Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 160)
- Language
- German
- Belongs to
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158 mit mir einen Teller Suppe mitessen ... mit deiner alten Tante ... Es ist alles fertig, und du brauchst es auch nicht abzusitzen. Und kalte Pute vom letjten Sonntag habe ich auch noch! Na, wie ist's? Lockt dich die liebe Sonne nicht? Und außerdem gehe ich ungern allein übern Damm. Die Kutscher heute in Berlin, die fahren doch wie die Betrunkenen. Sei mal galant, Georg. Und offen und ehrlich: findste das nicht unerhört von Mariannchen Henoch?! Gott — bin ich eifersüchtig auf die Person .. .« »Liebe Tante«, sagte ich, wie ich sie mit vieler Mühe und Unterstützung von der Straßenbahn herabgewunden hatte, »liebe Tante, selbst wenn du recht haben solltest, ich fürchte, Mariannchen Henoch ist nicht viel dabei gefragt worden.« Und dann fingen wir beide furchtbar an zu lachen. Tante Röschen und ich — das ganze Stück Schöneberger Ufer herunter; und wir luckerten noch beide still vor uns hin, als die alte Marie die dampfende Suppenterrine hereinbrachte. Georg Mannheimer. Das Lied vom Mörtel und Beton — Misclie den Mörtel und misch' den Beton, brenne den Kalk und wasche den Sand. Dein ist nicht der Himmel, du armer Patron, dein sind nur die Schwielen an der Hand. Denn, wer etwas hat und wer was errafft, der fährt mit goldenen Segeln. Doch, wer nichts hat und wer nichts errafft, dem spritzt das Blut aus den Nägeln. Und wer nichts hat und lebt nur vom Lohn, dem bleibt nur der Strick oder der Beton. Mische den Mörtel und misch' den Beton. Jawohl, es gibt eine andere Welt. Aber schau dich nicht um. Was hast du davon? Der Aufseher pfeift, die Sirene gellt. Nein, schau dich nicht um. Mach fort, mach fort