Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 78)
- Language
- German
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76 denpolitik des KKL nur vom Standpunkt der quantitativen Vermehrung des Bodenbesitzes zu beurteilen. Bei dieser Bodenpolitik gibt es neben der Verwirklichung eines fundamentalen Grundprinzips, hinter dem die ganze zionistische Welt steht, verschiedene Gesichtspunkte, die sich aus praktischen Notwendigkeiten, dringenden Augenblicksforderungen und weltwirtschaftlichen Aspekten ergeben. Der Boden des Emek Jesreel ist der Kern einer geschlossenen, jüdischen Siedlung. Als solcher hat er auch in den tragischen Momenten seine Existenzberechtigung erwiesen. Dass im Laufe der Zeit auch die wirtschaftliche Rentabilität dieses wertvollsten nationalen Besitzes zur Geltung kommen wird, unterliegt kaum einem Zweifel. , Beim Emek Hascharon, wo wir kaum Fuss gefasst haben, ist der wirtschaftliche Standpunkt ausschlaggebend, weil es sich um den wertvollsten Boden für intensive Kolonisation handelt. Die dichteste Besiedlung ist hier möglich. Während im Emek Jesreel eine Bodenfläche von 100—150 Dunam für die Ansiedlung einer Familie erforderlich ist, genügen im Emek Hascharon 10—15 Dunam. In den letzten 10 Jahren war der Emek Jesreel das Zentrum unserer landwirtschaftlichen Kolonisation, im nächsten Jahrzehnt-dürfte es der Emek Hascharon sein. Die Haifa-Akkobucht ist der Punkt, von dem aus Palästina seine künftige, weltwirtschaftliche Geltung erhalten wird, darüber stimmen alle Sachkenner überein. Ob die Juden dann Objekt oder Subjekt dieser Entwicklung sein werden, hängt davon ab, wie stark sie an diesem zwar kleinen, aber wichtigen Mittelpunkt des Weltverkehrs sind. Vielleicht hat der KKL durch seinen quantitativ zwar geringen, aber wirtschaftlich so wichtigen Bodenerwerb die Grundlage zu dieser Entwicklung gelegt. Das erste Jahrzehnt praktischer Bodenpolitik in Palästina hat nicht alle Hoffnungen erfüllt, die sich an die Londoner Jahreskonferenz knüpften, aber niemand wird die unverkennbaren Fortschritte über-