Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 13 (15.9.1932)
- Date
- 1932-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Erklärung des Rcicheprajidenten. Tic . in-jbiiouMc \’v lobten -ITocbcu, madttcti . .''cm (iciiti il Bereru;;h ■Ju'iii'citC'iafcit, dem Herrn iHeidi- , -mt A-erßbncki votznlegeir, in rvelckiem' neben der "Tckulderiing de.- judeiiseindlicheit Pr vor um ms der N.nionalsoziaii Nischen B-ntei ie?kglich rein akrenirrägig und inSjedenr Fall irr Nindlicli beleg:. .Ule jene Tlolinnger^ Beickiiinpsrurgerr und Herab >vn:d:,i.innen nnedeigegeben nnd, die inaßgebende Nationalsozia liNen >:> rennber der nidinlien tgemeinuiiaii in Preise und Per Ininui.'niind» erirfpii’dn’it Haben. Ten Trolinngen seien die de Irinnen Te>!0,-ik:e gefolgr. - > Ter Heu Reiche-pranden: bat dnrrti vCiui Tiaals-ekrelär Meißner liier',n inlneiidei m.rnen T ielliuia ne nein men. ..Tr- Tckn erben C-,:- brerrir.il Bereurs denlickier Tlar:-:- r indi'clien n'-Ianbenc- und die diesem beigesiigreMaierial r; iimil :r 1:0 Irr: dem Her in Reickispraiideiireii Vorgelegen. Ter- Herr Reickn-prände»!, der jeden Beriucki einer Hin Nlnanknng der v, - >-ijniinismäßig r'r'lilisctre» nirreligröie»Reckne de.i'i.ln, T: ir-.-bniger nnd die von Hlmen irrrraereilre» ölns >>l're::::»>;e» indiickien :>ie»l,sangeliörigeir gegenüber lebli.rsl minl'illin: nnd bed.rner:. l,.r: das Tckneiben nnd .di^. Anlagen . V-iif Her in ckieickisminiiler de.- Hniiein zrrr. '.liachpnisicng zn geIei: er ' Mi: dem An >b>nck tu»!vijtlidifv Hockiackirnng gez. Meißner." lieber den .'«itli.ilt deer!öeihbn-I>es. diedem -Herrn :Kcuii-s r'.n'ideinen vorgelegr ivorbenjsl. ersnlire» rvir nach solgendc b:r:',e!liei:en' Al:enmai::g iü d.iegenrniie j.idengegneriickie Malerial der />T T'.I b. d.iinesiell:. angeiangeir beim Barleiprogrann» und' Til’:ir::::iit und .rbgenlilonen mi: denneuesien Bombenallentaten nii!!e:ne jndiick-e i'-e>ckiai:e in oi'lprenßil'ckie» und scirlejisctien T:ad:en Zi:i:e Hirlers ..Mein Manu-i", an-? Wivl'lvl-S ...'i.rmi'i um Berlin" und .niennderen Bricheru, wörtlich rvieder gegebene Tr.Ilein-nieö-eriammlung.-reden aller narioiralsozialisli '-ben H-nlner. in de-. H.nir'irn>be :>rei-l>e- und Landlagsabgeordirete, lenen über-zn -nilr.ilie-.ni.i-ibeii kleiner Tbenierslüde, die vr'n un n >i!.!l'N',: rli'iis-beii Tv:el:rnvps in flau; Tenrschlnnd airsgesiihr! n'.uden. ,!> Teilen vn». TA. Siampfliedern wie dem vom ,„H» d,iil'lni.-d-evom Messer spritzt". Tn-lu-roben j::- natiott-iIiojialiftiiilifii c-eitringen zeigen, -aß ■v. ..'.'>'.N!r'ii.iIsn',i>nisiii-!ie AU'iu'it'i'iib-'iiV' und „Ter Angriss" im .'»lr.r.! dem l-eincknnnen Anrnbergei ..Tnrrnrer" oder dem „To-, nibnieii" .nie -ninnlii-idi leinesn-egs nnchsleben. J-ür das Lin drin» i! nr.ni.il'ozialii'ii-chei ..Albeiisineiliodeii" iji der darauf 'nl-.-Kd. Bonlon Teil iiiieien.ini und schließlich zeigen die Anträge :::> Preuni'ckiei': Landtag. bar allen Tingen die außerordentlich , :brreichen bl>i.-!chiei:»>i-:eii, die die weitaus «rößtc Leitenzahl in ' e.! />-!' nnmensiellim-r' ersrndeue». ^r'vlnn der HTe-1 'national i.-'.i;i'iliih-’i ,-udeiiieiiidsch.rii -rein Ter He.ii:r >1 '-k-eiein M>-n mit dieser Tenkschrisl Material. da-> A>eui!-in der 'k'erl'alniiiie nictit imlu'laimt Ivar, da-) aber auch .!'.>:: L> :ii!iai::aci! :» seiner Tra-m'-ire vielfach »ich!' erkannt ist, in ein-i rutlierni'-k'-eu Ta-ilellun-r vvr-rele-n und damit eine-histo ri'»l>e r'tuiarbe eiinlir. die il>u, al-) '-k-erteidi-rer der Rechte der deurichen T-irdeu;ntam»it. {Tagung deo W^ltverbanöes für öas Mbcrolc *7ud^ntum. de-. poin -‘. bi)!>. Uu-rusl ta-ttc» im Haa-i und in '-"u'.ü.r da in Ate..'-r-enren de-) 'bTeliverbandc-) für das liberale T-m H.nr.'i biel: der Bariiaird des Tvelivcrbaiidcs Bcanu'.aeu ab. o>lei-b;e::i,i fanden in blmslerd.rur und im -Haag H.ierKv.r'.'.iirmlairaeu und re-ligiv-'e Berausiailungcn statt. Ur> 'vra.'.'..'..i-.b ba.n »ntt daran gedachl. in blmerika eine -Haupii.'.e.a. a dir btr: der Iba'-'-. l'.r,'> und l'.e'.n staügefuudenen Ta- - e..:.'.r.ir va r'er.nr-r.'.i:-'!!.!,a::^ jedv-b im -Hinblick auf die ivirli-biNlieben 'kTerbaltniiie davon abaeiebe» und eine Tibnng de: '.'lu-.-'-bnises des 'bTeirverbrirde-:- bennot, um die ch-ilgliedcr en-er allaemein.!'. H-Ulamnreirkiürj: nach -Holland';i> lädcn. In de» ivar-.".: iablrei.be j»l>reirde Bersoirüchkeilen der l.H '.I' .rb.l.r.er: '-l-ewegnng ans Tenr-chland, England und Amerrl.r erschiene!:, irrirer ihnen der Präsident des HTeliveroande:-, .Tr H. -.Kde Morf.e'iore. die ebrenaimliche Tekreiärin des Beri-:be-c- Mrs; v.» '.b-onla-rn und die Rabbiner .V MaNnck nnd P...-nver-r ans Hnaland. ans Tenr-chland der Porjibendc der Ber- -rnra.ür.r für das .iberale oudenrnm. :>i.-r'l. -Heinrich Ttern, die rKabbiiti i Tr., '.1-ord.n r''.ber!e.d. Tr. '.'llberi HTolf Tresden, Tr. TaHnen.iTi. "'-ou'-balk Aloln, ^ran. Pros. Tr. Mary hlold- »i r''>er-:a. iH-'eb. ans '.'lmerika My :>iabbiner H'-erson :>i P. r'er'b Hlm-i-ro. Tr Iojepli Paron Milrrlankee, sowie Per ::e:.r der liberalen oU'-end ans allen di-e'en Ländern. H.r-ibuejerejüin -in der: Hl.er» Per-ammlungen. die in Ant- 's:-:drm und im Haaa >ia:na»deu. war Mist rli-y Montag», die nbe: das Tbeura „:>>>.idio» im '-Heim rrnd religiöse H'r;iehrrng" Ii T.r 'Pr'.rraa V:.n Mouragns wurde durch Penrerknna.eu von ProieiTor Tr. M-n» o>o.dsiein ergäu;: und führte;rl einer -ebli.r'ieri -,'lui-H-ra-be über religiös pädagogische Probleme. Hi.» Moui-igu s.-bue u. a. aii->: ..Tr-ir sirmmeu alle darin überein, das: der sr-orischritt der ''-iviliiaiiou von der religiösen H > t i e!> 11 n g im -H e i m ab k -tt.it. t''-esebgebung isr iii-tit imstande, der ,'-ai»ilienmoral voran zuschreiten. Hl,re Xinder lernen, an hiott als Pater zu glauben, nnd. als natürliche ^olgc davon, alle Menschen als Brüder zu betrachten. Irden darum glauben wir an das T-dcal der Temo- Irarre und des Uitiversalfrirdens. Wir erkennen die Wahrheit der im „Lchema"';uiamnte»gefaf;ten Höhrc, daß das Ganze des Lebens heilia ist, kttörper, Geist und Lcelc, und eben darum glauben wir, daß jedes menschliche Wesen einen rechtmäßigen Anspruch ans Pervollkomnrnnng des Lebens hat/' „Toll das oüdcntnm sortbestchen, so muß den Mischehen geitcitat werden. Hin jüdisches Heim läßt sich nicht ans Verschieden, beit nnd Perneintrng ansbauen. Uebercinstimmung nnd positive Leine sirtd notwendig, sshre .minder sollen den Wert und die Bcdeinttng der :>ieligir-n in ihrem eigenen -Heim erkennen. Tie sollen in die Welt liiitansgchen mit dem Bewußtsein, dem Judentum treu bleiben'zu ntüsien, weil sie zu einer Verbrüderung gehören, die c>eugnis ablegt für gewisse bestimmte religiöse Wahrheiten. j. ... Wenn die Möglichkeit einer -Hochzeit vor der Tür steht, ist es.;u spat, über das Unrecht einer Mischhcirat zu verhandeln." Am T und ii. Attgnst sandcn im -Haag liberale'' Fejtgottesdi e n sie statt, bei denen die Rabbiner Tr. I. Norden ililbevfelb) und Tr. A. Wolf (Tresden) die Predigten hielten. Als Porbeier snNgierle in beiden t^oitesdicrtstcn Tberkantor T u ß- -mann aus Hlberield. Ter Gottesdienst sand nach einer von den liberalen Genteindevcreintgttngcn in Amsterdam und im -Haag geschassetten eigenen 'Liturgie statt, die der von Rabbiner Tr. Hätar Teligmaitn für die Westeud Tyttagoge in Frankfurt a. M. zusätttmeitgesielltett angepaßt ist. *' Ten -Höhepunkt der Peranstalütngen anläßlich der Tagung des Weltverbai'des für das liberale Judentum bildete eige in Atnsterdant veranstaltete Round T a b l c o n,f e r c » z über das Thetna: „Richtige und schädliche Art der Assimilation". Ten Porsip sührie Rabbiner Tr. CI. I. Mattuck. An der Aussprache italnneu >t. a. der Porsitzende der liberalen Bereinigung für Teiuschland RA. -Heinrich Tlern, -Herr Timons k-Haag) als Vertreter des liberalen Judeittttms in -Holland, Rabbiner Tr. Norden iHlberfeldk, Tr. Claude G. Monlesiorc, Redakteur George Gocy r Berlin), die Rabbiner Tr, Gottschalk (.Stölit) und Tr. Tamnel tHssen) teil. RA. -Heinrich Ttern desinierte die richtige A r t d c r A s s i nt i l a t i o n als Anpassung der jüdischen Gemeinschaft an ihre Umwelt zn dem Iwecke, das besondere eigene Leben besser aufrechlerbalteit -.zu können. Tchädltch werd^ die Assimilation, wenn sie dieses Iiel nicht erreiche. Hinc der Aufgaben des fortschrinlichen Fttdenlitnts sei es, den seit Jahrhniiderten natürlichen und nnverutcidltchen Assttniiaiionsprozeß in einer Weise zn leiten, daß er zu einer Quelle der Straft werde. -Tic gefährlichste An der Assimilatiott, mit der das europäische Judentum heute zu kärnpsen habe, sei die sogenannte rote Assimilation. Ter Jugend muffe gelehrt werden, das; die Religion, wett entfernt davon, eine Feindin sozialer Gerechtigkeit zu >ctn, vielmehr die Quelle bilde, ans der die Jugend Straft für die Hrreichung ihrer sozialen Ideale' schöpfen könne. — * -Herr Timons l-Haag) äußerte, in dem Skampjc gegen die schädliche Art der Assimilation seien fsionismus und liberales Jndentnm aufeinander angewiesen. Teiner Meinung nach benötige das liberale Judentum als Basis seiner Entfaltung jene soziologischen Borbedingnngcn, die der Iionismus schassen könne, ' andererseits sei das liberale Jndcnlum auch fiir den Zionismus notwendig, da der Ausbau des Judenslaatz's jinf der Grundlage des alten Gesetzes undenkbar sei. — Rabbiner Tr. Norden (Elberfeld) siihrte aus, eine Zujammcitarbeit von Zionisinits und liberalem Jrtdenütm sei nicht nur möglich, sonder» auch von größter Bedeutung, insbesondere tu Tentschland/ Wenn die liberalen Inden ihren Idealen treu sind, so drirsen sie die Zionisten,, die ihre religiöse Aussassnng teilen, nicht ans ihren Reihen ansschließen. Andererseits müßten jene Zionisten, die in ihrer eigenen Lebensführung die Qrthodo^ie ablehnen, anshvrcn, das liberale Judentnm anzngreisen. — Ter Präsident des Weltvcrbandes für das liberale Judentum Tr. E- G. Monlesiorc erklärte, jene Art von Assimilation sei schädlich, die znm Perlusl jüdischer Eigenärt'nttd zur Aujjaugnng der Jndenheit führe. In gewisse» sozialen Tchichten sei die Gefahr einer solchen Assimilalio» sehr groß. Tieser Gefahr könne begegne! werde», wen» das liberale Jrtdeitlmn zu einer Wirklichkeit im -Hanse gemacht werde. Tic Ersahrung habe gezeigt, das; man sich mit der Slnltur der Umwelt vollkommen id'enttsizierc» und dgch glcichzcfiig von dem Bcranttvortrurgsgesühl, das die Zugehörigkeit zn einer großen historischen Gemeinschast verlangt, erfüllt sein könne. - Redakteur George Goetz (Berlins erklärte, cs mache die Größe des liberalen Jndentllins ans. daß es den Inden ermöglicht habe, gute Europäer zu werden und dabei ihren religiösen Ueberliefernngen treu zn blei den. Tas liberale Judentum habe den Irrtum derer an)ge;cigt, die, wie -Heine, glattbien, der Tansjchein sei der Paß für den Eintritt in die europäische Skultnr. * Am >. August saitd eine Titzung der Leitung des Weltverbandes für das liberale Judentum statt. Rach verschiedenen Berichten wurden Beschlüsse über die Förderung der Jugendbewegung nnd über die knristtge L rganijativn der Arbeit für soziale Entwicklung und inlernationalan Frieden gefaßt. In einer Resolntton wurde die Besriedignitg über den fortschreitenden Ausbau der Zeniralbibliolhek liturgischer Literatur zum Ansdruck gebracht.