Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 4 (24.2.1932)
- Date
- 1932-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 76% known words query
- IRI
…/4916913-5966053-5966131--566-4917418- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
) ^dandschrisrcn, deren Fnhalt fast nur die hebräische Grammatik betreffen. Es würde den Leser ermüden, wollte »ran an dieser Stelle nur die Namen von Hcidenhcims Werke» nennen. Wer sich für die einzelnen interessiert, muß schon die vier enggcdrucklen Spalte» in der „Encyclopädic". Band 7, 2. IKW-IUI „ach schlage», das werden gewiß nur die Gelehrte» tun. Bon den zahlreiche» Werken Hcidcnheims haben dauernde Bedeutung und weiteste..Verbreitung erlangt: die „Rödelheimer Tcfillo". die Festgcbelc «Machsor», die Hagada für Pesach, die Bnßgebeic «Slichou, das Lcrnbuch snr die Schwuol und Hvscha» no ratzbo Nacht. Fast alle nach Heidenhcims Tod crschicneiicn Ausgaben der Andachtbücher beruhen ans Heidenheims Bor arbeiten. So setzte sich Wolf Heidcnhcim in den meisten jüdischen Gemeinde» der Erde ei» Tcnkmal, das dauernder ist als das auf dem Friedhof in Rödelheim. _ \ Eine Jeschiwah-Delegation bei Ganühi. Einer Telcgation der T)cschiwah Lausanne ist Gelegenheit geboten worden, in der Nahe unserer Stadt — in Billeneuve, wo er zur Zeit als Gast von Romain Rolland weilt — dem weltberühmten indischen Bolkssührcr und Gelehrten, Philosophen und Politiker Gandhi gegeiiüberzustehen, »in über einige jüdische Probleme seine Ansicht zu hören. Tie Telcgation, bestehend aus acht Hörern und Tozcnlen der Fcjchiwah, stellte einige fragen zusammen, um hierüber für uns interessante Acußerungcn des indischen Weltweisen zu hören. ,>» weißes Linnen gehüllte Hindus führte» den Besuch in den großen Empsangssaal, der gleichzeitig das Arbcils- und Schlafzimmer Gandhis war. Torr sag der indische Philosoph in Tcckcn cingchülli auf der Erde und lud mit freundlicher Gebärd« die Telcgation des Fcwish College ein, ihm gegenüber auf der Erde Platz zu nehmen. ,)» der Unterhaltung zeigte sich Gandhi als Talmudkenncr und zitierte einiges aus dem Talmud, den er als sicherstes »ulturwcrk der Menschheit pries. Tan» stellte man an Gandhi die Frage, wie er sich zu dem erschreckend zunehmenden Antisemitismus stelle. Besonders wiesen die jungen Leute auch aus den Nunicrus Clausus an den Universitäten hin. Nachdem Gandhi mit großer Aufmerksamkeit zugchört hatte, sagtc er »ach kurzer Ueberlcgung etwa folgendes: Ter Antisemitismus ist eine uralte .lirebskrankheit, welche durch den „modernen (Heist" noch verviclsacht wird. Tiefer allen Gesetzen der Moral und Cthik »viderstrcbcndc Geist^wird dem neugeborene» Lkind in Europa quasi cingeimpft. Tas speziell Uninenschliche gegen dir Futcn ist, daß man oft wegen der Vergehen eines einzelnen Renegaten das ganze jüdische Volk verantwortlich macht. Ich habe besonderes Mitgefühl mit dem ungcrechlcrwcisc unterdrückten, hochimelligenten und der Welt lichtbringenden Volke. (Hier kam er auch aus sein Volk zu sprechen.) U. a. antwortete Gandhi zur Palästina Frage, daß auch er die jüdische Zukunst im Palästina-Aufbau sehe, aber nicht im natiönälen Geist und noch weniger im chauvinistiichcn revisionistischen Fahrwasser. Tas Judentum, sprach Gandhi weiter, hat die Welt mit Weis- ' heit und Gelehrten überschüttet. Ter jüdische Geist steht aus höchster Warte, und es wird derselbe durch sein Ringen und Streben oft falsch autzgelegt. 50000 süöische Erwerbslose in deutschlanö. Berlin FTA Ein Peeisaus: lrreiben des beeüchngtcn „Stürmer": „Wieviel jiidisi e Jntu'il'-.i'ii' gibt es in Tentich land?" veranlagte de«, Central Verein deutscher Staatsbürger jüdischen «Slanbens .zu einer Umfrage in den iäroßgemeindeii. Es ergab »ich infolge der Sch'vieeigteit der Criannng der jüdi scheu Cr«verbslosen duecl: die jüdiictlen Arbeitsnachiveiie lein zal> lrnmäsng ganz klares Bild Tas vom C B errechneie Ergebnis stimmt mit der Ausknstsl des jüdischen .Aebei:snachiveises r > Ber lin überein» dag man mit eliva .V»«»«»«> jüdisäei Eriverbslosen in Tcutschland rechnen ka»n. Tas ist ein Prozentsatz, der dem Anteil aller Ertverbsloien an der gesamten -Bevölkerung e»> spricht. KrsmircKen Brauereien sind in bezug auf Gehalf und Bekömmlichkeil unübertroffen Wissen Sie schon? om Ediivnlwtel in Neunorl fand anläßlich des .'.«lahrnzen Be steliens des oiidiiäx'n Aatranalsonds xi» Anivejentn'it von si'»' Balästinairennden ei» Tiner stau: ieit ivnrden für den o"di'chen Nationalfonds I«I Millionen Toltar anige bracht, davon Millionen i i Amerila o Mainivn. oernjalem, liat ein Lebrbuch der'liebraij.b.en Steno gimrü ie lierausgegeben: ein ient vervsieniliInes gnrznngs verzeichniis enilirtl 1 <»"< Sige. für hantige Asorle hup Wort verbiuduttgen O» die Bereinigten Staaten von Nordamerika ivanderle«« in dem Feitianm IN-'I insgeoami I l>«7 Ani Verionen ein. dar unter n.'.t Fäden Tie >e>e'anii;al:l der in Amerila >e benden Fuden beträgt beute l «äefätsch'le Fel.iiiiiä« Isä eine mit>inem anigedrn Ile,« »alentreu; winden i» Tiisseldori ansgegeben Tistirilsrabbine: Tr Rapbael 'Breuer verstarb .>,ga!n«g infolge eines Heizichlags Tie Iraner ia der «B'»ie,nde Aschasie» bürg ich angerordenilich» grasE Brenee ivar-mullerlicherseits ein Entel von Sani'on N'avli Hirs.1> O» Bromberg Bndgoizisz wurde Barnäi Beiliner iveg.n .Ibivelir eines aniiiemil,scheu Anschlags zn I > _■ Fahren oiangnis venirteili. O» Wiesbaden und Saarbra len bielien die 'Tnsgrnvven des Reichsbiindes jird Froni'vldaieii vor eingeladenen Militär und Reginieulsvereinrn ivirtnngsvvlle Auiklarnng -vernimm lnngen ab Tie Füdi'le aemeinde Berlin l:a> bej l lv «en. zn den vier l» . sielende» Alle.sbeimen noch ein fanii.e:- >inznrich-ien Fn Holland entfalle, die Antii^nileu eine «'leb rül.rile ratig keil, daß beabsichtigt wird, 'eine Abivehrvrganisaliv» nach dem Muster des deutschen C B ins Lebe» zn ru?Vn Tie Rabbinüche Lebranstall „Fesl-iiva" eröffnet iln Sommer feinefler am Mai. Ter Unterricht erst re-ll sieb ani: Bibel, lielnäi'che «äranimaiit. Talmnd n.it »emmeiilaren und Sebnl chan arnch lin den 'tandalöten Vorgängen an der ^Berliner llniver aiat >«at der C B vorbeugende Magnabinen ergrissen en Wien ninglen l» Slndenien eine» Bor tragssaal'der Hoel-, linle snr Welll ande! vetlaije».- ebivobl Yht Landiviri.l-ailsminiaer nnd die Hochfchulbeltvrden selbst anive-'end ivaren Tas .uomiiee des neue» >!ranlenl:aifses in »airo liat die beiden deutsch jüdische» Aerzte Tr »atz Fiantinrl a 'Vi;>«,» Borsiel ee der chirurgischen und Proiesior N'oll>i»ann Breslau zum Vorstecher der vatliologisct-en Abteilung geivälilt Fn;iiiit verstarb der Leite, de« n>.libetanniea o-iildlonzerna Ha.ri oiild ans Franlfnrt a B> o»:d I.ai ani dem «»ebiet der Telepchonindufirie und der Clekiroiech «it batnibreetwiid geivirlt ol en «!««. «»ebnrtsiag vollendete» tiiezliti der beka i«ile Bliar inakolvge Professor Tr. Marli«« oacvb» Berlin nnd Professor Tr Michael «»nlimann. ei» bervorragender salmnd gelelrter am lüd ilieolvg Seminar i«> Breslau 0» Barnstors. »" »ne drei lüdi'ebe Familien ivolinen. ivnrde in der Nach: vom B! znn« Ll o»n»»r. als ein Raziball flatlfänd, der iiidüche Friedboi gefch-ändei. Fn Budapest wurde zwischen dem «i.’ Fahre alten Vizepräsidenten der olraelilischen Clemcinde Tr. Marzell'Hajd» und dem jun gen jüdischen Arzt Tr. Paul Mvlnar ein Zweikampf unter ichiveren Bediugungcn ausgeivchlen. Tie »ivt unter den amerikanischen Fuden ist so groß, daß selbst das Reiniorker jiidische Hospital gezivunge» «st. seine Tore zu schließen. Jahresbericht -es Kranken-Wohltätigkeitsvereins öerJfraelitifchen Gemeinde Sremen für das ^ahr 1931. Tas 'ivl'.'it zn Ende gegangene 7>. Beitvalliingsj-ih« l>>«! unsern Verein in iimti bvherei«« Maße als die Vorjahre in An >grnch genontinen. Cs braucht nicht aa-.-einandeig.jetzt z» werden, it« ivelchein Maße die allgemeine Wulschait-skrise gerade die Rot des jüd.scheu Mittelstandes gesieiger. Hai »nd «vie sehr die An sprüche an unsere Wvhliahrls ottiliin.ivn.n dadurch gestiegen und. A«i den Ausgaben des ond>iä>e«> Wohlsatir.saiuls waren tvir mit :!>« Prozent beteiligt o„ bisgeriger Böei: ift eenie«»'am »ni dem ,)iraeltli'chen Franenverein und der ie»eme:nde z'.edeka zniaiiiiiiengearbeiiei ivorde». Ter Z,usamin.nschluß eriveiit «irl« gerade in einer z',ei: aejlei g.rier Not. ivie «vir sie setz: erleben, als überaus segensreich: ver mieden bleib! das sinulose Nebenrinanderherarbeueii. ivahrend das Zu'aulmetlwirlen der vorhandene» olrai.e aufs höchste -rngespannl iverde» lann. Hierbei braucht »ich! b.sonders beton;» tverden, daß sich die -'»nsänimenaibeil ans den verschiedensien «»ebieien d>r iezialen Fürsorge answirki nnd daß cs allen« durch das Fndijrbe Wohlfahrtsamt möglich ivar, in vielen Fallen niateriellen »lieber brnchs nnifangreiche Hilfe zu bringen, zn der »niere»« »ranken