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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 77 (sequence 79)
Language
German
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77 Ernst Simon, Jerusalem: Die nächsten fünf Jahre... Einige Perspektiven der geistigen Entwicklung Palästinas. Am 7. Ijar 5685 (1. April 1925) wurde die Universität Jerusalem durch Lord Balfour eröffnet; und vor wenigen Monaten, am 7. Ijar 5695 (10. April 1935) haben wir ihr zehnjähriges Bestehen feierlich begangen. Dieser Anlaß hat dem Kanzler der Universität, Dr. Judali L. Magnes, nicht nur zu einem groß angelegten Rückblick auf das bisher Erreichte, sondern auch zu einem Entwurf für die nächste Zukunft Gelegenheit gegeben. Der Film der Universität, der anläßlich des 10. Jubiläums hergestellt wurde, zeigt in einem seiner legten Bilder Dr. Magnes am Schreibtisch, wie er einen »Fünfjahresplan« für die Universität aufzeichnet. Die Übung, sich die nächste Zukunft in einer Art von Plandenken festzulegen, stammt aus den Gebieten der Politik und der Wirtschaft und mag nicht ohneweiteres auf kulturelles Gesehehen übertragbar sein. »Der Geist weht, wohin er will« und alle Pläne werden ihn nicht in seiner Richtung bestimmen oder abwandeln, wenn sie nicht selbst dem inneren Gange des geistigen Geschehens angepaßt sind. Deshalb sei der Versuch gemacht, die allgemeinen Tendenzen des geistigen Lebens Palästinas überhaupt kurz zu umschreiben, bevor wir uns dem Inhalt des Zukunftsplanes für die Hebräische Universität Jerusalem zuwenden. Am deutlichsten sind die Tendenzen der Entwicklung innerhalb des jüdischen Schulwerkes Palästinas sichtbar. Das Schulwerk steht vor drei großen Aufgaben: Erfassung aller jüdischen Kinder, organisatorische Konsolidierung, innere Judaisierung (statt nur äußerer Hebraisicrung). Die erste Aufgabe enthält zugleich eine entscheidende Richtung auf das Soziale, die zweite auf das Nationale, die dritte auf das Religiöse und Kulturelle. Das Soziale kommt in einer entscheidenden Weise zu kurz, so lange es einen bedrohlich steigenden Prozentsatz von jüdischen Kindern gibt, welche die Schule entweder garnicht oder doch nur etwa vier Jahre besuchen können, weil sie ihren verelendeten Ellern (meist aus den orienta- »WJ. \' 11

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