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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 175 (sequence 177)
Language
German
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Chelmcr Geschichten 175 Feiertagen nach Warschau zu übersiedeln. Hier weiß man noch einen Bethausvorsteher richtig zu respektieren. Der Chelmer macht's sich hequem, guckt sich genau um, findet neben seinem Coupe ein dezentes Abteilchen, schreitet hinein, sieht sich im Spiegel und bemerkt: er ist garnicht er. Und flucht: »Warschauer Hotels! Duselköpfe! Da haben sie den Offizier geweckt und mich einfach schlafen lassen!« DER UNTERSCHIED ZWISCHEN ARM UND REICH. Jener Chelmer, nach Hause zurückgekommen, erzählte Wunder von der großen Stadt. Auch den Unterschied zwischen arm und reich habe er, geradezu am eigenen Leibe, erfahren. So: »Ich komme abends ins Hotel zurück und merke, daß ich meinen Stock irgendwo in der Stadt vergessen habe. Ich war an jenem Tag in dreißig großen Geschäften gewesen, in den reichsten Banken, bei Millionären sozusagen. Ich denke also, die werdsn mich doch nicht bestehlen wollen, sie werden mir schon meinen Stock zurückgeben. Ich gehe auch am anderen Tag hin, zu dem einen, zu dem anderen, — aber keiner von den Millionären rückt meinen Stock heraus. Ganz spät abends komme ich zu einem armen Schuster, in ein Kellerloch, wo ich mir hatte die Schuhe zurechtmachen lassen und ich sage nur einen einzigen Ton wegen des Steckens, — spricht der Mann kein Wort, steht auf, geht ins nächste Zimmer und holt ihn mir. Nu?«

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