Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1922
- Issue
- August/September (1922)
- Date
- 1922-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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irersonen onne Anhalt unq ohne Kenntspanisehen Sprache sind gegenwärtig drin-; or der Auswanderung nach Mexiko zu warnen. - ■ i i - In Anbetracht der herrschenden. Arbeitskreis ist am 6, Februar toat eine Verfügung .erlassen worden, daß die Einreise fremder Arbe^er. •in'MtXiko eingeschränkt werden soll. Das Ministorium des Äußeren von Mexiko hat infolgedessen an <He mexikanischen Gesandtschaften'und Konsulate im Auslände, die Anweisung, gerichtet, kein Visum für Pisse von ausländischen Arbeitern zu erteilen, die aus Mangel an Arbeitsgelegenheit in Jen übrigen Ländern nach Mexiko auszuwandern' beabsichtig«!. » .. •«! Von diesem Einwänderungsvcrbc^ ausgenommen sind diejenigenr die 'als eigentliche Auswanderet nach Mexiko kommen und nachweisen können, daß sie über genügende Barmittel urtd Gerätschaften verfügen, um sich kolonisatorischen oder landwirtschaftlichen Arbeiten zu widmen. — Eindringlich ist auch davor'zu warnen, Mexiko als Durchwandcrungsland ' nach den Vereinigten Staaten aufzusuchen. Ein ameaucanisches Visum für Durchwanderer ist in Mexikct. nicht zu *rl&B#cn. ' Der Versuch, heimlich über die «Grenze •-.«ach derr Vereinigten Staaten zu gelangen,, ist' mit großen Schwierigkeiten, unter Umständen mit Lebensgefahr, verknüpft. Die Übertreter der amerikanischen EinwahderunKsgesetze' ver- -falten der Strafjustiz der Vereinigten Staaten und werden . später deportiert. Die Deportation schließt, eine spätere Eiu.- ' Wanderung auf gesetzlichem Wege aus. Bei der Landung in Vera Cruz muß jeder Reisende 30 $ "amerikanischer Währung vorzeigen können.. _ In folgenden Städten Deutschlands befinden sich mexikanische Konsulate: v r.. . - - Berlin, Behrenstraße 63, Bremen, «Sägestraße 23,' Chemnitz, Theaterstraße 82, * l Danzig, "'. Dresden, Antonstraße i>, s ~~ 1 Frankfurt a. M, - .; N Hamburg, Qroße Theaterstraße 4$\ V , Hanrfover, Andreisstraße 10, V Köln, Hansarjng 57, Leipzig, Carlstraße 36, " ' Magdeburg, ■"■■'/ , München,. Viktualienmarkt 12, •— - N'ürnberg, GleiSbühlstraße 13. . __i v. Vorliegenden Meldungen zufolge hat die mexikanische . Regierung „ei*- Anerbieten •gemaclit, durch Hergäbe eines Territoriums., die jüdische. Einwanderung tfa'ch Mexiko zur Erschließung des Landes zu fördern.' . ■*; Die judischen {Organisationen wenden der Fragender bmw^nderui^ rwch:flexikoJhre erhöhte Aufmerksamkeit zu. i.» 1—-' * ~ '"«*-' ' f y?*' Cuba. . / ' Die Cubanische Einwanderungsgesetzgebung ist ähnlich ■derjenigen der 'Vereinigten Staaten gestaltet. . Ausgeschlossen sind u. a. Kranke, .Verbrecher, Personell, bei denen die Gefahr besteht, daß sie der öffentlichen Wohl-, tätigfeit zur Last fallen. --< Personen, ,über 60 Jahre bedürfen einer beglaubigten Bürgschaftserklärung, daß in Cuba ansässige Personen für . sie sorgen.J -» <e* In letzter Zeit hat sich .eine starke Neigung zur Aus-. Wanderung nach Cuba unter den Juden des" Ostens geltend gemacht. Von derselben muß aber*gegenwärtig dringend abgeraten werden, ..- T - — —* Die wirtschaftliche Lage ist dort z. Zt. äußerst ungünstig. Jeder erwachsene "Reisende, der eine volle 'Passage be- . zahlt, muß bei seiner Landung im Besitze von 3,0.— Dollars und« imstande sein," die Adresse eines Familienmitgliedes, /Freundes oder einer Firma »in dem Ort anzugeben, wohin er sich zu begehen gedenkt. Es befinden sich . .'.. die kttbaiiischc Gesandtschaft in Berlin, HotieJ Esplanade, Bellevuestraße, Au kubanische Generalkonsulat in, Hamburg, Gr. Reichen- ' Straß« 19. —> \ kubanische Konsulat in Bremen, yB)trkenstr. 5, > in NürnWrg, Rotheuburger Straße 19,- uud iu Stuttgart, Qui)sheidenrtraßet43. hauptsächlich Süd-Brasilien in Betracht, das ein für Europäer bekömmliches Klima hat. ,£las ^Slnd 4ie Staateta: Parana, Santa Katharina,'Rio Grande do Sul, Rio de Janeiro, Sao Paolo. ' Die ^wirtschaftlichen Verhältnisse liegeil zur Zeit auch in Brasilien schlecht.' - ' "Handwerker, sogar Eingeborene, haben in den Städten' kein« Arbeitsgelegenheit. Die Arbeit in den Kaffeeplan* tagen ist sehr anstrengend^ es gehört eine besondere physische Eignung dazu. Der. Entgelt ist niedrig, wenn auch zum Lebensunterhalt ausreichend. Die Kenntnis der portugiesischen, einer der spanischen sehr verwandten, Sprache ist zum Fdrtkoinmen nötig. x . Im allgemeinen Ist Brasilien zur Zeit nicht in der Lage, -eine erhebliche ZahJ^yon Einwanderern zu absorbieren. Die Jewish Colonisation Association, Paris, Rue Pasquier 2, mit welcher der Hilfsverein der Deutschen Juden seft Jahrzehnten auf dem Gebiete des Auswanderungswesens in enger Verbindung steht, hat in Brasilien Kolonien im •■> Staate Rio Grande do Sul — Qoatro Irmaos und Philippson — begründet. Dartist noch' für besonders qualifizierte Klassen von •Einwanderern — Familien geübter Holzhauer und Landleute, die an grobe Feldarbeit gewohnt sind —-Verwendung. \ Die in Frage kommende Forstkolonisation erfordert kräftige Naturen. Es ist schwere •Handarbeit zu leisten. Während der ersten Jahre müssen sich die Kolonisten mannigfachen. Einr schränkungen in der Lebenshaltung unterwerfen. Die ICA erleichtert die Ansiedlung von Kolonisten durch Hergabe von Grund und Boden, Gebäuden, Vieh und .Cerät und hilft Familien bis zum ersten Ernteertrage durchzukommen. Nach mehrjähriger Probezeit eröffnet sich den Kolonisten die Aussicht auf späteren Erwerb des pachtweise überlasseneh Bodens. E f n w a n d c r u n g s b e s t i m m u n g e n, Dureh Dekret vom-6. Januar 1921 können vom Eintritt in das Staatsgebiet. Ausländer folgender Kategorien ausgeschlossen' werden: ■ ._ * —~T I a) Personen, die verstümmelt, verkrüppelt, gelähmt,, blind," . irrsinnig, Bettle* oder Träger einer unheilbaren oder an- ■steckenden Krankheit sind, b) ferner Frauen,, die' BradlferT"aufsuchen, um sich, der Prostitution hinzugeben,- - ■ c) über 60 Jahre alte Personen. . Auslinder' unter a) und c) haben freien Eintritt in das Land, wenn m,' nicht Träger einer schwer ansteckenden Krankheit sind und wenn sie a) nachweisen, daß sie ein Einkommen haben, um ihren . " . Unterhalt zu bestreiten; - ' ' b) - Verwandte oder Bel&jnnte haben, die sich dafür durch i BüngschaftscrklärungjTfer der Polizeibehörde verbürgen. Brasilianische Hamburg, Bras. G tretunge-n in Deutschland. ralkonsulat, < llockcugicBerwall. Walthof (gegenübe-^3cm Haupthahnhof), , Berlin, Bras. Konsulat, Neue Bayreuther Str. 2, - Bremen, Bras. Konsulat, Georgstr. 44 C "• . T DjyS|dcn. Bras. Konsulat, Reichenhaehstr. s.v K^ncnen*Bras. Konsulat, Karlstr, '4. Argentinien n In Argentinien . beginnt der Fiuhling-im August, der; Sommer im November, der Herbst im März. . Die kühlsten Mooa'tc sind Juni «nd Juli. «• ' — » Dasargentinische wirtschaftliche Leben, beruht übet> vnegend auf Landwirtschaft. Eine größere Bedeutung haben nur einige Industriezweige gewonnen, in denen Erzeugnisse der Landwirtschaft v.crarbeitet werden. Die Metallindustrie hat sich über Anfänge hinaus nicht entwickeln -können, da Metalle, und Kohlen in nennenswerten Mengen und zu-lohnenden Preisen nicht im Lande selbst gewonnen werden. Auch in Argentinien herrscht eine Wirtschaftskrisis, wodurch sich die Chancen der Einwanderer höchst ungünstig gestalten. Gewisse Arbeitsmöglichkeiten bieten sich für An-% gehörig«— des Baugewerbes, , ferner für Möbeltischler, Schneider,.Schuhmacher, Nachfrage nach ungelernten Arbeitern setxt friihestetwy mit Beginn der Ernte, im November ein. Die Kenntnis -der spanischen Sprache ist e: wesentliche Vorbedingung für Vorwärtskommen. Voni jAjni-1921 bis Juni 1922 sind 6*9V jüdische ^anderer ajitjjejrn Seewege naph Argentinien ffekrmvme- Eine Statistik *er zu Lande nach Ar^enllnien > jüdischen, Emigranten .fit. B. über Urtagua'v und B" 'nicht aufzustellen, da das Materia.1 dazu fehlt.