Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 46)
- Language
- German
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44 suchung in Palästina betraut. Ihm wurde eine Kommission beigegeben, der je ein Unterhausmitglied der drei grossen Parteien angehörten, nämlich Sir Henry Betterton (konservativ), Hopkin-Morris (liberal) und Harry Snell (Arbeiterpartei). In den Instruktionen wird betont, dass die Regierung nicht die Absicht hat, die Frage des Mandates als solchen zur Diskussion zu stellen, sondern dass lediglich die unmittelbaren Ursachen der Unruhen festgestellt werden sollen. Alle Fragen der „höheren Politik" (major policy) waren ausdrücklich aus der Kompetenz der Kommission ausgeschieden. Die Kommission sollte jedoch Vorschläge machen, wie in Zukunft nach ihrer Meinung die Wiederholung ähnlicher Unruhen vermieden werden kann. Die Grundlinien der Politik, die durch Balfour-Deklaration und Palästinamandat vorgezeichnet sind, wurden von vornherein von der englischen Regierung als unerschüttert und unabänderlich erklärt. Die Kommission traf am 24. Oktober in Palästina ein und blieb daselbst bis 29. Dezember. Sie hielt in Palästina 47 öffentliche und 11 geschlossene Sitzungen ab und vernahm im ganzen 130 Zeugen. Die Verhandlungen der Kommission wurden in der Art einer Gerichtsverhandlung durchgeführt, wobei als Parteien einerseits die Jewish Agency, andererseits die arabische Exekutive und als dritter Partner die Palästinaregierung anerkannt war. Alle diese drei Parteien waren durch Anwälte vertreten. Als Hauptanwalt der Juden wurde der ehemalige Minister im Kabinett Baldwin Sir Boyd Merriman gewonnen, dem Viscount Erleigh, der Sohn Lord Readings, sowie mehrere andere jüdische Anwälte zur Seite standen. Die Anklage der Juden richtete sich vor allem gegen die Palästina-Regierung, die beschuldigt wurde, die Unruhen nicht rechtzeitig verhindert zu haben und ferner nach Ausbruch der Unruhen nicht mit genügender Entschiedenheit zur sofortigen Unterdrückung vorgegangen zu sein. Gegen die arabischen Führer, vor allem gegen den Mufti von Jerusalem, wurde die Beschuldigung erhoben, dass sie die arabischen Massen durch Ausstreuung lügnerischer Nachrichten wie der von einem jüdischen Angriff auf die Omar-Mo-