Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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Chassidenkreis; bunt, phantastisch, überschwenglich, humorvoll und tränenreich ist sein Verhältnis zur jüdischen Well. Das russisch-jüdische Städtel, Lied, Witz, Rätsel, Klage, Traum, Spuk,. Märchen, hat er gemalt wie Scholem Alejchem, wie Perez es gedichtet haben. Bunt und visionär, fliegend und verträumt — das ist seine Kunst, grell bäurisch und grell raffiniert seine Farbe. — Gedenken wir noch anderer großer, jüdischer Talente: Pissarro, der Freund von Manet und Corot — Mauricy Oottlieb, der frühverstorbene, der Liebling Matejkos Abel Pann, der Gast aus Palästina, — Pascin, Kiesling, G. Kars in Paris, in Wien Viktor Tischler, der ausgezeichnete Zeichner, L. Gottlieb, der empfindungswarme W. Wachtel, der junge Frankl, auch manche Frau gehört zu ihnen. Doch mangelt Raum, sie alle zu nennen. Europäische assimilierte Juden begannen vor fünfzig Jahren große Kunstschöpfung. Sie nahmen und gaben« Eine zweite und dritte Generation trat in die Epoche der Revolution auch in der Malerei. Sie versuchen bewußter heute als in der noch ungebrochenen Tradition ihr Ich aus den Trümmern gesprengter Form zu gestalten. Unklar, fließend verworren ist das Leben der bildenden Kunst unserer Zeit. Aber die jungen Künstler sind da. Deutlich haben wir ihre Profile gesehen: religiös und phantastisch, sensitiv und grandios, vibrierend und träumend. Ein neues Land, neue Menschen bauen sich auf. Es wird nicht lange dauern, dann werden sie hungern nach Kunst. Nehmen werden sie, was jüdische Jugend an Kunst geschaffen hat, und aus ihrem Kreis wird vielleicht ein neuer, starker Zweig aufwachsen, unsere neue, eigene, jüdische Kunst. * Die Kunslbllltter wurden von Kofuthandlung Wllrtlile freundlichst zur Vervielfältigung überlassen. Des verstorbenen Millers E, M. Lilien ((«denken wir aO anderer stelle. 92