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Jüdischer Almanach · 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 8

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5686 (1925-1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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behördlichen Stelle, dem Idgeskom (Jüdischen gesellschaftlichen Komitee), einer Filiale der berüchtigten Jewsektia (jüdischen Sektion der Sowjetregierung) zu übergeben, standen doch die ausländischen Juden vor der Wahl, entweder auf jedes Hilfswerk zu verzichten oder es durch das Idgeskom führen zu lassen. Nun begann eine Wirtschaft, die nur brutal und unverschämt genannt werden kann. In den mit dem Gelde ausländischer Juden errichteten Speisehallen wurden den Flüchtlingen und Hungernden absichtlich nichtkoschere Speisen verabreicht und die hungernden Kinder in den durch das Idgeskom errichteten Schulen systematisch entnationalisiert und dem Judentum abspenstig gemacht. Die von außen erhaltenen Gelder mißbrauchten die jüdischen Bolschewiken, um das Gewissen von zehntausenden von Menschen zu vergewaltigen, die durch Hunger, Not und Pogrome in die Botmäßigkeit dieser Volksverteter geraten waren. Angeekelt durch dieses Treiben, stellten die ausländischen Organisationen die Uberweisung von Unterstützungsgeldern ein, was die Auflösung des Idgeskom Ende 1924 zur Folge hatte. Nun ist ein neuer Hilfsplan in Rußland aufgetaucht: die landwirtschaftliche Ansiedlung von Juden. Im Kampfe um die Selbsterhaltung haben die russischen Juden in der Ukraine und in der Krim ganz aus eigener Kraft fünfzehn solcher Siedlungen gegründet. Die Krimsiedlungen führen hebräische Namen, wie Mischmar, Awoda, Tel Chaj; ihre Siedler sind zumeist Chaluzim. Da nun die dem Idgeskom zufließenden Gelder versickert sind, greift die Jewsektia die Idee der Ansiedlung von Juden auf dem flachen Lande auf und hofft dieserart wieder die materielle Unterstülzung der ausländischen Juden erlangen zu können. Nur bedeutet dies keine Lösung der brennenden Judenfrage in Rußland. Immerhin betätigt insbesondere die Leitung des loint Committee in Amerika lebhaftes Interesse 8

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