Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 5 (9.3.1932)
- Date
- 1932-03-09
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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\ Abhandlung über Faust und Hiob. Tic Frage, wer größer sei, Schiller oder Goethe, beschäftigte die Gebildeten im Ghetto mehr als die Frage, ob Goethe die Hilden geliebt habe oder nickt. Was la,en sic von Goethe im Ghetto'? Das schönste, »nd fast alles im Original, die Ueberschungeu kamen erst hinterher. Am meiste» gelesen rvurde „Werthers beiden". . Es gab kein gebildetes Mädchen im Ghetto, das nicht dein unglixklichen Wcrther einige Tränen geschenkt hätte. Bon Goethes Fraucngeslakien ge fiel ihnen am besten das blonde Grctchen. t^ocihcs Gleichen das hatte schon wegen der Alliteration einen guten Klang. Gre: che» war der Inbegriff aller weibliche» Schönheit und Anmut. Biel gelesen wurde auch „Tasso", „Iphigenie", „Faust" «der Tra gödic erster Teil), „Tie Wahlverwandtschaften". „Wilhelm Meisters Lehr und Wanderjahre": am wenigsten bekannt war der „Götz". Bon den (Gedichten Goethes waren am meisten bekannt, und wurden häufig deklamiert: das Mignonlied, Ifrlfixtifl und das Nachtwandcrcrlicd — das kürzeste und reizendste von allen. An den „Erlkönig" knüpft sich im Ghetto manche hübsche Anekdote: auch wurde das (Gedicht hebräisch »nd jiddisch oster parodiert. Mit Schillers Balladen', die jeder gebildete junge Mensch im Ghetto auswendig konnte, vermochten die Balladen Goethes nicht inWettbewerb zu trete». Toch eine Ehrung ward Goethe im Ghetto zuteil, wie sie selbst Schiller versagt geblieben ist. Goethes Tod wurde nämlich in einem galizifchcn Städtchen von der ganzen G-emcinde betrauert. An diesem Tage wurde Goethe sogar das Epitheton „Rabbi" bei gelegt. Tic Sache trug sich solgcndcrmaßc» zu: Es war in der Synagoge zu Zolkiew, an einem Sabbaimorgen des Wahres IE. Ter Tbcrrabbincr von ^olkicw, Hirsch Ehajcs, eine talmudischc Autorität, dabei ei» kenntnisreicher Man» und Goclhcvcrehrcr, hatte gerade durch die Leitung von Goethes Tod erfahren. Tic Rachricht erschütterte ihn dcrmaßen, dag beim Morgcngoltcsdicnst in der Synagoge den Gemcindemitgliedcr» die gedrückte Stirn mung ihres geistlichen Oberhauptes ansficl. Sic fragten ihn »ach der Ursache seines Kummers, worauf er seufzend auiworiete, Goethe sei gestorben. Tic Gemeinde wußte von Gocrhc nichts, vermutete jedoch, daß es sich um eine» bedeutenden Rabbi handeln müsse, dessen Tod ihrem geistlichen 'Tberhaupl so nahe gehe.. Rasch verbreitete sich die Kunde in der Synagoge: „Rabbi Goethe ist ge storben." Feder sprach mit Andacht den beim Bernchmen einer Trauernachricht vorgcschricbcncn Scgensiprnch, »nd die ganze Ge meindc betrauerte den Heimgang des „Rabbi Goethe". Jim der Israelitischen Gemeinde Bremen Beiträge für den lokalen 1 Jüdischen Genieindcblcitts, Br Gebetretten der Israelis Synagoge Wochentags morgens. 7 ll'n abends ab 20. 3 ... 18" :lhr eil find „an die Schristieinrng des einen, Gartenstraße 7", zu sende». kfichen Gemeinde Bremen. Nartenstraße 6. Sabbat Frrirag abend l l. >' ä>z... 18-'"!Ir Ii. März.. 18" Mir 25. O.'iiii.v,. ■ 18*'' ll.»' Sonnabeud iriorq,».8 Uhr , Brkdigio.Schrisierßläruiig. 9>' Uhr Mrrrcha 12. 'Marz.18-' Uhr 19. .»!>>r.z.1 " Uhr 26. Marz..18"' Uhr Nacht.. 12. März.19"' Uhr 19 März.19" Uhr 26 März >... .19" 11 hr Jugend-Gottesdienst u. Schulentlosfun zs-Feier Sonnabend, >9. Nkarz. 16" Uhr. Purim. Montag 21 Mä z Fasten Esther morgens 7 ilhr. .Oirncha 181' Uhr. nu!chlr>l:e»d Ab.'ndg, lnl, Megillah. Dienstag 22. März Purim Morgens 7. abends 18" Uhr. feobbat 1932 Thora-Porlesung 5692 12. Marz P'dudei l'ro)»s :i8-> -10 5 Schluß des 2. Buches 4. Adar II Moses> Haiara: I. Könige 7"—". 19. Mäz Wajtkrah, Sabbat-Sachor Ukeviticus, und 11. ilbar II A>rutcioimiimiiii 251' Hasiara I Samuel 1(1' - *). 26 Mürz 3aro, Sabbat Para ir'eorlicus 6> 6 ' und Nmueri 18. Adar II 19'---, Hastara Ezc.blel -16 Amtliche Sekanntmachungen. Betr. Kindcr-Fcricn-Kolonicn. Um erholungsbedürftigen Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit eines Kuraufenthaltes zu geben, haben nur Bcü sorge getroffen, in den Bormonaien Mai »nd ,1uni eine vier wöchige Kur auf Rorderney oder dem osisrieiische» Fesrlande zririi , Ausnahniepreise von 77, Mk. durchsnhren zn korinen. Airnrel dring von Ferienkinderrr jeher, wir bis zu,» :ll. Mar; entgegen Die Biere der bremischen Brauereien sind in bezug auf Gehalt und Bekömmlichkeit unübertroffen Gleichzeitig mit der Anmeldung ist eine Anzahlung von 25 Mk. zn leislen. Tie Berpslcgnng ist streng rituell. B r e in c n,!«. Mär; l'.r:!2 jüdisches Wohlsahrlsaini. Betr., Rrligionsschulr. Tie Eltern schulpflichtiger Kinder tverden hiermit ausgesordert, ihre Kinder spätestens mit Bollendung des 7. lkebensjahres der Religionsschule zuzusiihren. Es darf in unserer Gemeinde kein Kind geben, das keinen Religionsunterricht genießt. Anmeldungen für das am Montag. II. April, beginucndc neue Schuljahr tvrrdrn im Gcmeindebüro, Gartenstr. 7. entgegengenommen. Anmeldesormularr können auch telephonisch unter Tomsheidc 2X5^), angesordert tverden. , Ter Besuch der Religionsschule ist'für die Kinder von Ge meindemitglirdern schulgcldsrei. — Schulbücher werden Minder bemittelten aus Antrag kostenlos zur Bcrsiigung gestellt. Bremen, 7. März I!l:!2. Ter Borsland. Sprechzeiten in den BerwaltungSbüroo. X Fernruf: Toinsheidc 2 85 88. Gemrindevorstand (Konscrenzzimmcr Gartenstraße 7): Werktags 10—11 Uhr. Wohlfahrtspflege (Gartenstraße 6, Part.): Montag und Tonncrslag 9—12 Uhr. Fahrzeit (am Borabrnd des angegebenen Tages beginnend,. Marz: Siegsried Meyer: 2" Nlarz: Ernst Tichauer: 22. März: Oaeob Michel: 22. März: Ojak pisichip: 2«>.x März: Erich Rosenbaum: 2!«. Mär;: Siegsried Müller. Wer zu Hause kein Fahrlichi anzündet, hat Gelegenheit, gegen geringes Entgelt die Gedächtnio-Licht-Einrichtung in der Synagoge zu benuhe». — Anmeldung beim Gemcindcdicncr. — Wer Fahrzeit ha:, pflege den schöne» alle» Brauch, sich im Gedenke» an seine Lieben durch Spenden an unsere Gcmeindevereine sozial zu betätigen ' $ainilicn*nodiri(htrn Eheschließungen: Simon Klapphol; mit Rosa Frngerhrk. Tochter von Frau Fa nun Fingerhu» Wilivr, geb. Faß, Fohre» Sl». am H. Februar. Oulius Mener, Soli» von 'Bernhard Meyer »nd Frau Ella, geb Schickte», vor dem Sieiiilor mit Liejel Schleuer, Tochter von Mar Schleuer »nd Fra.r Hedwig, geb. Reumann, vor dem Sieirrror 17». am 27. 'Mar;. Banuizwah: Hein; Schahuran»., Solm von Fulius Scharnnanii und Fron Tora, geb. Kopp, "'>roßen Sr». 25. am l» Mae;.!5reii,c.r Nachriciitcn. Borsicht bei Sammelliste». Ans gegebener Beranlaüung wird daran, hingeiviejen, daß bei :>erchnnngen ans Saninrellrrren iminee daraus;u achte» in, sur welchen werk die Sanirulung be siinrrnl ist. Es iji;. B. vorgetominen, daß Raiionaksozialisren mir ossenen nnd getarnten Sammclliiie»^ bei jüdischen >9e schäsisleulen sammeln. Bevor man ans eine Sginrnellriie zeiär »et, überzeuge man sieh, von ivem dreie in llmlanr geiepi in. .Im allgenieinen iii polizeiliche »>enel,»rrgnng jeder S.immetline erforderlich. F»r Rcichspräsidciitciiwahl wird »ns geschrieben: Wohl lanm Hai eine 'Wahl nach dem II September >'>:!» eine derartige Be deniung gewönne» rvie die Braiidenterrrvalil. Onsbeiondeie in: uns Fnden bat diele 'Wahl grundlegende Bedeutung -i*ll do.t, am I:i. .'Aar; i'iilschiede» rverden, rvelcheu Kurs Tenirärland i» :!nknnsi »elnne«, rvird, nnd dam» wird anw. in» Fahre I,, da> S'biäial der! deutschen Orrden rniiberiimnit. E - nein ',»> Ent scheidnng, ob auch sernerhin giert» und rSeierlnialeii berrirlren solle», rvie es eines Kulinriiaaies' ivnrdrg in, oder ob »irr biin .der, rvuiender Harz, Er>:iecb:nng einzelner '.»oll -:e>le rVr-!>>n:al, JUWELEN Tischbein OBE RN STR. 96 (Nebsn-Eingang Essighaus) QOLOWAREN SILBERWAREN \