Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 126)
- Language
- German
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124 David Goldfeld. Stimme aus der Höhe Laß die Zeit nur flüchten, stürmen: sorge nicht, denn einer ist, der dich liehen wird und schirmen, wenn dich alles einst vergißt. Aus den blinden Daseinswegen führt zu ihm ein dünner Pfad: wirst das Haupt zur Ruhe legen, das noch nicht gerastet hat. Deine Hände wirst du falten, abgelöst vom Baum der Welt, und ein Schlummer wird dich halten, wie ein Herz die Liebe hält. Ehe der Sommer verbrennt ■ Ehe der Sommer verbrennt,' ehe die Kühle weht, fällt ein Stern herab, der mir zu Häupten steht. Wie ist das braune Feld mit Düften süß beschenkt! Haid über Stoppeln kahl steht stumm die Nacht und denkt. Oben spiegelt im Mond der Stern sein blasses Licht, und die Erde horcht lang, wie. Wind die Stunden flicht. Wer rief mich, auszuspähn? Ach, das Leben vergeht, eh noch der Leib verbrennt, ehe noch Kühle weht.