Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
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Forderungen des Judentunis volles Verständnis entgegen' bringen, ist im Jahre 1924 die Errichtung des hebräischen Gymnasiums in Mukacevo (Munkäcs) in Karpathenrußland, unter Berufung auf ein verzopftes, altes ungarisches Gesetz, untersagt worden. Das Verbot ist den gemeinsamen Bestrebungen zweier extremer Parteien, der nltorthodoxen Juden in Karpathenrußland und der tschechischjüdischen Assimilanten in Prag, zu verdanken. In diesem Zusammenhange tritt nun das erstemal ein westeuropäischer Staat, Italien, in die Erscheinung, Der mit dem Papst verbündele Mussolini hat in den Volksschulen kurzerhand den obligatorischen kalholischen Religionsunterricht eingeführt und die Regierung heilte nicht übel Lust — ein in der Geschichte wohl einzig dastehender Fall des Gewissenszwanges — die jüdischen Kinder zum Besuche dieses Unterrichtes zu zwingen. Als es endlich dem energischen Auftreten des jüdischen Gemeindeverbandes und des Oberrabbiners von Rom' gelang, die Regierung hievon abzubringen, kam ein neues Volksschulgesetz heraus, das eigentlich eine Verschlimmerung der Lage bedeutet. Der Religionsunterricht soll sich nicht auf zwei Stunden in der Woche beschränken, sondern den ganzen Lehrplan der öffentlichen Schule beherrschen. So sollen in der Gesangsstunde Kirchenlieder gesungen und der Geschichtsunterricht vom Standpunkte der Kirche erteilt werden. Der Entrüstung des italienischen Judentums gab der Professor an der römischen Universität Senator Polacco Ausdruck, der gegen dieses, die Juden schwer verletzende Gesetz Einspruch erhob und die Errichtung einer jüdischen Volksschule in Rom auf Staatskosten verlangte. Ein Zeichen der Zeit, das zu denken gibt. Für den Judenhaß, der in Europa Orgien feiert, gibt es in Amerika kein Einwanderungsverbot. Der soziale Aufstieg des amerikanischen Judentums, das über