Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 122)
- Language
- German
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„ O komm, mein Freund, zu grüßen die Braut, Der Sabbat Angesicht, daß wir empfangen." Worte eines Sabbatliedes waren es, das Salomo Alkabez gedichtet, als der schmerzgeläuterten Liebe Er* füllung aus den Höhen zu ihm wiederkehrte. Aus der Glut der Gottesliebe war ihm erneut die reine Gabe der Dichtung gekommen und ihr Jubel ergoß sich aus der Seele, die die Vereinigung gefunden, in die leeren Herzen derer, die nach der Goltesliebe dürsteten. Noch lastet auf ihnen der Bann der Vergangenheit, noch haftet der Blick der Verbannten auf den Trümmern von Zion. „Sieh' nicht mehr in Scham, In Bangnis und Gram] Was bist du gebückt, uon Wogen bedrückt? Auf dich die Armut des Volkes oertraut, Daß die Stadt auf den Trümmern man neu erbaut." Und die freudige Hoffnung schwang sich aufs Neue in die Brust der Männer. Strophe zu Strophe reißt e8 sie hin, immer lauter braust ihr eigener Chor die Grund' worte des Liedes entgegen der sonnigen Stimme de8 Jünglings, grüßt jubelnd die unsichtbare Braut, die im köstlichen Schmucke der wiedergewonnenen Freiheit dem himmlischen Gatten entgegenschreitet. Und von den vereinigten Stimmen tönt es: „Zieh ein im Glück, des Gatten Prang] Zieh' ein in Freude und jauchzendem Sang^ Inmitten des Edeloolkes Gelreu n, O Braut, zieh' ein, o Braut, zieh' einV 110