Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
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FRANZ WERKEL. Einsamkeit. Ich warf von mir die Arzeneien, Die hoid betäubenden der Städte, Die kühlen Salben, die Verbände Riß ich herab im öden Haus. Nun wühlt, nun frißt das nackte Feuer. Ich weine oft. Ich kann nicht schlafen. Und halt die unbekannte Wunde Dem Arzt entgegen, der sie kennt. Ich tötete die tausend Stimmen, Die hold betäubenden der Städte, Auch nicht die Stimme der Geliebten Ließ ich zu mir ins öde Haus. Wohl flüstern rings die starken Geister, Sie werden nicht mein Ohr verführen. Es lauscht der feinsten Stimme Gottes, Dal.! sie mir sage, wer ich bin. [ch löschte aus die tausend Lichter, Die hold betäubenden der Städte, Sclbsl vor des Mondes Wolken-Ahnung Verhängte ich das tote Haus. Nun tilg ich hinter meinen Lidern Die letzten Zuckungen der Farbe, Und nachtverfallen will ich finden Den Schimmer Wahrheit in mir selbst. 112