Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 205)
- Language
- German
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geistige Revolution hervorrufen sollte. Es war dies das Werk des Josef Salomon Delmedigo.*) Er begann sich jetzt mehr für das allgemeine Wissen zu interessieren und es erwachte in ihm die Begierde, das ganze All mit der Vernunft zu begreifen. Er ging daran, sich eingehend mit mathematischen Wissenschaften zu beschäftigen. Mühsam eignete er sich die wichtigsten Elementarbegriffe der Mathemathik und Naturlehre an. Es fehlte ihm an wissenschaftlichen Behelfen und in Satanow war es freilich schwierig, die allernötigsten Bücher aufzutreiben. Da drang zu ihm die Kunde von einer neuen jüdischen Bewegung in Deutschland. Ihr Hauptsitz Berlin, wurde nun sein Lebensziel. Dahin wollte er nun ziehen, um sein Wissen Zu erweitern. Tatsächlich sollte er Berlin bald sehen. Er zog sich e'n Augenleiden zu und mußte nach Berlin fahren (1780), Urn sich daselbst heilen zu lassen. Sogleich nach seiner Ankunft in Berlin suchte er die hier lebenden Landsleute jsaak Satanow, Salomo Dubno u. a. auf, um mit den Jüdischen Aufklärern in nähere Beziehung zu treten. Dank diesem Umstände lernte er auch den Führer dieser neuen Bewegung, Moses Mendelssohn, kennen. Mendelssohn gefiel der wißbegierige, wenn auch Unsystematisch gebildete junge polnische Jude und er föhrte Ihn auch seinem Schülerkreise zu. In Mendelssohns Nause lernte er bedeutende Schriftsteller, wie Teller, ^eimarus und Engel kennen, deren Bekanntschaft ihn zu ^eiteren Studien aneiferte. Während seiner Anwesenheit ln Berlin hatte er große Fortschritte in der Mathematik Ut,d Naturwissenschaft gemacht. Nach zwei jähren (1783) ^uBte er In seine Heimat zurückkehren. Der Abschied *) Josef Salomo Delmedigo aus Kandia, 17. Jahrhundert, jj! als Philosoph bekannt. Er verkehrte lange Zeit mit dem raVIer Zaradl von Trokl. Sein Lebenswerk ist das mathematische W*rk .Elim". 187