Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1922
- Issue
- August/September (1922)
- Date
- 1922-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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schaftung tiae ganze lamrlic Beschsftigung und finden kann. Nach Jahresfrist,, wenn die Familie sich Arbeit bewährt hat und schim kleine Ersparnisse aufi kann, kann die Anstellung auf größeren' Terrains in den Knlonien 1 selbst erfolgen. Hinter Bedingungen* die .arbeitsamen Kolonisten das Eigentumsrecht an dero überlasseneh Terrain nach. Ablauf einer bestimmten längeren Frist sichert. \j\ den von der ICA begründetejiJSolonien —-Matrrictr», Maisesville, Clara,'Lucienville, Baron Hirselt, Narcisse Levfn, Dora, Montefwre —- waren 1920 3158 J^oJ^njstenfamilien aus 17639 Seekn bestehend, ansässig. ' Wie nicht kolonistisch - jüdische Bevölkerung daselbst betrug 1697 Familien mit "9447 Seelen. Zu großer Bedeutung für das wirtschaftliche und soziale Leben in den Kolonien haben sich die Kooperativgenossenschaften entwickelt. . * 4. " » ' A' _; Einwanderer nach Argentinien erhalten Beratung und Förderung von dem onter Pat-ronage der ICA stehenden Schutzkomitee für Immigranten ^-in " Buenos-Aires, Calle Viamonte 27*9.. Das Büro steht in Verbindung; mit den Hauptarbeitsgehern des Landes; es hat Zweigstellen in gan* Argentinien und ist so in der Lage, Einwanderern bei der Erlangung vou Arbeit wertvolle Dienste zu leisten."—. Von dem Eintritt nach Argentinien sind ausgeschlossen: t. Personen mit einer ansteckenden Krankheit, wie Tuberkulose, Lepra, Trachom etc., . " 2. Personen, die als untauglich zur Arbeit betrachtet werden" Bünde, Gelähmte, Taubstumme, Krüppel ohne rechten Arm, ohne Beine . oder Personen, die an irgendeinem anderen Gebrechen tvideh, das < ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. BJödsirbiige, Epileptiker und Personen mit jeder Form' voV , Geistes- •'; gestörtheit; . -\ " 3. Personen, die Bettelei ausüben, oder die voraussichtlich der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last fallen kdnnehi Zuchthäusler, Personen, unter ~ Anklagezustand; Personen, die »Her als- 6fr Jahrr-.'jind; Minderjährige von wenigerals Iß Jahren, alleinstehende Frauen mit Kindern von weniger ah 10 Jahren.*die nicht durch Ver- ( wandte gerufen sind, die sich verpflichten, für ihre Be~- dürfnisse aufzukommen. , Ein Amendement zum letzten Artikel besagt, da*, tffcnn der Sechzigjährige mit seiner Frau. reist, die jünger als 60 Jahre ist, er zugelassen, wird. Ebenso wJrd eine alleinstehende Frau mit jungen Kindern zugelassen, wenn eins von ihnen mehr als 10 Jahre ist. Auf Grund von besonderen Einreisegenehmigungen seitens der argentinischen Einwanderungshehörde können auch -mich den Bestimmungen von der Landung ausgeschlossene Personen in Argentinien Zulassung finden. '" Personen über 60 Jahre beiderlei Geschlechts bedürfen' keiner *besonderen Landungseriaubnis wenn sie in Begleitung erwachsener Söhne oder Töchter reisen. " Aoi'v22. März 1032 »st eine Verordnung-folgenden Inhalts erlassen worden: „Alleinstehende Auswanderer nach Argentinien unter 15 Jahren' bedürfen einer besonderen Einreiseerlaubnis und außerdem einer Garantie von in Argentinien ansässigen Verwandten dafür, daß für ihren Lebensunterhalt ge- - sorgt wird. Deshalb wird hr Zukunft von sämtlichen Mitr gliedern einer einwandernden Familie der JSfachwei« der Verwandtschaft verlangt werden. Dieser* Nachweis muß. durch' Vorlegung von Urkunden, vor dem argentinischen Komjul, der ' das Paßvisum, erteilt, geführt werden." V ' V- - Argentinische Konsulate. - Das Argentinische Generalkö«sulat--jul' -Hamburg befindet sich im Samperhaus, Sf»taler3_tr»8e 12 tnahe dem Hauptbahnhof), in Danzig, Langer Markt 40. y . ■ Überdies bestehen in Deutschland folgende argentinische - r'. daß iliy ausreisen« Konsulate S Berlin, Kaiserallee 27, Bremen, SögestraBe 23, Cöln, MozSrtstraße 19, ' Düsseldorf, BrehmstruBe 33, Frankfurt M., Lindenstraße .12. Leipzig, Kaiserin Augusta-StraSe 14. München, Liebigstraße 9. Nürnberg. iBlcictrstraße 62. Stuttgart Reinsburgstrafk .vi. Wiesbaden, Lessingstraße lo. ,, Jahren, Vei auf die fül begangen Hat, noch i geltenden Stastsges bettelt hat. '3. Kreisärztliches Att / geistig und kör|>erli den Krankheiten ist impf» wurde. ' 4^ Für"-männliche Personen und unverheiratet« Frauen eine behördliche Bescheinigung, datl sie in einein Berufe bisher tätig waren.- Außerdem zwe'i lose Paßbilder und eine Onitiung. daß ein Sehiffsplatar=ber*iis reserviert wurde. / \ Obige Bestimmungen gelten für jede Person über 15 Jahre, Kinder müssen" im Paß Ait "AirgthOi'jgcn »ermerkt acin mhr- -■einen besonderen Kinderausweis besitzen/ sowie' das unter 3 aufgeführte Artest und zwei Paßbilder zur Visierung heibi ingen. Die unter 3—4 verzeichneten Dokument«'- müssen innerhalb der letzten vier Wochen, vom Tage der Einschiffung' gerechnet, ausgestellt sein. ' Das argentinische Visum wird für JLiuwandWf gratis erteilt. -r-- * - " ' ' V ■•■ - | Süd-Afrika.; Das Klima ist gesund, aber verschieden in den einzelnen Teilen der Union. Januar ist im allgemeinen der heißeste und Juli der kälteste Monat. Die Verkehrssprachen in Süd-Afrika sind kap-holländisch und englisch. - Das. E i n wa n de ru n g s g e s e t £ vom!. 'August 1913 schließt, von der Landung aus': * Jede Person oder Klasse von Personen, die aus Wirtschaft-, liehen Gründen oder wegen jhrer Lebenshaltung oder, Lebens- ,gcw\>hn,heiten für die Union ungeeignet erscheinen;-.Personen, die wegen . Unbildung nicht Jmstand<L sind, eine europäische Sprache zu lesen' und~zu schreiben. J^ft*HüÜk*w-u"(l *h euro- * päische Sprache gerechnet. PwsoWrffTire der Öffentlichkeit wegen ^gerstig.er^oder körperlicher Gebrechlichkeit zur Last / fallen t_wü*d*fl, rjdeV^weil sie nicht im Besitz genügender Mittel -_,HrTri Unterhaar ihrer selbsfoder der zu ihnen gehörigen auf sie ' '""'angewiesenen Personen sind: unmoralische und verbrecherische' Personen; Idioten oder lipifcptiker oder Personen, die gei gestört oder geistesschwach sind oder Personen, die taub- und stumm oder taub und blind oder stumm und blind, oder sonst mit physischen Mängeln behaftet sind, wofern in solchen Fällen, sie oder ihr Begleiter^ oder, eine andere Person nicht ' genügende Sicherheit' geben, daß-sie im Stande sind,* sieh dauernd in der Union zu unterhalten oder für ihre Rückbeförderung, wenn verlangt, einstehen; Personen, die mit Lepra behaftet sind oder einer sonstigen^ Krankheit (außer Tuberkulose).; laut besonderer Bestimmung, und solche. Personen, die mit Tuberkulose J>ehaftet sind, Wofern sie nicht im Besitz einer Erlaubnis sind, das Gebiet der südafrikanischen Union gemäß den geltenden Vorschriften zu betreten. . ' ,, Wegen der ungünstigen" wirtschaftlichen Verhältnisse, die auch in Süd-Afrika_herrschen, sind verschärfte 'Eiuw anderuugsbestiinmungcn erlassen Wörden, * von " denen der , Oberkommissar für die Sull-Afrikanische Union—in London •W. C.- 2, ■-Trafalgar -Square, in folgender Bekanntmachung vom Januar 1922 Kenntnis gegeben hat: '' * £ ' * 1. Personen, die nach der rüd-airikaniseben Union fahren .wollen, werden darauf aufmerkst«! gemacht/ daß die fortgesetzte Überfüllung -jlea Arbeitsmarktes die Regie- ' rung der Union gezwungen hat, die Bedingungen zu revidieren, die für die Einwanderung nacK der Union tu Geltung sind. Der Besitz von 20 englischen Pfund beim Landen, ■ ■ eine» Summe, die seinerzeit, als genügende Bürgschaft ' bei einem tüchtigen Arbeiter abgesehen wurde, wird jetzt als völlig unzureichend betrachtet, da sie nur für knapp . 1 Monat zum ■ unmittelbaren Lebensunterhalt einer Person genügt, 'die sich in einem fremden Lande befindet. Welche Summe angemessen ist, läßt sich nicht sagen.' da individuelle Fälle in beträchtlichem Maße variier und die notwendige Summe, diesen Um4atadcu 5 '♦ sprechen«), ebenfall» variieren müB^ 'Ea unterli«*.t jede (keiöem Zweffel, daß', wenn der Einwandtrcr nichts i Sl.uule ist. djem ImmJgrationsljcamten am Aijkunftshaf