Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1923
- Issue
- August/September (1923)
- Date
- 1923-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. ■•/; ■ ' V* " 1. ^entraibüro des Hilfsvereins der Deutschen Juden für jÄdische Auswanderungsangelegeuheitcn, Steglitzer Straße 42. ' ' , 2. Jüdischer Bahnhofsdienst, _• $chlesischer ■-< Bahnhof, Dttrchwandererhalle. - 1 Hamburg: " Zentralbüro für jüdische Aüswajiderungsangelegenheiten, Abteilung Hamburg, Leiter: v^aul LasKarr; Ferdinandstr. 14. Bremen : Zentralbüro für jüdische Auswanderungsangielegenheiten, Abteilung Bremen. Der bisherige Leiter^, herr Rabbiner Dr. Rosenak, ist urr 'August verschieden. Zeitweilige Vertretung wird durch die Uremejr Syna-. gogengemeinde, üartenstr. 6, ausgeübt. Stenuch (deutsch-polnische Grenze) wird ständig kontrolliert durch Herrn Kantor Lewin, Schwiebus, Osnabrück: . Frau Sara Frank, Krahnstraße 34. Bentheim (Westgrenze)'. ~ Iwan «TEgon Neter, Adresse: Kaufhaus Neter. Oderberg: . (.Komitee im Entstehen begriffen.) 1 . Leipzig: (Komitee im Entstehen begriffen.) v In allen größeren Städten Deutschlands hat' der Hilfsv.erein Lokalkomitees, die sich auch der Auswanderer erforderlichenfalls annehmen. .. Aua der Tätigkeit des HiUsvereins in den letzten Monaten. Die Zweigbüros des Hilfsvereins in Hamburg und Hr. einen, die im Laute zweier Jahrzehute bereits außerordentlich""viel dutes" für htm gramen getan haDen, erfüllten ihre schwierige Mission in tatkräftiger Weise. ^Sie"; übten eine sehr weitgehende individuelle Fürsorge aus, die durch die Zeitverhältnisse notwendig geworden ist. Efne weitere wichtige Aufgabe erwuchs dem Hilfsverein durch Mitübernähme der Kürsorge für Aüswanderertransporfe, die von Hamburg aus nach Südamerika gingen. Der Hilfsverein sorgte für Einkleidung und Verproviantierung der bedürftigen Passagiere dieser Transppftr in "Hamburg..' Unter Mithilfe des Bremer Bürds des Hilfsvereins sind im vergangenen Jahre 38p ukrainische Waisenkinder, die in S Transporten von Bremen über See reisten, eingekleidet und versorgt worden.'*;-* .'. Der -Hilfsverein der Deutschen Juden hat durch das Hinscheiden von Herrn Rabbiner Leopold' Rosenak. in _Hjsaften einen sehr schweren Verlust-' erlitten. Dr. Üefccnak, Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins, . langjähriger Leiter des Zentralbüros für jüdische Auswanderungsangelegenheiten.-einer Zweigstelle des Hilfsvereins, in _ Hr«mtyn ist in voller. Schaffenskraft seiner vielseitigen Wirksamkeit im Dienst unserer GTäubSrrsgcitDSSeTi entri Der Hillsvelcin hat-es auch wieder übernommen — wie er dies während des Krieges in umfassendster Weise get»i ■ ha* — als eine, Vermittlungsstelle für G e 1 d - ( Sendungen u.n,d Do k u m e n t * n ü be'r w e il» u ng e n ■iucIi KuUliiij au . Auswanderer zti dienen, speziell für solche, die nach Argentinien reisen und von ihren dortigen Verwandten Jueld,. Schiffskarten und ~£in- ' reiseerlaubnisse. erhalten. Für die Ueldüberweisungenfcnach .Kubland dient die Deutsche Bank als Vermittlungsorgan; die Auszahlung erfolgt-in Dollar. Bisher sind-rund1 30 000 Dollar überwiesen worden. Mit dem Vermittlungsdienst, deii der1 Hilfsveretn ausübt, ist naturgemäß auch ein Informationsdienst „ verbunden — Auskunftserteilung über ■ Reiserouten, Visa usw. — deisich unter den jetzigen schwankenden Verhältnissen sehr Verwickelt gestaltet. Die Jewish Coionizatiou Associationen Paris, die sich-auf die Mitarbeit des Hilfsvereins in Deutschland stützt, gewährt ihm — wie bereits/in den Friedensjahren — zur Durchführung der vielgestaltigen Aufgaben der Emigrationsiürsorge wiederum in dankenswerter Weise, finanzielle Beihilfe. Auf einem Gebiete, wo in kleinem Rahmen außerordentlich wertvolle Hilfe geleistet werden kann,- hat der.„Hilfsverein — wie früher bereits i. den Pogromjahren 1905*06 — eine verantwortliche Aufgabe übernommen, auf dem Gebiete der Ffirso r ge für ukrainische W a j s,en k i nd e r. r Im Herbst 1922 wurden 25 ukrainische Waisenkinder im Alter von 6—14 Jahren, die in Bcssarabien geweilt harten, unter Mitwirkungdes Joint Distribution-Committee-:\ nach Deutschland übertührt. Die Kinder trafen am 10. Öirtober 1922 in Berlin ein und wurden provisorisch ini Kinderilücht-1"' lingsheim in Berlin1 untergebracht. 17 Knaben kamen dann nach Ahlem bei Hannover in die Israelitische Gartenbau-* schule, 7 Mädchen nach dem Kinderheim des Israelitischen. Frauenvereiqs in Frankfurt a. M., 1 Mädchen befindet sieb noch in einem Berliner Kinderkrankenhaus. Der Hilfsverein trägt insbesondere auch Sorgte dafür, daß Erziehung und Unterricht den speziellen Bedürfnissen sich anpassen. Er findet bei dem-Fürsorgewerk eine sehr schätzenswerte .Unterstützung seitens des Verbandes russischer Juden in Deutschland, von dem prominente Mitglieder ihr lebhaftes Interesse für die Waisenkinder in weitgehendem Maße betätigen, indem sie die Patenschaft für bestimmte Kinder wie auch finanzielle* Verpflichtungen für ihren Unterhalt mitübernehmen. v '« "'">•■ "': a..''•• i ' " ' tje;2«!isV2 ■■ T '■■ V t - ' ' , ■ CTUcntlingsfiireorge der L s - - '■ N; JEWISH COLONLZATION ASSOCIATION (Ica); " Das ganze 'Problem der jüdischen Auswanderung wird gegenwärtig durch ijie. Frage der russischen Flüchtlinge beherrscht, di^ ein unsicheres Asyl in Konstantinopel, Rumänien und in Polen gefunden hatten. Das Schicksal dieser Unglücklichen, die aller Hilfsquellen .beraubt sind, denen1 ständig Ausweisung droht und die weder nach Rußland zurückkehren noch ihre Reise nach dem Westen fortsetzen können, hat die ganze Judenheit-bewegt. Von beworden.. Er hatte sich nach den Vereinigten insbesondere auch um Informationen bezüglich der Einwan: derungsverhältnisse, die für die Juden des' Ostens von so großer Bedeutung sind, einzuholen.' Auf de,r Rückreise "iteilte ihn plötzlich der Tod auf^dern^Schiffe. Dr. Rosenak , hat durch r-sein - unermüdliches hingebendes Eintreten für Verfolgte, Leidende,^ Hilfsbedürftige jeder Art vielen tausenden Auswanderern *injtiefstet und tätigster Anteimahnie zur Seite gestanden. Das .Andenken dieses-ausgezeichneten Mannes rvtfird von uns stets in hohen Ehren... gehalten werden. .*- . . Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Bremen hat es freundlichst übernommen, J)is eine geeignete Persönlichkeit an Stelle des Herrn Rabbiners Dr. Rosenak die Arbeiten füf 'den Hilfsverein weiterführt, mit dem Hilfsverein bei. der Emigrationsfürsorge zusammenzuwirken. t '* -.. Die Tätigkeit des berliner Bürps. erstreckte sich auf _jlieüberwachung der gesamten Emigrationsarbeit und auf-individuelle ■ Fürsorgearbeit. Im Zusammenhang -mit der Uberwachung führt der Hilfsverein Verhandlürigen—mit Staatsbehörden, dem Reicjjswariderungsamt, Eisenbahnverwaltungen ^"Schiffsgesellschaften, um den Durchzug der Emigranten ^^Deutschland auf eine möglichst gesicherte Grundlage \[ ch Wiederherausgabe, des im Frieden erschienerespondenzblattes des Zentralbüros! für ^swanderungsangelegenheiten is» tfer vom Hilfs;, H^ehk^egsjahreii unterhaltene^ Nachrichtengrations-? und Immigraftynsahgeh^efinciten OS"S£Ti—errrrrssett———»w«fii »««i uic gan/.c juucimcii-um^t. von uc- Staäten begeben, 3eulend«H-4Üdischen Organisationen sind große Anstrengungen \ ieft, worjlcrt. gemacht worden, um Ihnerrtu helfen. -Die_IXLr\_hatjurch ihre Unterhandlungen, die' durch "-die wertvolle UntersfutzirngseitenS des Völkerbundes erleichtert wurden, und dank den Dispositionen, die sie getroffen hat, um -die Emigration der Flüchtlinge in Zusammenhang zu .bringen und unter Schutz ztxVtellcn, wichtige Resultate erzielt. Die folgende Zusammenfassung der letzthin für die Flüchtlinge errerchteu.. Vorteile läßt eine ziemlich riälie. Verbesserung der abnormen Situation erhoffen, die durch den Umsturz in Osteuropa geschaffen ist. - ' vi ■ "" ' •••' ■ Lr;v- *.'• ■■■»>. ■'"'•< ■■:'■ '*• ' ' Konstanlinopelet.^ujchtlinge : Im Anfang des Jahres 1922 schätzte man die Zahl der jüdischen Flücbtling^in Konstantinppel auf 5000 Personen. •' Im Jahre 1922 ersetzten noch immer neue Ankömmlinge die ..Abreisenden. Die Dinge besserten sich bald, als^dte Aktign der ICA eingesetzt hatte.» * 3«po—400OT' Fluchtlipge habeo Konstantin"opel im Jahre " 1922 v.sÄassen Vönnen. Ungefähr 900 Personen von ihnennahm siub die ICA'direkt an'und übernahm die Beförderung rderselben^-... Ein -mit dem Völkerbund geschlossenes1 Abkommen sicherte ' die Kontinuität der Aktion. Andererseits, hat die Eröffnung eines von «ler ICA in Konstantinopel ins Leben gerüjb;4en - Emigrationsbüros den Flüchtlingen gute Dienste geleistet. Ihre Situation hat sich erheblich gebessert. ' > "•Die ' Adresse des. Büros - ist Schachsovar 48 (Bolte Postale 46 — Poste Franchise). '-■ 3