Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 161)
- Language
- German
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„Warst du da nicht froh?" fragte sie schüchtern. Er schüttelte den Kopf. .Nein, damals hat das ~rauen begonnen, das mich seitdem niemals verlassen ^t. Laß mich, bitte, laß mich meine Hände auf deine s"'le Stirn legen, daß ich das Grauen nicht mehr spüre." „Tu, wie du willst" sagte sie demütig. Ihr erbarmte Sein Gesicht. Dann lagen seine Hände auf ihrer reinen, kühlen ^"rn und es war ihm, als ob er mit seinen Handflächen _ös> was doch nur Denken und Erinnerung war, die *überne, feuchte Landschaft seiner Kindheit, leibhaflig ^führen würde. Dort war er geborgen. Unter seinen lngern fühlte er ihr klares Gesicht und er wünschte s,ch. daß seine Hände lang darauf ruhen dürften. Es schien ihm, als ob seine ausgebreiteten Hände 9rößer und größer würden und es vermochten, mehr v°i der friedlichen Landschaft, Schläfe und Haar, Wangen ""d Hals und das ganz Ferne, schimmernde Schultern Ut1d Brüste, in einem ruhigen, zärtlichen Draufgebreitef- Se'n zu bedecken. O, wie frisch war ihre Haut, welch if>rtei Duft stieg davon auf! Bathseba stand ganz still, um Armeslänge von ihm j^fernt, es war ihr, als ob heisser Wüstenwind um sie raUste. Auch ahnte sie, wer der Fremde wäre. David rührte seine Hände nicht von ihrer Stirn, und ^Pch glaubte er unter ihnen ihren ganzen Leib zu fühlen, e Formen ihrer Glieder, und es war ihm, als ob sie vor ihm slünde, und er wußte, daß er sie begehrte. Wollte er wieder flüchten zu einem Weib? . Er ließ die Hände fallen und seufzte und wandle lc" um und ging. 10« 147