Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 104)
- Language
- German
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102 Dr. II a 11 s Licti t wi tj Die Straße gabelt sieh: ein Teil nach Volove, der andere über Majdan nach Torun. Auf den ersten Blick ein Dorf, wie alle anderen in der Vrebovina. An der langgestreckteil Straße knapp am Ufer der Rika die Häuser der zahlreichen Juden, meist Kleinbauern, Holzarbeiter und Händler, seitlich die Hänge hinan umschlossen von den Behausungen der Huthenen. Und doch ein Unterschied. Neben der tschechischen und ruthenischen Schule ein schlichtes Holzhaus: die hebräische Volksschule. Die älteste hebräische Schule im ganzen Land. Die Kinder auf den Straßen sprechen hebräisch, aber auch ihre Eltern und die Erwachsenengeneration überhaupt verständigen sieb vielfach in dieser Sprache. Ein paar zionistische Zeitungen wandern allabendlich von Haus zu Haus, werden zerlesen und fast auswendig gelernt, Briefe aus Palästina bilden wochenlang das Ortsgespräch. X, der mit der ersten karpathorussischen Alijah im Vorjahre nach Palästina ging, Hebtet sieb schon seine Baracke in Kfar Jona ein, Y war zu Besuch in Tel Aviv und Z wird ,sich demnächst eine Kuh kaufen können, der KKL bat neuen Boden erworben, die Kongreßwahlen sind so-und-so ausgefallen, — davon sprich!