Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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so Bertha Badt-Strauß: Das Kind in der jüdischen Welt »Meine kleine Unsterblichkeit« — so; nennt irgendwo in einem Drama einmal ein Vater sein Kind. Das ist ein Gedanke, der geradewegs ans dem Herzen eines jüdischen Vaters heraus kommen könnte. Nicht im Ruhm wie der Grieche: im K i n d e sahen unsere Alten das höchste Gut des Lebens und die wahre Vollendung dieser Erdenwanderung; den Kinderlosen achteten sie mit einer Art von natürlicher Härte einem Toten gleich; und die Kabbala sann diesem Banne nach und träumte davon, daß ein Mensch ohne Kinder den Zweck seines Lebens so wenig erfüllt habe, daß er in neuer Verkörperung zur Erde zurück müsse, um dieser versäumten Aufgabe Genüge zu tun ... Als Vater Abraham den Segen des Herrn empfing, da kommt für ihn fast ein Moment stummer Auflehnung: Was willst Du mir schenken, o Gott, da ich doch kinderlos bin? — Hier schon zeigt sich die innerste Bedeutung des Kindes für die Eltern: es verknüpft ihr Einzelleben, das flüchtiger ist als ein Hauch, mit der Ewigkeit des Geschlechts — mit der Ewigkeit ihres Volkes. Das Kind ist die Brücke zur Unsterblichkeit. Darum hat schon das' Wunder der Menschwerdung, das Kind vor der Geburt, von altersher Sage und