Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 239)
- Language
- German
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so gerne meinen machen möchte . . . wenigstens nicht des jüdischen Geistes. Und wenn man, angesichts der Größe der Zeit, über das kleinliche einer literarischen Unternehmung spottet, so bedenke man, daß das Größte was die Menschheit noch heute besitzt, ein jüdisches &uch ist; und daß die Ideen dieses Buches noch heute auf ihre Verwirklichung warten, und alles überdauern Werden, bis sie ihre Verwirklichung finden — durch die Menschheit. Durch eine Menschheit allerdings, die der heutigen nicht ähnlich sein wird. Aber das Buch wird die Ideen weiter treulich bewahren, bis sie von den Suchenden gefunden werden. Möge uns das Geschehen licht verleiten, von jüdischen Kanonen zu träumen und das Wort zu verachten. Dieses ist mehr als alle Schlachten, u«d seine Gellung besteht, wenn aller Kriegstaten Wirklichkeit verschwunden Ist. „Unsere Kraft ist im Geiste" und auf daß der Geist ins Leben dringe, bleibt uns nichts als das Wort, das wir pflegen und lieben, bis der °ohe Augenblick kommt, wo das Wort Fleisch wird und das Licht in der Finsternis strahlt. Das scheint mir ein großes Verdienst des Herausaebers des Buches zu sein, größer als die Bereicherung der jetzt ohnehin ärmlichen hebräischen Literatur, größer a's das sehr verdienstliche Unternehmen der Organisierung junger produktiver jüdischer Kräfte in einer Zeitschrift; daß er uns in dieser Stunde, aus unserm großen Schmerz und unserer großen Unbesonnenheit dorthin verweist, wo unsere wesentliche, schwere Anfgabe ist: au' den Weg des Geistes. Im Felde, Ellul 5676. 217