Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 148)
- Language
- German
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sie ihm Botschaft brächte, ob irgendwo schon Land z schauen sei unter dem entwölkten Himmel. Die erste Taube, so ist dort erzählt, hob sich a" und spannte die Schwingen. Sie flog gen Osten und ge Westen, aber Wasser war noch überall. Nirgends fan sie Rast tür ihren Fuü und allmählich begannen ihr die Flügel zu lahmen. Da kehrte sie zurück zum einzi9 Festen der Welt, zur Arche, und flatterte um das ruhende Schiff auf dem Berggipfel, bis Noah die Hand ausstreckte und sie heim zu sich in die Arche nahm. Sieben Tage wartete er nun, sieben Tage, in denen kein Regen fiel und die Gewässer sanken, dann nahm er neuerlich eine Taube, die zweite, und sandte sie um Kunde. Die Taube flog aus des Morgens, und als sie wiederkam zur Vesperzeit, da trug sie als erstes Zeiche11 der befreiten Erde ein Ölblatt im Schnabel. So vernahm Noah, daß die Wipfel der Bäume schon über Wasser ragten und die Prüfung bestanden sei. Nach abermals sieben Tagen sandte er wiederum eine Taube, die dritte, auf Kunde und sie flog in die Welt. Morgens flog sie aus und kehrte doch des Abends nicht wieder. Da wußte der Urvater, daß die Erdr fcfl sei und die Wasser gesunken. Von der Taube aber, d« dritten, hat er niemals wieder vernommen und auch die Menschheit nicht, nie ward ihre Legende gekündet bis 1" unsere Tage. Dies aber war der dritten Taube Reise und schick. Des Morgens war sie von der dumpfen Kamme des Schiffes aufgeflogen, darin im Dunkel die gepreßte'' Tiere murrten vor Ungeduld, und ein Gedränge war v<m Hufen und Klauen, ein wüstes Getön von Brüllen un Pfeifen und Zischen und Bellen, sie war aufgeflogen &ü der Enge in die unendliche Weite, aus dem Dunkel das Licht. Da sie aber die Schwingen nun hob in dl* 136 )