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Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 103

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 103 (sequence 105)
Language
German
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103 Die Briefmarken von Erez Israel. Von HUGO HERRMANN. Die Briefmarken, die in einem Lande zu verschiedenen Zeiten im Gebrauch sind, verraten uns manches von der Geschichte des Landes und seiner Entwicklung und von den mancherlei Wechselfällen im Leben seiner Bewohner. Wenn wir diese kleinen unscheinbaren Zeugen historischer Ereignisse aus Erez Israel vor uns ausbreiten, können wir die Geschichte des Landes in den letzten Jahrzehnten verfolgen. Die alten türkischen Marken aus der Zeit, da Erez Israel unter türkischer Herrschaft ein vernachlässigtes Gebiet war, tragen keinen Aufdruck, ja nicht einmal einen Poststempel, der den Namen Palästina erwähnt. Neben diesen türkischen Marken waren damals auch Briefmarken anderer Länder in Erez Israel in Gebrauch. Unter den sogenannten „Kapitulationen" hatten eine Reihe von Ländern ihre eigenen Postämter in Palästina mit ihren eigenen Marken. Aegypten, Deutschland, Frankreich, Italien, Oesterreich und Russland verwendeten ihre eigenen Marken wie sie waren. Andere versahen die Marken mit einem Aufdruck wie „Palästina" oder „Jerusalem" und der lokalen Währung. Es gab damals sogar Briefe, die von Palästina ohne Marken abgeschickt wurden und nur den Aufdruck erhielten: „Aus Jaffa - Deutsche Post", oder „Poste frangaise, Jerusalem". Die Oesterreichische Post schnitt sogar eine Zeitlang ihre gewöhnlichen Marken in zwei Hälften, die als ganze Marken benutzt und für das unbedeutende Palästina offenbar als genügend erachtet wurden. Die Tage der Macht unseres Landes waren nur noch eine nebelhafte Erinnerung, und welches Interesse konnte man für Palästina haben, abgesehen von dem Interesse für seine Heiligtümer aus ferner Vergangenheit? Dann aber kamen die „Biluim", die'Chaluzim der Chowewe Zion-Bewegung nach Erez Israel, sie, die alle Mühsal eines fremden und schwere Anforderun-

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