dazd zu bemerken, daß es üblich ist. diese Maßnahme . nur im Falls nichteuropaiacher Immigranten zum ZweeSä^Ihrer Ausschließung anzuwenden, T "^'g, ■" Verbindung mit "der White Australia-Politik. Obgleich nicht die. Praxis besteht, die Diktatprob« bei Ehzupaean hei ihrer Ankunft in Australien anzuwenden, so wird darauf hingewiesen, daß in Anbetracht der Tatsache, daß etwa 08°/«, der Bevölkerung Briten sind und nur englisch sprechen, die Kenntnis dieser Sprache/einen sehr wertvollen Besitz für jeden lrnnügrauonswilligen bildet, \>b er nun Angehöriger freier Berufe, oder anderer* Klassen ist. — , - Die Kenntnis der englischen Sprache ist von besonderer Wichtigkeit für diejenigen, die in Australien keinen Anhalt bei Verwandten oder 'Freunden haben, die für Unterhalt bürgen, und die nicht genügend Mittel fr Installierung haben. Für die englischen Konsulale im Auslande, die das Visum nach Australien erteilen, sind Faktoren von aussohlag-' 'gebender'Bedeutung: der Besitz von Mitteln, ob der Einwanderer von Verwandten gerufen wird, und'ob er der englischen Sprache machtig ist. Organisation lies HflfsVereins der Deutschen Juden, ■ Fürsorgestellen. .Berlin: 1. fentr.jilhflrtr.dea Hillsvereint der Deutschen Juden für jüdische AuswanderungMngelegenheiten,Steglitzer Str. u, Telegrammadresse: ..Zedakah' , Berlin. f. Jüdischer Bahnhoffdienst. Sehlesischer Bahnhof, Durcb- ' w;indererhalle. ' Von den Beamten des Bahnhofsdienstes werden zugleich andere Bahnhofe überwacht. ~ . V_ Hamburg; Zentralbüro für jüdische Auswanderizogsarigelegenheiten, Abtlg. Hamburg, Ferdinandsir. i'i> Telegranunadrezae: ,,Zedakah", Hamburg. Bremen: Zentralbüro für jüdische Atiswanderungsa'ngelegenheiten, Abtlg. Bremen. Adresse: B. Galatzer, Philosophen weg 1. Zeitweilige Ausübung der Auswandererfürsorge im Büro der Bremer Synagogengemeinde. Eydtkuhnen: . . Herr 5. Woltschanski. «• •' ' . •" r* •. v Königsberg (Pf.): Herr kchrer -M. "Hoffmann, Kottelstr. 11. Lyc* Herr Moritz Hirschfeldt. Stentsch: r" ' (Deutscbrpolnische' Grenze); wird ständig kontrolliert < -durch Herrn Kantor Lewin, Scbwiebus. Osnabrück: Herr Rabbiner Dr. Krakauer, Zentralstelle für jüdische Wohlfahrtspflege, Barfüßerkloster_ >. - ..• - , Frau Sara Trank; Krahnstr. 35". ' . " Für: Durchwanderer wird Fürsorge auf dem .Bahnhof . Vt*"0^ £ Bentheim (Wesfgrenze):!£r ' Herren Iwan und Egon Neter, Adresse: Kaufhaus Neter. ■ »/ ■ ■ » ' ■ . -; . •: ■. > ■'- . - \ Memel (Litauen): - - — . - Herr G. Miliner. a . ■ . . ■■ . ■. •■•>-*..•) ' .- - ..- ■" .' .• Oderberg (Tschechoslowakei): Herr J- Glaser. . \ _.. '■ Zur Regelung der Emigrations-Fürsorge haben sich die drei Gesellschaften * , , Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America (llias), Ji'wish Colaniufion Association (|CA) und Vereinig- 1 ' tes Komitee für jüdische Auswanderung (Emigdirect) zu einer Enitgratinns-Vereinigung IJias-lCA-Em'igdirect (HICEM) zusammengeschlossen, deren Tätigkeit sich* aufdie Auswaadeningslander in Osteuropa und die Einwanderungsländer erstreckt. Eine Anzajil ausländischer Komitees, die wir früher an dieser Stelle angeführt haben, geht in die nein- Vereinigung Hias-ICA- Emigdirect auf. «•' . ■ \ Der Ililfsvrrein übt nach wie vor als selbständige Organisation" stiue .bisherige Tätigkeit innerhalb Deutschlands aus, in freundschaftlichem Zusammenarbeiten mit der neuen Vereinigung, .wie dies im Interesse der Sache zur Erreichung de? gemeinsamen Zieles liegt, den Emigranten, soweit möglich, förderlich zu sein.. " ' . ., 'i . -; . \, -Ji—r-rn