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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-09-15 · 13 (15.9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
13 (15.9.1932)
Date
1932-09-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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V JÜDISCHES GEMEINDEBIATT MITTEILUNGSBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG Das JQdisdia Gemeindablatt wird dan Mitgliedern dar Israelitischen Gamalnda Bramen unentgeltlich xugestellt Nachdruck nur mit Ouallanangiba und mit Genehmigung de» Vertaner» ge»tattet Verlagaort Hanel BREMEN Veranlworlüch lür dan lokalen Teil: M.Markreich \ Nr. 13 Bremen, den 15. September 1932 4. Jahrgang Hol-enes -tmtsjubiläum von Gberkantor ^acob Mehrgut. Am I. Deptember IlelL foumc &cr Cbn-fatttot'' bei »7iia»'li lijd;cu Wcincinbe Breu>>'’>, SSew 'tatob '.IU o 1) v g 11 i onf 7>n 'uilno l\ncncvcid)c iätiflfcit o!s jüdischer Wniu'iuöclti-iimU'r znriitk blidcit. Aach Borbildnng uns der Zaeobsohn Dchule in Leese» und iitid; Absolviernng des angesehenen jüdische» Lehrerseminars i» M 131 » iibernahm Herr '.lUVIjuvit am I. Deptember l.vy Pa-:- Amt eines Lehrers, .(lautors und Dchächiers i» der rhetnijehen Dhnagogengetneinde Münstereifel und folgte im Zahre |S!i7 ei»e»> :Ku?o au die »Israelitische (gemeinde Breme», ,vo er »»»mehr Zahre l.ami tätifl ijt. Tic amtierenden Borsteher lies»'» >id' »ich« »eh>»e», de» eigentlichen Znbitäunzstag;» ivühle», »n> de»i verehrte» Lehrer Dank und Anerkennung;»,» Ansdrltd;u hriu de». U»ier Ueberreichnng einer künstleriid, ansgeführten Adresse bildete die jotgende Ansprache des I. Bvrsiehers, Herr» Mar Markreich, de» Auftakt °>» de» Zubilänmsfeierlichfeiten: \ „Wenn die drei Mitglieder des (gemeindevvrstauds heute vor mittag zu einer ungetvöhnlichen Dtnnde sich i» »Ihrer Wohnung eingefnnden habe», sa ist' es ei» flau; besonderer Anlaß, der »n:> zu »Ihne» führt, »nd wir möchten diese (getegenheit nicht voe ilberflche» lasse», ahne;»»ächsi derer;» gedenken, die Die aus de» Weg flcsührt habe», de» Die iu »Ihrer .»indheit einst ringe schlage» und den Die bis;»»> heutige» Tage nicht tvieder »er lasse» haben. >7m (gedenken an »7lzre in (galt muhende» (iltctu, it^ Erinnerung auch an de» Lehrer »Ihrer Engend, va» dem Di» nns ja oft in Dankbarkeit erzählt habe», und im (gedenken auch an unsere verstorbene» .»olleaen in Psiinstereisel »nd Bremen, die Die zuerst in »Ihr Amt entführten, wollen.wir »Ihnen namens uitserer »Zstaelitischen (gemeiude Bremen die herzlichste» (gluck wünsche;» »Ihrem heutigen Ehrentage überbringen. Die können ans ein Arbeit zttrüdschauen. dessen Abwicklung gleichsam in einer gerade» Linie;» überblicken ist: es war ein Leben der Pflichterfüllung, ei» Werke» »nd Wirke» tm Dienste der Familie, der (gemeinde, des Zudentnms. Als Die vor än fahren »Ihr Amt in Münstereifel antraten und auch als Die im 'Zahre ldl>7 einer Berüjnng an unsere (ge ineinde folgten, waren die Zustände in unserem lieben BaterlanAe ruhig und sicher, und jeder, der ans ebener Erde blieb und si»ch ein festes Ziel gesetzt hatte, konnte diese», Ziele wenn nichts- Anßergewöhnliches dazwischen kdi» in Ruhe und Dicherhetl zustrebe,,. Der Weg eines (geineindebeamten, des jüdischen Leh r'ers und.((antvrs, war dennoch nicht immer ein rosiger: zu gras; ist die Berschiedenheit der vielseitigeu Amtshaudlungeu, grosz auch der Unterschied der jüdischen Eharaktere, »nd ein Aufeinander prallen oft »»vermeidbar. Dolche .»ämpse sind auch »Ihnen nicht erspart geblieben, doch die ganze Art .»Ihres Wesens, »Ihre innere :>inhe und Ausgeglichenheit tvaren jo sehr eingestellt ans Friede», daß Die stets eine» Ausgleich fanden und mit allen, die »Ihren Weg irgendwie kreuzten, in Zrenndjchaft verbunden blieben. Do sind wir heute »ich! als Borsteher, sondern als »7(,v langjährigen Zrennde bei »7!i»en erschienen, um Die unseres in nigen Dankes und unserer Anerkennung für den Dienst zu oasichern, den Die überall, wohin Die gerufen wurden, mit vorbildlicher (gewisjenhastiglei! und Pünktlichkeit geleistet habe». Es wurde z» weit führen, wollte» wir Einzelheiten ans »Ihrer :',ä jährigen Tätigkeit in Bremen anszeichnen: wollten wir des jiä Heren attseinandersetzen, wie »Ihre kantorale Sinnst uns »nd die ganze (genieinde namentlich am Dabbat »nd Feiertag erbaute; wie Die cs verstanden haben, in immer größerer Bollendnng.das heilige'Amt des Dchliach Zibbur zu führen und alle, die teilnahmen atu (gottesdienst, in den weihevollsten Dlunden der Andacht durch 01)11’» herrlichen tgesang mitrissen. - Dder bedarf es iiberhanpi eines Wottes darüber, wie groß das Bettlet»»» der gesamten (genieinde zu »71,„ai in ritnellei Beziehung geioei»,, ,i>. wie Die von, Ausang .7h»er Taiigle» an bians den neutigen Tag der anerkaiinie Mann des Beritanens tut saiiiiticlie siteiz'e und (gruppen der (gemeinde waren ohne lln!erb>eäi»ng und ohne jede Einichränliing! »nd wie Die'in attsopjetnttg.-voller Mühe zu jeder Tages »nd A'achtzeii;»ni hl. Dieniie zur Dteüe e waren und sich allen Obliegenheiten ohne M»r>e» ividineten? »7in engsten Einvernehnie» mit dem (genieindevorstand haben Die so die Pflichten erinllen lietsen, die jeder jüdischen (gemeinde als Ptchtlinie dienen: T hau »oh und Awandoh z» nben. Es iväre jedoch »nvotlsiändig, wenn darüber hinaus nj.lit ganz besonders denen Erivahnnng geschähe, was >7hnen ans >7h>.-t gesamten Präzis am meiiiei' ans Herz gewachsen iit: >7hre vater liche Liebe zur jüdischen Zugeud, der Die jüdische Weisheit und Aeligioiität nicht nur gelehri. sondevn voigelebt haben. .7» Zähre Dienst: das sind fünf tgeneraiionen Däntler' Böie Die dem Allerhöchsten .7» Zähre lang sein Loblied iangen, io haben \ Die in Erfüll,,,,g der dritten Mizivoh ■'»,* Zahre lang >geinill„s Ehchjodim geübt, indem Dir die sitnder in den Dienii an der HI. Lehre einsnhrten und sie zur Ansnbnng der Pflichten votbeteite ten. Der Dienst des Lehrers ist wahres (gemillns Ehehed, denn nach den Worten nnsercr Weisen ist nicht derjenige grosz. der von seinem Bermogen oder seinem .gönnen opfert^ sondern der v ist der (größere vor (go:i, der in richtiger Weise zur.Tat und znt Ansiivung der Mizival, die Anre,mng gibt. Wi,e groß die Z,ahl »7hrer Dchiiter auch sein mag, das eine iteln feit, daß sie alle, wohin das Dchicklal sie auch zerstreut trat, den Lehrer ihrer Zn gend-in dankbarer Erinnerung behalten tvetden. Do können Die ans ein Lebenswerk zurmkbliden. d>ts zwar Mühe und Arbeit getvejen ist, das aber ieinen/Lolm in doppelter Hinsicht iu sich trägt: in dem genngtuendeu (gesuhl, das Beite \ ge,voll t und geleistet und in dem befriedigenden Betuniztiein. den itbernontmenen Dienst in freudiger Hingabe an die Pslnlt: ertnlli zu haben. j Psöge diese Ditncha jchet Mizival, daist nniet inniger Wunsch an >7hrem Ehrentage ihre Ansjtralilungen ergießen über >7l,ren Lebensabend und möge der Allmächtige ,7l>nen an det Deile »71,m verehrten (gattin, die »7litten nächst t'lott die stärkste Dtüpe bei »7l>rem Lebens,verk tv.rr, und im .»reite .71,nt tieben Mitibi'v und Enkelkinder jeinett trüchen Dcl»,» und Degen ver leihen! " . Als Abgeordnete des L e l> > e t tg e i a ,zg v e r e i n s fanden l (ich am gleichen Tage der Be'eiusvoriiveudez Herr Lehrer Puts:-, . in Begleitung von Herrn Biehle ein und ubertetclnen dem Zuvi ' lar ein prachtvolles Blntnenarranaement und e,n Merlen,m»,.'- fchreibeu der Bremer Dangesbtuder ans der Lehteißhatt. )>., - iS

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