Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 47)
- Language
- German
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45 schee, aufgehetzt haben, um dadurch ihre eigene ins Wanken geratene Stellung zu befestigen. Demgegenüber vertraten die Araber die These, dass die Unruhen ein natürliches Produkt der arabischen Unzufriedenheit mit der prozionistischen Politik der Regierung waren. Und auch die Palästina-Regierung musste, um eine Rechtfertigung für sich zu finden, die Auffassung vertreten, dass die Unruhen teils von den Juden provoziert wurden, teils durch die elende Lage der arabischen Fellachen verursacht waren. Im Verlaufe der Verhandlung wurde von arabischer Seite die Frage der Immigration und des Bodenkaufs durch Juden in ihrem ganzen Umfang aufgerollt. Weiter haben die Araber geltend gemacht, dass durch das Streben der Juden nach Vorherrschaft im Lande sie zu einer untergeordneten politischen Position herabgedrückt werden sollen. Da die jüdische Behauptung, die Unruhen seien von den arabischen Führern organisiert worden, nicht strikte nachzuweisen war, hielt es die Kommission für ihre Pflicht, sich auch mit den anderen, von arabischer Seite in die Debatte geworfenen Problem-Komplexen zu befassen. Insbesondere hat sie auch die Frage des politischen Zieles der Zionisten im Lande untersucht unter dem Gesichtspunkt, ob die Furcht vor diesem Ziel als einer der Gründe des arabischen Überfalles angesehen werden könnte. Der Vertreter der Zionistischen Executive, Herr Sacher, wurde über das jüdische Ziel in Palästina befragt und sagte, die Juden wünschten ein Maximum jüdischer Einwanderung gemäss der Fassungskraft des Landes und hoffen, im Lande einmal die Majorität zu werden. »Aber was immer geschieht, die Juden wollen in Palästina weder herrschen noch beherrscht werden." Jabotinski wurde auf sein besonderes Verlangen nach Rückkehr der Kommission in London in geschlossener Sitzung vernommen und erklärte, die Juden wollten in Palästina einen jüdischen Staat mit jüdischer Majorität schaffen, ohne das jedoch die Araber verdrängt oder geschädigt werden sollen. Als während der Untersuchung klar wurde, daß die Kommission sich nicht an ihre beschränkte Kom-