Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 45 (sequence 47)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/4919024-4919342--0365-4919389
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

45 schee, aufgehetzt haben, um dadurch ihre eigene ins Wanken geratene Stellung zu befestigen. Demgegenüber vertraten die Araber die These, dass die Unruhen ein natürliches Produkt der arabischen Unzufriedenheit mit der prozionistischen Politik der Regierung waren. Und auch die Palästina-Regierung musste, um eine Rechtfertigung für sich zu finden, die Auffassung vertreten, dass die Unruhen teils von den Juden provoziert wurden, teils durch die elende Lage der arabischen Fellachen verursacht waren. Im Verlaufe der Verhandlung wurde von arabischer Seite die Frage der Immigration und des Bodenkaufs durch Juden in ihrem ganzen Umfang aufgerollt. Weiter haben die Araber geltend gemacht, dass durch das Streben der Juden nach Vorherrschaft im Lande sie zu einer untergeordneten politischen Position herabgedrückt werden sollen. Da die jüdische Behauptung, die Unruhen seien von den arabischen Führern organisiert worden, nicht strikte nachzuweisen war, hielt es die Kommission für ihre Pflicht, sich auch mit den anderen, von arabischer Seite in die Debatte geworfenen Problem-Komplexen zu befassen. Insbesondere hat sie auch die Frage des politischen Zieles der Zionisten im Lande untersucht unter dem Gesichtspunkt, ob die Furcht vor diesem Ziel als einer der Gründe des arabischen Überfalles angesehen werden könnte. Der Vertreter der Zionistischen Executive, Herr Sacher, wurde über das jüdische Ziel in Palästina befragt und sagte, die Juden wünschten ein Maximum jüdischer Einwanderung gemäss der Fassungskraft des Landes und hoffen, im Lande einmal die Majorität zu werden. »Aber was immer geschieht, die Juden wollen in Palästina weder herrschen noch beherrscht werden." Jabotinski wurde auf sein besonderes Verlangen nach Rückkehr der Kommission in London in geschlossener Sitzung vernommen und erklärte, die Juden wollten in Palästina einen jüdischen Staat mit jüdischer Majorität schaffen, ohne das jedoch die Araber verdrängt oder geschädigt werden sollen. Als während der Untersuchung klar wurde, daß die Kommission sich nicht an ihre beschränkte Kom-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.