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Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden · 1924-04-01 · April (1924) · p. [Seite]

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Journal
Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
Volume
1924
Issue
April (1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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…/4920222-6348828-6349409--074-4920263
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Weicht Entscheidung Bezüglich der neuen Einwanderuii^fcimtotngegajyfällw wird — ob" die' Johnson-Vorlage" aqg*nomi«n~wird7 o*>r das alte Gesetz Leiter in Kraft bleibt, ■e oder n$»ch eine andere iLösung^erfolgt —, ist zurzeit noch nicht :- vorauszusagen. Von ausläncUschen Regierungen Wie. auch Vom' amerikanischen Staatssekretär Hughes' sind gegen grundlegende Bestimmungen der Johnson-Bill Einwendungen jfenucht worden. , y ••. * Im Falle der Annahme der Johnson-Bill kann wegen der Bevorrechtigung der Verwandten von amerikanischen Bürgern mit einem stark vermehrten Trieb» der ausländischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten, zur Naturalisation zu schreiten,' gerechnet werden.r , In diesem Zusammenhange sind einige'Ziffern über die Naturalisationsbewegung im ^vergangenen Jahre, die Jn einem Bericht der Naturalisationskr>n!imiSsion gegeben ^werden, von großem Interesse. "T . , Besonders bemerkenswert sind die Angaben bezüglich der Naturalisationsbestrebungen der Frauen, deren rechtliche Stellung durch -das. Cablegesetz — das wir in der vorigen Nummer unseres Korrespondenzblattes, zum Abdruck brachten eine grundlegende Änderung erfahren hat. Während des Jahres 1923,wurden*-zum amerikanischen Bürgerrecht 145084 Personen zugelassen, wovonT24 874 aus Italien waren, 22 621 aus Polen, 17 190 aus Rußland, 16953 aus. Großbritannien und Besitzungen (außer Kanada), 12064 aus Deutschland und der Rest aus kleineren Ländern nebst ihren . -Besitzungen. .■ ~ t _ Der Bericht zeigt, daß 24 884 -Personen aus verschiedenen Gründen abgelehnt oder zurückgewiesen wurden,, vop denen die meisten, in Zukunft vermieden werden.können. Nach Ansicht des zuständige« 'Kommissars soll bei- Anwendung des kürzlich angenommenen Planes zur Vereinfachung des administrativen Verfahrens ein Kontakt zwischen der prüfenden Naturarisationsbehörde und dem sich um die Naturalisation Bewerbenden1, hergestellt werden, bevor ein Naturalisationsgesuch eingereicht wird, anstatt wie bisher üblich, nachher. Der Bericht zeigt auch,-4a& 22 200 Erklärungen ,der Absicht, Bürger zu werden (declärations of intention), von Frauen gemäß der Cablealtte vom 22. September 1923 eingereicht wur- . den, welche Frauen getrenntes Bürgerrecht jgewährte; Das Gesetz, welcfies unabhängige Naturalisation undunabhängiges Bürgerrecht für verhei/atete Frauen vorsieht, hat zur Ausbreitung von Frauenklassen im ganzen Lande geführt. - Statistiken. ■ die nach der Vorbereitung des Berichtes aufgenommen wurden, zeigen, daß in den öffentlichen Schulklassen für erwachsene Immigranten 35% Frauen sich durchschnittlich unter den annähernd 250 000 Teilnehmern, die im Jahre 1923 eingeschrieben sein sollen, befanden." — . .• . , Generell ist fei bemerken, daß Personen, weIchen>SteHtHigen in de* Vereinigten^ Staaten vor ihrer Einwanderung zugesichert wurden, nicht zugelassen werben, da dies gegen die „allen contract labpr" Clause) verstößt/ ' $ '■ 1 " * ' ' . ' -vi B urgeir rechts st an d VüjO-JCi ndern, die in._den Vereinigten Staaten geboren sind: Einer uns von amtlicher amerikanischer Seite in Deutsch; land zugegangenen Information entnehmen wir folgendes: ,,Nach amerikanischem Rfrht sind alle in den Vereinigten Staaten geborenen Personen amerikanische Bürger. Hierdurch erwirkt ein Kind von Auslandern jedoch, hauptsächlich von solchen, die in ihr Geburtsland zurückgekehrt sind, sozusagen doppelte Nationalität, da das Geburtsland des Vaters l das Kind aller WahrscheinlicftKett nach als z. B. von deutschen - Eltern im Auslande geboren betrachten w.ürde. Solche Kinder ' können jedoch eine Erklärung darüber abgeben, ob sie beab- ~~ sichtigen, ihre amerikanische Staatsangehörigkeit beizubehalten, sobald sie majorenn .werden, oder sie könnten einen-Antrag'auf Registrierung als amerikanische Bürger oder auf Erteilung eines amerikanischen jfSsses zur Rückkehr nach den-> -Vereinigten Staaten einreichen. -• Adoptivkinder: ' - Die Einwanderungsbehörde pflegt, wie wir hören, von amerikanischen Bürgern adoptierte Kinder, die vor der Einschiffung zu eigen angekommen worden sind, und die zu ihren Pflegeeltern reisen, äts von der Quote ausgenommen zu betrachten, wenngleich nach' Entscheidung der zuständigen Rechtsabtsilung durch die Adoptierung nicht die Rechte eines amerikartisCfteif Bürgers erworben sind und somit Adoptivkinder nicht von der Quote ausgenommen sein sollten. Die Ausnahme von Geistlichen, Artisten, Lehrern von den Quotenbestimmungen gemäß dem gegenwärtig bestehenden Gesetz ist, auf Grund zurzeit in Kraft befindlicher Gerichtsurteile, auch auf deren Frauen und Kinder unter 16 Jahren, die in ihrer Begleitung reisen oder ihnen folgen, erstreckt. , •*» - ■« ""' .• . . IWir,wollen auch Jetzt-wiederum nicht unterlassen, dringend vor" dem Versuche zu warnen, ohne das erforderliche amerikanische Visum über Nachbarländer (Kanada, Mexiko, Kuba usw.) nach den Vereinigten Staaten zu gelangen.' Nach dem geltenden Immigrationsgesetz vom 11. Mai 1922 ist eine legale Einwanderung aus diesen Ländern nach den Vereinigten Staaten erst'nach' einem der Einwanderung unmittelbar vorausgehenden, ununterbrochenen . fünfjährigen Aufenthalt in < jenen Nachbarländern zulässig; '^Nachstehend ^Bringen wir einige kurze wissenswerte Mitteilungen über wirtschaftliche Verhältnisse, Einwanderungs-\ j fragen, Berufsausübung in den Vereinigten Staaten. Einem uns zugegangenen Rerieht aus New-York - cittj nehmen wir, daß der .Beschäftigungsstand in den Vereinigten Staaten gegenwärtig als normal bezeichnet werden kann. J— Es herrscht große Nachfrage im Lande nach Personen, die schwere Handarbeit verrichten. Das .Feld für freic_Berufe ' ist ziemlich begrenzt, besonders injjStaat 'New-York "~ E u r^TfirWch ej u r fs~t e n : *" < - Europäische Juristen können,. wie man uns schreibt, in 27 Staaten der-Vereinigten Staaten nicht praktizieren, weiLdM" amerikanische Bürgerrecht aazu erforderlich ist. In einigen Staaten sind :nnr die first papers '(declaration 'of intention) zum Praktizieren notwendig, in anderen genügen Kenntnis des amerikanischen Rechts und Beherrschung der englischen Sprache zur Zulassung zur' Anw-altsprüfung. Um amerikanischer Bürger zu werden, muß e^in Ausländ« mindeste^ ,5 Jahre in den Vereinigten Staaten wohnen. Arzte: 'i Arzte, die im- Staat New-York zu praktizieren wünschen, müssen zuvor amerikanische Bürger werden Und eine spezielle Lizenzprüfung bestehen, zu der sie nur nach, erlangtem Bürgerrecht zugelassen werden. In den meisten anderen Staaten der Vereinigten Staaten können sie, wenn \sie' im Besitz der nötigen Fachkenntnisse und mit der englischen . Sprache vertraut sind, zur Lizenzprüfung zugelassen wefderi. ' Zahnärzte: f~ Zahnärzte können.zum Praktizieren auch ohne Bürger au «ein zugelassen -werden, aber auch sie müssen eine Lizenzprüfungr bestehen. Süd-Amerika. ' .Argentinien. _ ■'. j 1 Die argentinische Einwanderungsbehörde -hat den argen- - tinischen Konsuln Instruktionen zukommen fassen, die für visierang weitergehende Prüfung als Bisher vorsdiieiben. —■ Prüfung seitens der. Konsuln soll sich nicht hur auf die Ausweispapiere, sondern auch auf die Personen selbst erstrecken und auc4*-unfer selektive" Gesichtspunkten'erfolgen. Die Einwanderer sollen von den Konsuln nicht nur daraufhin angesehen werden, ob die Papiere in Ordnung sind und die Einwanderer den Bestimmungen (des argentinischen Immigrationsgesetzes in moralischer und physischer Hinsicht entsprechen, sondern es soll auch ihre wirtschaftliche Qualifikation für das Land berücksichtigt wenden, ■' ■ "> . , Es wird dabei von dem Grundsatz ausgegangen, daß Arbeitskräfte für^Södfcjiinerwünscht sind. Infolge schwerer wirtschaftlicher 'Depression herrscht eine weitgreifende Ar* beitslosigkeit. Auf dem Lande bietet sich namentlich z. Z. der Ernte-Arbeit.' In Argentinien beginnt der Frühling im August, Jer Sommer im November, detiHerbsf im März1, die kühlsten fonate sind Juni und tuli. ' r!.*;"' *? l l Für Verheiratete mit Familie liegen ' die Verhältnisse', natürlich besonders schwer. 'Die Landessprache, deren Kenntnis eine wesentliche Vorbedingung für Vorwärtskommen-ist, ist spanisch. S Im'Hinblick' auf die Einwanderung jüdischer . A c-k e r -1 b a u e r nach Argentinien sind die folgenden Informationen von Interesse. In der Kötöme. BARON HTRSCH, welche die lEWISH^ COLONIZATION ASSOCIATION OCA) in " der Provinz BUENOS AIRES besitzt, nod die ungefähr 4000 Personen zahlt] sind während der letutcn Monate 14 Immigranten-Familien auf „auintas" (kleinen Besitzungen) installiert _ worden. Diese, Immigranten decken aus ihrenyj,quintas" ihre'ii- Redürfnlsse,.arbeiten aber aueh-nech bei Kolonisten, die schon > installiert sifcd, und diejenigen--von «ihnen, die Fuhrwerk" be- \ sitzen, verdienen jetzt täglich bis 20 Peso*. Die meisten dieser \ . . >•> . > .; . .:.\ .— 6 ■^^H

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