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Jüdischer Almanach · 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 112

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5686 (1925-1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 112 (sequence 114)
Language
German
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ERNST MÜLLER. Jizchak Luria. (Aus einer ungedruckten Erzählung.) Bald nachdem der große Kabbaiist des 16. Jahrhunderts, Jizchak Luria, seinen Wohnsitz aus der Einsamkeit bei Kairo nach Safed verlegt und hier begonnen hat, mit seiner seherischen Weisheit zu den Menschen in Beziehung zu treten, bricht eine Seuche aus, der viele Mitglieder der Gemeinde zum Opfer fallen. Vergeblich sind alle Versuche, durch Buße und Gebet das allgemeine Unheil zu bannen, dessen Ursachen, wie sich später zeigt, mit einem großen Vernichtungskampfe zusammenhängen, der insgeheim von arabischen Magiern in Damaskus gegen die reinen Lebensquellen und speziell gegen die jüdische Gemeinschaft geführt wird. Auf Jizchak Lurias Veranlassung versammelt sich ein Kreis von Männern jede Woche vor Beginn des Sabbats, um statt in formelhaften Gebeten in persönlicher Offenheit vor einander ihre Sünden zu bekennen. In Damaskus lebt Chajim Vital, mit dem gemeinsam nach einer Verheißung Jizchak Luria sein Lebenswerk vollführen soll, der aber bis jetzt, tatloser Seligkeit hingegeben, dem Rufe des Meisters keine Folge geleistet hat. Die beiden Männer vereinigen sich erst im gemeinsamen Kampf und Sieg gegen das Dämonenwerk, worauf sie gemeinsam von Damaskus nach Safed wandern. Hier erlischt, die Seuche und es kehren nicht nur ruhige Lebensverhältnisse zurück, sondern Jizchak Luria beginnt, von Chajim Vital unterstützt, engere und größere Kreise von Schülern, namentlich auch junge Männer, durch Mitteilung der in ihm erneuerten und fortgeführten kabbalistischen Lehren zu neuem Leben zu erwecken. Eines der ältesten und würdigsten Glieder der Gemeinde in Safed ist J o s e f Karo, der bekannte Verfasser des Schul" chan Aruch. Sein Bekenntnis enthält Anspielungen auf verseht' dene Schicksalserlebnisse. Einst sind zwei Knaben, die ihn bei sinnender Betrachtung absichtlich gestört, von der Kraft seine9 Zornes darüber gestorben. Vom Schulchan Aruch schrieb er> daß er durch ein Engelwesen bei der Niederschrift inspiriert wurde. Der ständige Begleiter Josef Karos ist der jugendliche Salomo Alkabez (bekannt als Dichter des Lecha-Dodl' liedes). Zur Zeil der Seuche ist er bei einer Wanderung aus der Stadt des Abends am Eingang eines Gartens Sulamith, der 104

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