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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-03-21 · 6 (21.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
6 (21.3.1932)
Date
1932-03-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JÜDISCHES GEMEINDEBIATT MITTEILUNGSBLATT DE?. ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG > JOdisdi« Gem«ind*blatt d«n Mitgliedern d«r i ree I it Itch en Ge m ei nd e Bremen u n en»g e I tl i d» iu g e 11 eil t T Nadtdrvdr nur mit Ouallanangaba und mH Gunahmlgung dai Varlaiiari gaitattat V «of *«a«%* Verantwortlich für den lokalen Teil: M. Mark reich Nr. 6 Bremen, den 21. März 1932 4. Jahrgang Purim. Mein Buch imjerer (.'eine ist ein jo fiaitcv» cMciebui* »niete* b'eben* durdt olle feilen, ein jo ivohres 2iimbil& liniere* bijiovi sd>en und mijere* heutigen Toseins wie dos Buch Esther. Mo» hoi jich vtelfodi um Die geschichtlichen Zrlsommenhänge ltnö den tot sächliche» Uripntitp dieses Buches Beitritten, dos die loimöcrbore Rettung der von Homo» bedrängten Fnden int Reich des Beriet königs Ahosveros durch Mordechoi und Esther erzählt. Aber wisjenichoitliche Tdirirfuirgeir und theoretische Tednktionen sind im Grunde müstig gegenüber dieser Erzählung, durch W der Rhythmus des Lebens und eine johrtousendolte Wirklichkeit weht. Homo» ging um und geht um, solonge die 'wt&en zerstreut unter den Bollern lebe» und die o»s Tünkel oder Rot gewochseiie -Host sucht der Mensche» einen gewoltsomen Ausweg sticht. Und die Tot Mvrdechois und Esthers, der Triumph der Tolidorität und der (Gerechtigkeit, blieb wohrheitserfnlltes Tynrbol, so oft dos im Beivusttsein eines Rechtes und im (^lonben o» seine Lehre zu soiitntenstehende Fndentum durch olle Epochen seiner einzigortige» (beschichte die ihni drohenden Eiesohren itberstond. Fm Aneinonder proll von Wetoolt mit Wcioolt sind Völker erloschen, Throne ge stürzt, Reiche versunken, im .(iompf von Recht gegen ('iemolt ging dos oitbeiitni» nnzerstvrt dttrch die Seiten. <^s ist dorum nicht eine überhebliche Prophezeiung oder ei» onmoizendes Telbstbewrtjztsein, wenn unsere Weisen im Tolmnd sagten: „Alle Feste werden vergehen, ober Purim wird ewig bestehen." An diesem Wort lebt vielmehr die Erkenntnis der in einer unerbittlichen (beschichte (äelänterten, dost Unrecht und E,e wolt otts dieser Erde ein longes, ei» schier endloses Leben suhren. Und in diesem Wort lebt zugleich der storke und fromme i'iloube, dost olle menschliche Bosheit und Willkür überdonert wird von der ewigen göttlichen (^ereästigkeit. Zo wie noch den stürmischen Wcionlten des Winters stets von neuem der Frühling onfgeht, so must über ollen menschlichen -Hast immer und immer tvieder der Tieg. des Rechtes, der Pnrimgedonke triuntphieren. Wenn wir in unseren Togen mit ungeheurer Wucht dos (Gleichnis des -Homon.Hohes ols Wirklichkeit erleben, wenn die Purimgeschichie vom Lostog i„Purim" gleich „Los">, vom 1.1. Ador, o» dem mon Sem ^nbentn», Beruichinng ondrohte, nod> heute, noch zweitonsend Dohren, sehr oktnelle Porolleleii erfährt, donn must dos Pnrintfest und jenes Wort unserer Weisen einen um so lebendigeren WideLholl in uns sinden. Tonn must ouch der Legte unlerer Eiemeinschoft erkennen, dost ein in weit geschichtlichem (Geschehen verwurzeltes 2d)tcffal sich nicht mit Theorien wegdisputieren oder mit Programmen ivanioperieren läfti. Tieies Täiidsol, dos die Existenz unserer* (>!emeinlchost, dos nns mit unserem zutiefst religiösen Trong nod, (>iered>tigkeit und Bersöhnung immer wieder dem Hostbednrfnis und den obgründi gen nfiiitftcn des WemoltU'illcn* onssegt dieses 2d)icfiol ist nicht ohne weiteres ouszulöschen, gestern »id», heute nicht, viel leicht ottd) morgen nicht. Aber und dos ist der Pnrimgedonke es ist zu über winden:/Weil Esther und Mordechoi mit der klugen und mutigen Erkenntnis der Trhidsolsverbnndenheit zur i'ienieiiiiri)ort ständen, dorum wurde die We»ieiitjd)»jt gerettet. Weil jeder einzelne der Forderring der stunde folgte, einonder in der 'Rot und Per ormnng bis znnt dustersten zu helfen, dorum wurde die böeniein fchoft gerettet. Wpil die um ihr Tosei» mrd ihren (Rauben .dämpfenden mit frohem Ttolz und sicherem Telbstbewnsttsein die Erhebung ihrer Führer erlebten und trugen, dorum wurde die Eemeinschost gerettet. To oft äuch in der Folgezeit die dunklen Eiewolten des Hasses gegen Asroel onronnten, zersd-ellten sie on der (Mejddoiien beit des Judentums, dos wie in den Jenen Mordechois und Esthers als T ch i d s o 1 s g e nt e r n s ch o s t znsonnnenstond. Heule ist unserer Äenerotion aus der Rot der (Hegenwort die Aufgabe erwachsen, im Zuge der wechselvvllen (Äefchichie des Fudentums obetmols de» Pnrimged.rnleii zu erfüllen. 2dndi.il-iibeiit>möiiii» bind) Td»idjo 1 sgenieiirsä> os 1. Wir jtehen iiuebei in einem Tia dinm, wo klares Erkennen und lonsegnenies Handel» von zedem einzelne» gefordert weiden must Tie . i'n-mrimdiofi i'i Ivbtob;. Al» werdet endi nid» retten, rotym ihr blind, lleinnnnig »1» euer Ach besorgt, durcheinander und dovonlouit. Rur gemein s o m, nur iveiin ihr in der ungeheuren Rot euch oegenseiiig seelisdie und ioddidie 'Bruber lulle leinet, werdet ihr da-- ('',»»ze und den einzelnen idingen. Feder einzelne diene dein Tibid'a! der »lenieinjdiost und dod»r>b seinem eigenen. Tos rit der Tin» unseres Purims, der Tin» unserer rOeidiidne »nd lOegenwori Tie Augen ossen, ivenn es heistt, die »leiolir erlennen! Tie Hände offen, ivenn es gilt, die ollen drohende Rot zu bannen' Und die Herzen offen, wenn es geht um den .»ampi„r ii»>et R.ensdienredn, nm den i'iloubeir od die F.nkniist' v Tenn Purim wor niemals nur »nditerne. T rganiiaiton der Abwehr und onsterlidre Telbsiverreidigung, Pur»» ist auch. heute rvie domols, die immer wieder kehlende Realisier n»g einer Adee der Tieg des E>eistr's über die i^ewolt, der Tieg der »«ereditigler: über den Hast. To sind wir mir unserem indischen >iampi und czioriben sdiidsolsmostig hineingenellt in den allgemein menidr lidien Mampf von Red» gegen llntedit. Weil das nidn n»i ein sduverer, sondern ond> ein hossnnngsst.rrler M.impf int das i'ime ist, loeil •'boiternber als unsere Temuiignngeii unsere Tiege lind, dorum ist Purim, inmitten stürmischer Tage, ein höbe- und stolzes Fest, ein Fruhlingssest de-'- L ptinii-in»-:-, de - i'-lanbens an die nnvergonglidie läerechtigkeii Goethe unü unsere Sibel. Bon L. H o > w i o , M.riiel Es >n int uns ein freudig erhebendes »>ei»lil. an d.r «Ooeilie feier uns ganz deren Bedeutung hingeben z».können. Time lieber Hebung können wir es der Welt erneut lagen, meid) grosten Einstns: »nier Tdiristtnin ans den grosten Tlrnupier onsnbte. Tie'e To: io die ist seit einem Fahl Hunden in Won und T dir in von räoetbe soridiern bekonntgegeben. An die'er 2teile kan» nur kn,; geidiilderi iverden, was liniere Bibe^ ihm von stiner >i:ndheii bis an i: Lebensende gewelen war Erziehung. Familienuberl'.ei'erung und 'Reigung haben ('>»e:be zu einem bibelfesten Ttdiier gemacht. Tos idiriftioott eittittomte feinen Lippen stets in genauer Tr-iedergabe: e - nt rdi.'e :hn;n grostet Freude deniniig, :m Tdiiner z und Teeleuleid braOne es rinn Linderung und Troft. Bo» seiner Mutter siel ihm t:id>: nur?:e „Lust zum Fol^tliereii", 'oudern and! die irnlie Bertrauthei! nni.dem gottlidie» Wort als Erbgut zu. Aus Fra» Ajas 'Bitelen an ihren Toh» sei nur ein Tr-on aus Feiaia gelugt: „Mo.be den :>i.rnm deirrer Hutten weit »nd breite ans die Teppidn deiner LLoh irungen. Tpare sein »id». Tehne deine Teile lana )iud 'liede deine Rägel seit, den» du mit» ausbredie» zur tKeditei: tuzd zur Linken." F» ('•loetlK--:- teliirto'ei Er ziehung gingen Botet und B.u^t. r Hatid in Hand. Bei der dem Xtnde zuteil geivordenet! Ausbilduna >ehl ton nid» die biblische» »nd hebraz'dien Ttudie». .»tudlirb.es Tzoe, hat nadi des Tiditers Worte» tbu zum 'e.hsioudtgen Ttuditini unseres Trbrisitnnis t» der ll i >' p r a d) e angeregt, und uns;ii noch eine Tafel ..Anweisung z»> tentsdr hebroisdien Tpra.be" er holten. tKeltoi Albred» war tont Lehrer. Bis zur sliesteud.n Lektüre des Originals ha: er es nt.l» oebiadit, 'onderai nur niit „wortlidi Itigednidien Bersionen". T:e sthopleristbe Phantasie liest den zehujohrigen Xiiaben dt. (^esialten Fo'ets, Mv'es. Ta niels, Bel'.rzors ». o. noherrndeu und ihnen Ansdrud geben. (äoethes Ttellung zur 'Bibel 'tu der J.eii von I77F 1--»^ kennen wir ous einer Anfzeidinung Edermanns: „Fortan ist die orieutalisdie Tiditung und Weisheit niemols mehr aus 'einem Weiictitöfrei-5 geschwunden." Ans dar Höhe seines Lebens hat er ruhig urrd dankbar sein Berhältnis zu unserer heiligen Tdirift

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