Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 41)
- Language
- German
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DAS JAHR 5697 39 das wir vom jüdischen Leben unserer Tage entwerfen, nur grau in grau halten. Im Gegenteil! Alle Lichtstrahlen, die zu uns dringen — es sind ihrer ja gar nicht so viel sollen wir sehr sorgsam auffangen. Denn sie sind es, und nicht die tausend Sorgen, die an uns zerren und zausen, die den Lebensmut für den weiteren Weg und den Glauben an schönere Tage erhalten. Die Erklärung des cechoslovakischen Ministerpräsidenten Dr. Milan Hodza vom 12. März 1937 an die Repräsentanten der jüdischen Minderheit hierzulande gehört zu diesen hellen Flecken auf unserem Bilde, weil uns hier wieder einmal Rechte gegeben und bestätigt und nicht genommen wurden. Diese Erklärung, die als wichtiger Ausgangspunkt für die künftig jüdische Minderheitenpolitik in der Cechoslovakei gelten kann, soll an dieser Stelle aus der Tagesaktualität herausgehoben und in eine weit höhere politische und historische Kategorie eingereiht werden. Darum wollen wir sie uns auch noch einmal in ihrem Wortlaute in Erinnerung rufen. Das ccchoslovakische Preßbüro veröffentlichte am 13. März 1937 die folgende Erklärung der csl. Regierung: Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan H o d l a empfing gestern die Vertreter der jüdischen nationalen Minderheit Abg. Dr. Goldstein, Abg. Dr. Kugel und den Obmann- Stellvertreter der Jüdischen Partei in C. S. R. lng. Zucker. Die Delegation überreichte, dem Vorsitzenden der Regierung eine Denkschrift und trug ihm kulturelle, wirtschaftlich e und soziale Forderungen der jüdischen M inderheit vor. Der Vorsitzende der Regierung konstatierte in seiner Antwort, daß die Erklärung der Regierung vom 18. Feber 1937 betreffend die Regelung der Nationalitätenpolitik sich natürlich auch auf die jüdische Minderheit bezog. Die vorgebrachten Forderungen, die sich innerhalb der Richtlinien der Regierungspolitik bewegen, anerkenne die Regierung als berechtigt und gerecht und werde deshalb die Verstaatlichung des hebräischen Volksschulwesens durchführen. (Es handelt sich um sieben hebräische Schulen in Karpalhorußland.) Sie werde in dem Entwürfe des in Vorbereitung befindlichen Gesetzes über die Einführung der Sonntagsruhe auf dem ganzen Gebiete der Republik auf das religiöse Gefühl der orthodoxen jüdischen B e d"ö l k e r u n g Rücksicht nehmen und die produktive soziale Fürsorge für die jüdische Jugend, namentlich im Osten der Republik, durch die jüdischen Selbsthilf Constitutionen in gleichem Maße unterstützen, wie bei den übrigen Minderheitengruppen. Auch bzüglich der übrigen vorgebrachten W uns che versprach der Vorsitzende der Regierung, daß sie auf a d m in i s t r a t i v e m Wege günstig und zufriedenstellend erledigt werden.