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Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden · 1924-12-01 · Dezember (1924) · p. [Seite]

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Journal
Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
Volume
1924
Issue
Dezember (1924)
Date
1924-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Verschiedene« ' Höchstgewicht von Handgepäck bei der Deutschen Reichsbahn.- -—*' T--- —-- - - r—-- - " \* " Zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten für Auswanderer, die großes Gepäck mit sich -führen, sei darauf hingewiesen, daß für Ji a n d ge p ä c k , für welches bisher eine Gewichtsgrenze und Gewichtsprüfung nicht bestand, seitens der deutschen Bahnverwaltung jetzt-für die erste bis dritte Klasse ein Höchstgewicht von 25 kg vorgeschrieben ist, für die vierte Klasse ein Gesamtgewicht von 50 kg. Handgepäckstücke von mehr als bzw.' 50 kg Einzelgewicht werden, auch» wenn mehrere Personen zusammen reisen, nicht zugelassen. In den Abteilen der Personenwagen vorgefundenes unzulässiges Handgepäck sowie vosgefündene unzulässige Gegen- ' stände werden; in den Gepäckwagen gebracht-und ^iöYt-bis -zur endgültigen Abfertigung verwahrt. Für diese Gegenstände wird von^ der -Station ab, auf der der Reisende zugestiegen äst', und7 wenn die Zugangsstation nicht sofort unzweifelhaft nachgewiesen wird, von der Ausgangsstation des Zuges ab, je nach Art des Gutes die Gepäck- oder 'Expreßgiitfracht mit ' einem Zuschlag von 10 Goldmark, jedoch nicht mehr als die. doppelte Fracht, 'erhoben. >; ^-fo&dggder Einwandet ungseinschränl(ungeii in einigen großen überseeischen' Ländern, namentlich .den--Vereinigten Staaten und Canada, ist Vielen die Auswanderung dorthin unmögliclugewordcn. An solche, an der Ausreise behinderte Emigranten ^treten jetzt mehr denn je Personen heran, die ihnen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gegen Zahlung ganz unverhältnismäßig' hoher Summen anbieten, ihnen die Einreise zu ermöglichen, Visen zu beschaffen usw. ■ Diese Ausbeuter treiben ihr Handwerk in den verschiedensten Orten: in wichtigen Zentren der Auswanderungsländer, z. B. Warschau und <Kowno, an den deutschen Grenzen, m . den Grenzprovinzen, in deutschen Städten, Berlin und der Provinz, wie in den Hafenplätzen. Auch gibt es Agenten von . Schiffslinien, die ihre Stellung mißbrauchen, um Auswanderer auszubeuten. Die Schuldigen zur Verantwortung zu'ziehen, ist deshalb besonders-schwer, weil sie sich zum Teil falsche ' Namen beilegen' und nicht polizeilich gemeldet -sind. ~> Diese betrügerischen Personen versehen die Auswanderungswilligen mit falschen Papieren, falschen Visen oder verleiten die Emigranten zu falschen Angaben, um v*:°fli' •" erlangen. Sie locken die oft leichtgläubigen und unerfahrenen Emigranten, insbesondere auch Frauen und Mädchen, aus ihrer Heimat fort und halten sie lange im Ungewissen, um ihnen möglichst viel Geld abzunehmen. Sie vertrösten sie, wenn/ sie ihr Versprechen "nicht halten können, immer wieder und wieder. ' ' . Die Regel /ist, daß die unglücklichen Emigranten nach einer qualvollen, vergeblichen Wartezeit, hl welcher sie ihre .ganzen Geldreserven aufgebraucht haben, völlig mittellös daitelien^-entweder-fern von «ihrer Heimat fremde Hilfe in Art- ■ spruch nehmen oder nach ihrer Heimat in viel schlimmerer Lage als zuvor zurückkehren müssen. Sie haben meistens alles, was sie besaßen — Hausrat, entbehrliche Garderobe usw. — zu Geld gemacht und die von Verwandten für Reise und Schiffskarten gesandten Gelder nutzlos verbraucht. Versuche, .. ihiCGtM »"ieder zu erlangen,, sind meist vergeblich, besonders >■ Xenn die Emigranten 6icjtjhljch.dieAusbeuter zu unrichtigen «gaben haben verleiten" Hassen; dann scheuen 'sich die atfer meist, die Angelegenheit weiter zu verfolgen,' er, .wenn sie es tun, vermögen sie die Sachlage oft nicht zu durchschauen, können nicht genügend konkrete Angeben machen oder verwickeln sich in Widersprüche. Die Betrüger 'sind darum selten zu fassen, und weil sie damit rechnen, weisen sie unbarmherzig alle noch so berechtigten Ansprüche zurück. T Selbst falls es : den Ausbeutern durch irgendwelche , Machenschaften gelungen ist, Visen zu beschaffen, ist noch keineswegs die Ausreise der Emigranten nach Übersee gesichert, da die Schiffsgesellschaften, wenn irgendwelche Zweifel besteheil, vorher erst in, dein Einwanderungslande wegen der - Aussichten atf Zulassung, der ^Auswanderer Rückfrage halten und bei'negativem Bescheid*die Emigranten trotz ihres > Visums zurückweisen. geben »ibft zu diesem Zwecke nach einem Hafenplatz und. geraten dabei häufig . aii' gewissenlose Schwindler, die angeben, gute Beziehungen zur Dampfermannbchafi zu «tarbeif und. sich verpflichten, gegen Bezahlung von 300—300 Dollar - die gewüiwhte-ÜbeTfahrtsgclegcTiheit zu verschaffco.. .Es,-gelingt-ihuei}-auch zumeist, eine Anzahlung'von 50—loa Dollar zu erlangen (der Rest soll erst an Bord bezahlt werden) und die Leute mit* Hilfe sogenannter Besuchskarten aufs Sthiff zu bringen. rBei der scharfen Kontrolle jedoch werden die Schwarzfahrer meistens bald entdeckt und ans Land gesetzt!, wo sieder Polizei übergeben werden. Leider gelingt es nur' in den-seltensten Fällen, die Betrüger, die sich inzw ischen aus 5 dem Staube gemacht haben, zu entdecken und_zu belangen. Die Schwindler und" ihre HdfersherfeY haben zumeist ihren Wohnjitz im Innertt des 'Landes wie" Berltn,~""fcejpzig und < wechseln--häufig den Schauplatz ihrer^uii^snrberen^GescfiäfttJ^ ---Ju-allen Fällen, wo Auswanderer solchent. Schwindlernf in die Hände fallen^ ist ihnen'aufs allerdringendste zu'raten«, -■ich an die in Betracht kommenden jüdischen lokalen Wohl-" fahrt so rganisationen zu wenden: ' Der Hilfs verein der d e u t s c h eJi^Xu-d-e-iL, _der_ das Agentenunwesen zu verfolgen .nicht' nachläßt, iststets bereit, in Fallen, die ihm zur Kenntnis gebracht werden, seine Mithilfe au-leihe«. r Zum Schutze der Emigranten hat er seine Organisation ander deutschen-Grenzc erweitert. r * Emigrations-Komitees, _ Nachstehend geben wir eine Anzahl Adressen von Komitees in Europa und überseeischen Ländern an, mit-denen wir ."in der Auswandererfürsorge zusammenarbeiten. 1» Europa. " " Amsterdam: Hachnosas Ourechiem,' Weespcrstraat 2. > Antwerpen: Ezra, Longue Rue d'Argile 155. Bukarest: Emigrationsbureau der Jewish Colonizat ' Association/Str.' Sewastopol 34. - Bukarest: Jfebrey Sheltering Immigrant Aid Society.*' (Hias) Splajül C. A. Rosetti 9 a. f- ' Danzig: Emigrat ionscornitc. der Jewish Colonization Association, Stadtgraben 5." 1" " . .. . Zentralstelle für allgemeine jüdische Hilfe. Reitbahn Tffi3. Kischinew: Emigrationsbureau der Jewish 'Coionization Association, Strada Harlampi 52. - Konstantinopel: Emigrationsbureau der Jewish Coionization Association, Schachspvar 48 (Boite postale Otto- 1 mane 226). ', , Kowno: Hebrew Sheltering Immigrant and Aid -Society , „HIAS"XsMsv_es Aleja 25. . Libau: Hebrew' Sheltering Immigrant*and Aid Society<~ ^JÄ^' iiehi^ Je»-247-^— - Liverpool: Transmigrant's Aid Committee, *5 Oxford Street. London; JewVTemnöraTy-'Shelter, 82 Leman Street. , London: Jewish. Association for thtf Protection of Girls and Women. 59 Mansell. Street. Aldgate-London E. 1. Manchester; Jewish Socfety for Ihe Protection of Girls and .Women. Frankenburg Hoüse. 184 Cheethain - .: Hill. Road. Paris: Jewish Coionization Association; Rile Pasouier 2". Rigat-Council of kwish Women, Jatobstr, 38, Zimmer t Riga: Hebrew Sheltering Immigrant and fifä SocTkfr1-"1- „HIAS", Kaufstr. 22. , > ----" ' i ^Rotterdam" Montefiore-Vereeuiging, Westzeetfijk 23$. Triest: Comitato Itaüano di Assistenza agli Emigranti F.hreL' Via del Monte N 7. . Warschau: Emigrationsbureau des polnischen Comites der Jewish Coionization' Assoziation, Senatorska 29/66 (Galerja Luxemburga). Warschau: Jewish Central Emigration Association (JEAS), Muranowska 34. Amerika. Kanada. Montreal: Jewish Coionization Association, Canadjai Committee, 410 BJeury Street. ■ Montreal: Jewish" Immigration. Aid-Society of Canada vNa^ 7^5. NotrejDame Street West. — ltf —

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