Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 189)
- Language
- German
- Belongs to
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v'on allerhand überlieferten Motiven und Methoden versucht, ein „jüdisches Kunsthandwerk" zu erzeugen. Man wird sich jetzt bemühen müssen, ihm sowohl das „Jüdische" Wie die „Kunst" zu nehmen, um auch hier wieder zunächst das Wesentliche, das Handwerk, sauber herzustellen. Die Kolonisten brauchen guten Hausrat, sachlich, zweckmäßig und deshalb charaktervoll. Erst wenn Küche und Kammer mit Anstand versorgt sind, wird man daran denken dürfen, auch das Verlangen nach Anmut und Festlichkeit zu befriedigen. Erst das Handwerk, dann die Kunst. Sie wird von diesem Nachher nur ihren Vorteil haben. Wir wollen dem ermüdeten Europa den Rücken kehren und uns einstweilen an Amerika halten. Um unser Haus von grundauf gut zu bestellen, müssen wir es im neuen weltbürgerlichen Geiste bestellen. Der Segen der Indischen Heimat wird nicht ausbleiben. Denn über kurz °der lang werden auf jenem wellbürgerlichen Fundamente a'le edlen volkstümlichen Kräfte, werden unsere sozialen, unsere nationalen, unsere religiösen Eigenschaften zu Form und Ausdruck kommen. Erst dann Werden wir eine reine und lebendige, eine wahrhaft jüdische Heimatkunst haben, die nicht gemacht, sondern gewachsen is,t. ~ Nachschrift des Verfassers: Noch in letzter?'unde, nach dem Druck unseres Aufsalzes, sind wir durch "errn Architekten Richard Kauffmann-Jerusalem in die Lage S^kommen, einige der Leilgedanken mil Bilderproben zu belegen. I'e zeigen aufs sinnfälligste den klaren, klugen Geist ihres "rhebers. Aber sie zeigen auch die soziale Größe der Probleme Und damil die unaufschiebbare Notwendigkeit, sie auf breitester?°zialer Basis, d. h. unter Teilnahme aller berufenen und breiten Kräfte jüdischer Kiinsllerschafl zu lösen. 173