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Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden · 1923-08-01 · August/September (1923) · p. [Seite]

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Journal
Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
Volume
1923
Issue
August/September (1923)
Date
1923-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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KORRESPONDENZBLATT des Centralbüros für jüdische Auswanclerungsan^cTegcnhciten des Hiifsvercms der Deutschen Juden > ** '' . " ' . ' ■• . . -~- I vom Reichs wände rungsumt anerkannte gemeinnützige Auskunftsstelle für jüdische Durch Wanderung und Auswanderung. Berlin, "August/September 1923. A Einleitende Bemerkungen. Die Antrieb« z"r Auswanderung sind in den Ländern des- Ostens stark und mannigfaltig. .Die Ein"- w a n d e r u n g s möglichkeiten nach Amerika sind aber durch - das seit Juli 1921 in Kraft getretene amerikanische. Immigrationsgesetz eingeschränkt. Dazu treten noch die Hindernisse der Ausreise, speziell aus Rußland, und die Schwierigkeiten,' das Transitvisum in den Durchgangsländern bis zum Abfahrtshafen, zu erlang*». Der Masse der jüdischen Flüchtlinge, die noch in Rumänien und Polen der Erlösung aus einer höchst drückenden Lage harren, n-' men sich grolle jüdische Wohlfahrtsgesellschaften an, die i re_-Beförderung — in kleineren oder größeren Grupper -»ach den Vereinigten Staaten uud- Argentinien Sorge in. Wir bringen über , die Flüchtlingsfürsorge, die—speziell die Jewish Colon ization Association ausübt, einen .besonderen Bericht weiter unten. Die jüdische Auswanderung aus Rußland über Deutschland, Belgien und Frankreich kann sich zurzeit nicht mehr auf den gewöhnlichen kürzesten Eisenbahnwagen vollziehen. Die politischen Verhältnisse bringen Komplikationen mit sich und wirken bestimmend auf die Wahl der Reiserouten ein. Zwischen der russischen sozialistischen -föderativen "Sowjetrepublik und Rumänien sind noch immer keine diplomatischen Beziehungen aufgenommen worden. Es besteht nicht einmal Postverbindung, und den Reisenden aus Rußland ist Rumänien so gut wie verschlossen. Dies zwingt also Personen, deren Abfahrt ihren Schiffskarten zufolge via Rumänien—Bukarest oder Kischinew erfolgen sollte, andere Wege zu wählen. ■ g ■ . - Aber auch Polen ist den jüdischen Reisenden aus Rußland — selbst auch nur für Durchwanderung und Antritt ihrer 'Reise von-Warschau aus — nicht zugänglich. Es stehen den in Sowjetrußland und der Ukraine befindlichen Auswanderungswilligen nur andere Wege offen, so der Weg über Le.ttle-nd oder über die Türkei Einem zwischen Rußland und Lettland getroffenen Abkommen zufolge -wird .den aus ersterem -kommenden Emigranten ein lettisches Transitvisum erteilt. Von Lettland-erfolgt die Weiterreise nach deutschen und westeuropäischen Häfen auf dem Bahnwege über Litauen nach Deutschland! "* ' Das Einreisevisum nach Lettland, das Vom lettischen Konsulat in Moskau erteilt -wird, gilt auf kurze Zeit. Durch Vermittlung von Schiffsgcsellschaf^en, der HIAS in Riga und des" Council of Jewish Women in Lettland (Jacobstraße 38', Zimmer 11) können die EmigranteicSüch Transitkarten bekommen, auf Grand deren»' ihnen das lettländischc Durchreisevisum erteilt und das Recht gegeben wird, sieb Jlänger in Lettland aufzuhalten. Die DurchzugswegeNn Deutschland liakgn sich verschoben: Infolge der Besetzung des Ruhrgebiets und ihrer ■ weiteren WirkungTH' erfolgt die Beförderung von Transporten nicht mehr über Aachen oder Kehl nach "Frankreich resp. Belgien. Die Transporte werden jetztx über Bentheim geleitet, von wo die WeiteTTahrt über Holland stattfindet. Es isfUöTwendig, daß die TrinspöTtreisenden, die diesen Weg einschlagen müssen,, mit den deutschen, holländischen uH,> belgischen Durchgangsvisen resp. den belgischen erhd französische» Visen versehen sind. Wie man uns aju. Holland mitgeteilt hat, wird dort weder das französische noch das belgische Visum* gegeben. % Fall»T)diese Visen ("nicht im Auslände erhältlich sind, ist also von der Ausreise, abzuraten. 1 - V M , Deutschland. Uber deutsche Häfen wanderten nach einer vorliegenden Statistik 192s 38393 Angehörige fremder Staaten aus, und zwar über Hamburg: 25896, Bremen: 12 495; Emden: 2. Die Zahl der Auswanderer, die über Landgrenzen gingen, ist statistisch noch nicht erfaßt.—" - Durch die Auswandererhallen in Hamburg -gingen 192a 7716 jüdische Au swanderer (1921: 6184)'. Die Zahl der Personen, -die über Hamburg auswanderten, ohne. in den Aüswandererhallen gewohnt zu haben, ist für 1922 auf „rund 1500 zu schätzen (1921: 8—900). Bremen passierten ^922 3390 "jäfd«che Emigrant (1921: 1725 Personen, 1926: 1113)^-^...,..m Uber Stentsch, wo ein FürSorgedief.st vom Hil fsver ein der Deutschen Juden seit Juli 1922 eingerichtet ist,' gingen Juli bis Dezember 1922 1299b Auswanderer; Januar bis Juni 1923 10307 Personen. In Berlin unterhält "der Hilfsverein ejnen Tag und Nacht tätigen Bahnhofsdienst am Schlesischen Bahnhof. Die Durchgangsziffer betrug 1922: 27463 (1921: 43760), Januar-Juni 1923: 14159. 1 An der westdeutschen Grenze wird in Bentheim von einem Vertrauensmann des Hiifsvereins Auswandererkontrolte ausgeübt. _ ' J . Die" Für sorgearbeit ig Osnabrück hat ruhen müssen wegen langdauernder auf dem ' dortigen Bahnhof vorgenommener Reparaturarbeiten. Für die' Transporti, die aus Rumänien über O d e r-b e r g nach Hamburg dirigiert wurden, ist jetzt in Oderberg ein Fursorgedienst in uer Bildung .begriffen unter organisatorischer Mitwirkung seitens der Komitees und Vertrauensleute des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Breslau und Ratihor. ■.•''>■_ An der Bekämpfung des Mädchenhan dt 1 s , der insbesondere auch auf dem Gebiete der Auswanderung in Erscheinung tritt, hat der Hilfsverein seit jeher einen regen " Anteil genommen. Es' ist jetzt in Deutschland eine besondere Zentralstelle geschaffen worden Tt^it dem Sitz in Berlin, der außer dem Hilfsverein der' Deutschen Juden und dem - Jüdischen Frauenbund — die an erster Stelle die Leitung ausüben "— die Großloge für Deutschland, das Arbeittrfuxsorgeamt, die Zentralwohl f ah rissteile der Deutschen Juden als Gründerorganisationen angehören. Die Gründung der Zentralstelle erfolgte in einer Sitzung am 26./April 1923 unter Vorsitz des Hrlfsvereins aus AnlaU der .Anwesenheit des Generalsekretärs der Jewish Association for the Protection of Girls and 1 Women, S. Cohen, London. Die Zentralstelle hat die Arbeit bereits aufgenommen. Ks sollen Schutskomitees an den Wichtigsten Grenz punkten -des Ostens und Westens Deutschlands, wie an den Eisenbahnknotenpunkten und in den Häfen eingesetzt werden; mit den Ausländischen Ffauenschutzvereinigungen soll eine möglichst enge Verbindung herg&SteJk, werden; Asyle uimI Heimstätten sollen geschaffen werdpnJ^tfrtfeituilge'ri,''nstt*in dieses Gebiet fallen,, nehmen entgegen die Büros des Hilfsvereins, Steglitzer Straße 12, und des'Jüdischen Ksauenbutules, Adresse: Fr»- Henriette >May, Wilmersdorf, Gieselerstaraße 16. Auf dem Weltkongreß jüdischer Frauen, der vom 11. Mai in Wien tagte, in dem unter-anderem aur* «rations- und Mädchenschutzfragen erörtert wurden lilfsverein c3urch Frau Henriette May, Mitgl Geschäftsführenden Ausschusses, vertreten, "\ Die Adressen der Fürsorgestellen des H: die jüdischen Ausupd Rückwanderer sind: '

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