Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 145)
- Language
- German
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^eint, eine bestimmte Partei, eine bestimmte Nationalität, ^'ne bestimmte Rasse bedeuteten, in herabsetzendem, gönnendem oder gar beschimpfendem Sinn zu gebrauchen.;jnd mit Vorliebe wird diese primitive und kläglichste torm der Polemik in der Politik angewandt, nicht nur j11^1 dem eigenen Haß in bündiger Form Ausdruck zu vere'nen, sondern auch zu dem Zweck, um die Haßinstinkte Anderen zu entfesseln, zu fördern und zu eigenen ^l|nsten auszunützen. Wundern dürfen wir uns darüber freilich nicht, da *'r ja täglich nicht nur Flachköpfe, Bösewichte, Berufs- P°'iliker, sondern auch sozusagen anständige und kluge eute mit mehr oder weniger Pathos versichern hören, fea" sie stolz darauf seien, gerade ihrer Nation, ihrer . asse, ihrer Partei anzugehören, ein Satz, der überhaupt J,eder Vernunft völlig bar wäre, wenn wir nicht annähmen, .a" die Leute, die ihn aussprechen, die Zugehörigkeit zu Jeder anderen Nation, Rasse oder Partei als minder hrenvoll, wenn nicht gar erniedrigend und die Mitglieder 'er anderen Nationen, Rassen und Parteien als minder ^htungswert, wenn nicht gar als verächtlich und hassens- "rdig selbst ansehen und vor den Anderen so hinte,|en wollten. Einigermaßen schematisch ausgedrückt gibt es zweiai ei Methoden, um die Menschen zufriedener zu machen, 8 sie es zu sein pflegen. Entweder dadurch, daß man e'sucht, die Zahl und das Matt ihrer Bedürfnisse einschränken, oder dadurch, daß man diese Bedürfnisse ^. Ausreichendem und jedenfalls in höherem Maße als (L8^er zu befriedigen trachtet. Nun ist diese letzlere Mej?^e im allgemeinen kaum anwendbar, ohne daß die k^nslage anderer bis dahin besser geslellt gewesener enschen sich ungünstiger gestaltet als bisher. Und so 133