Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 131)
- Language
- German
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WIE PALÄSTINENSISCHE KINDER DENKEN UND REDEN 121 Eine Zweieinhalbjährige begrüßt erstaunt ihre Mutter bei der Rückkehr aus Europa: »Und ich dachte, daß ich aus der Erde gewachsen wäre«. Als ein Tourist einen Kindergarten besuchte, fragte ihn die dreijährige Era, von wem er der Vater wäre. Und als der Gast dem Kinde antwortete, daß er keine Kinder hätte, rief es ihm zu: »He, Faulpelz«. Die Mutter sagt zur sechsjährigen Mirjam: »Schlaf schon ein, ich muß zu einer Sißung gehen«. Und die Kleine antwortet: »Sitz bei mir. Da wirst du die beste Sitzung haben«. Als ein Knabe über Joseph sich äußerte: »Joseph hatte es in Ägypten gut: er war reich, konnte in einer Kutsche fahren ...«, unterbrach ihn die achtjährige Lisa, eine Vollwaise: »Was du redest. Seine Brüder in Kanaan hatten es viel besser. Was hatte Joseph schon von allem; denn einen Vater hatte er nicht und Brüder auch keine«. Wm'-iäsäSs- ' 'v:s!56mmRHHHH&£1L .. . .altir^^ Rüben und Schimon, die beiden Vierjährigen, sind Freunde. Als Schimon von Sarid nach Haifa mit seinen Eltern fährt, ruft er plötzlich: »Genug gefahren, jetzt soll Rüben weiterfahren«. Den gleichen Gemeinschaftsgeist verrät auch die Antwort eines Fünfjährigen an einen Touristen, der ihm zwei Bonbons geschenkt hatte: »Was soll ich mit zwei Bonbons machen? Wie soll ich sie unter alle Kinder verteilen?«