Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 94)
- Language
- German
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92 dische Dichter weiss von den Abgründen, die die Thora und Hellas trennen, aber er hat die Wege von ehemals endgültig verlassen und weit hinter ihm »irren im Dunkel die Söhne des Todes«. Die Seele des Dichters will die Fesseln sprengen, die sie bisher zu Starrheit und Tod verurteilt haben. Das lebendige Gefühl ist im Judentum verkümmert, aber den Dichter verlangt es nach Schönheit und nach Leben. So beugt er sich vor Apollo, vor den Idealen, die für ihn Hellas vertritt, und will in ihrem Namen die welken Menschen seiner Rasse verscheuchen, die den alten Kriegsgott der hebräischen Nomaden, den kühnen Eroberer Kanaans, in den Gott des Geistes umgeformt und ihn mit den Tefilin-Riemen gefesselt hat. So wendet sich auch Tschernichowski der Urzeit zu, will an sie anknüpfen, will all das auslöschen, was Judentum gewesen ist, und gerade das bejahen, was als sündiger Abfall gerichtet wurde. Seine Lieder erklingen zum Lobe des Baal und der Astarte. So verliehen diese »Jungen« einer uralten Tendenz im Judentum Ausdruck, die im Ghetto lange niedergehalten, mit umso grösserer Macht ausbricht. Es ist Israel, das wieder ein natürliches Leben führen will, es ist aber auch Israel, das seine Berufung verleugnet. —«»— Die Araber. Von JOSEPH FRIEDFELD. Die Geschichte der Araber ist eines der romantischsten Kapitel der Weltgeschichte. Vor dreizehn Jahrhunderten sind die Araber aus einem primitiven und unbemerkten Dasein in der Wüste, durch einen religiösen Propheten geeint, hervorgebrochen, um im Laufe weniger Jahrzehnte eines der grössten Welt* reiche der Geschichte zu gründen, das von Spanien bis tief nach Zentralasien reichte. Nur eine kurze