Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 59)
- Language
- German
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,r»7 aus der gegenwärtigen Zwangslage propagiert wurde, wurde bisher nicht bewilligt, obwohl man nicht wissen kann, ob dieser Schritt nicht doch noch von den Engländern getan werden wird. Als Ausweg aus der heutigen Sackgasse haben die Engländer eine sechsgliedrige Untersuchungskommission eingesetzt, die »nach Wiederherstellung der Ruhe« in Palästina die Lage untersuchen soll. Diese Untersuchungskommission hat sehr weite Befugnisse, sehr viel weitere als eine der früheren Kommissionen, die die Engländer bisher in Palästina haben arbeiten lassen (Hayeraft- Commission oder Shaw-Commission). Die jetjt ernannte Kommission unter Lord Peel soll im Rahmen des Palästinamandates die den jetjigen Ursachen zu Grunde liegenden Ursachen, die Ausführung des Mandates als solche untersuchen und eventuell Vorschläge für eine Neuregelung der Palästinapolitik unterbreiten. Damit ist die Palästinafrage in ihrem ganzen Umfange nochmals aufgerollt. Nicht einfach der Ablauf der legten drei Monate steht zur Diskussion, sondern die Gesamtausführung des Mandates, sowohl die jüdisch-arabische Frage als auch die Stellung der englischen Administration. Die Einsetjung dieser Körperschaft ist in Palästina ohne besonderes Wohlwollen aufgenommen worden, wenn auch von keiner Seite der Boykott angekündigt worden ist. Die Araber erklären, sie versprächen sich nichts von derartigen Untersuchungen, da bisherige Kommissionen dieser Art nicht die Bewilligung ihrer Forderungen mit sich gebracht hätten und sich die englische Regierung zudem nicht verpflichtet hätte, die Vorschläge der Kommission unter allen Umständen zu verwirklichen. Und die Juden wiederum versprechen sich nicht viel Gutes von einer Kommission, die Gefahr läuft, das ganze Problem als ein rein palästinensisches aufzufassen, als ' eines der vielen Kolonialprobleme des britischen Imperiums, während es sich nicht nur um eine Regelung der Beziehungen zwischen den Arabern und den heute in Palästina anwesenden Juden handelt, sondern um die jüdische Möglichkeit für weitere Einwanderung und Kolonisation, also um die Judenfrage, die man nicht allein von Palästina aus betrachten darf, sondern auch von den in höchster Not lebenden Massenzentren der Juden in den Galuthländern. Der Schluß des gegenwärtigen Jahres findet so Palästina in einem politischen Konflikt von solcher Schärfe und solchen Ausmaßen, wie es ihn in der bewegten Geschichte