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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-01-15 · 2 (15.1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
2 (15.1.1932)
Date
1932-01-15
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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r (JVir haben uns uer/nbf: Qjorot/u'a 'Saffinvr (jßnuin -facobsrn (Jinslermahle Ql Q. V 'MrVNH'H Sardstrafie Werkstätte für Grabmalkunst Reichhaltiges La «fr moderner Denkmäler in allen Gesteinsarten Louis Eggert Bremen Paitormwig 22, am Waller Friedhof - Tal.i Weser 812 a 8 Bisher diverse gröüere Denkmäler auf dem Kriedhot der Israelitischen Gemeinde zur Aulstellung gebracht Neue Richtlinien im Kampf gegen den Boykott. Wichtige Entscheidung des Gberlandesgerichts Augsburg. Berlin. Q2'ä.) Tic „Nene 9iational»3citini(l" in '.Huti-j barg brachte an der Lpitzc ihres Anzeigenteils ein über die ganze Breite des Zcitungsblatts gehendes auffälliges Inserat in ge sperrt gedruckten Lettern mit folgendem Inhalt: „Parteigenossen und Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung, kauft nicht bei Juden: Unterstützt den denlfche.t (Äeschäftsmann in feinem schweren Ringen »in seine Eilistcnz! Haltet Tisziplin!" Turch einiiwciligc Verfügung vom 2.7. Februar 1!i:,I wurde der Leitung die Wiederholnng dieses Inserats vom Landgericht Augsburg unter Strafandrohung verboten, und das (>>erlcht bestätigte diese einstweilige Verfügung dnr<h Urteil vom 7. Mai 1931. liegen das Urteil war von der Zeitung Berufung eingelegt worden. Ticsc ist jetzt auch vom Tbcrlandcsgcrichts Augsburg durch Urteil vom 11. Tezcmber l!i:!l — HL 227 :il — z» rückgcwicseu worden. 71» der Begründung besagt sich das Tber landcsgericht mit dem nativnalsozialislischen Parteiprogramm niid untersucht gründlich die sozialrechtliche Stellung der deutsche» Inden. Es wendet sich -scharf gegen die von der »aiionalsozia lislischcn Presse und Pnrtci gegen diese Stellung svrlgcsctzt unter nommcnen Angriffe und fährt dann fort: „Tie Inhaber und Leiter der antragsicllende» Iirmen sind unbestrittencrmaßcn deutsche Staatsangehörige. Rach Art. Iti'i der Rcichsversasiung sind alle Teutschen vor dein (besetze gleich. . . . Tas Telitschtuni besteht nach der Reichsverfassnng in de» deutschen Staatsangehörigkeit -- Art. lw RB. Tie Rational sozialistische Arbeiterpartei steht aber, wie sie selbst zugibt, in einem grundsätzlichen (hcgcnsatz zu diesen Bersassniigsbesiiminun gen, indem sie von dem Begriff des Teutschen in völkischer oder rassischer Beziehung ausgeht, wonach der Jude nicht zur deutschen Bolksgemcinlchaft achörl. Es mag nun sein, daß-durch die ('legenübcrstcllung von Inden nnd Teutschen der sittliche Wen der Inden nicht angegrisfen ist. Angegriffen ist hierdurch aber der soziale Wert, hier die (heltung der Inden in der Polksgeinein schast.Ein solcher Angriff auf den sozialen Böen einer Person enthält eine .(irünkung und kann »nler Umständen auch den Tatbestand einer strafbaren Beleidigung bilden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß durch die (hcgciiübcrsiellnng der Inden und der deiltschen (heschäftslcutc die Inden als eine Minderheit im deutschen Bolk gekennzeichnet sind, die den übrigen Teutschen in der Perfassung .zuunrccht gleichgestellt ist. Es widerspricht »ach Ansicht des Berichts den guten Titten, dem Anstandsgefühl aller recht nnd billig Tcnkendcn, die> Inden deutscher Staats angchörigkcit, die als solche ihre Pflichten gegen den Staat wie alle anderen Staatsangehörigen zu erfüllen haben, durch eine derartige Behandlung zu kränken." Rechtsanwalt Tr. Hans Lazarus weist-in der „E. V. Zeitung" (Nr. 2) auf diese Entscheidung des gberlandesgerichts Augsburg besonders hin und bemerkt: „R!it dieser Ent>cheidung hat Pas Lberlandcsgcricht Augsburg der Boükvttbekämpsnng neue üiichl linicn gewiesen nnd ein wesenlliches Moment heransgearbeilel, das bisher noch nicht in dieser Weise klargestellt morden ist. Tie Entscheidung ist von weittragender Bedeutung." J Bundestag des Bundes jüdischer Akademiker (B.^. B.). Jv u f b a. Bom 21. bis 27. Tezcmber 1!M fand in Inlda der!l. Bundestag der im Bund jüdischer Akademiker vereinigte» jüdischen Akademiker statt, z» dem etwa IGO Bnn- :üdcr aus dem In nnd Auslände erschienen waren. Tcm Bund gehöre» jetzt etwa rtOfl Akademiker an. In der offiziellen Eröffnungsfeier begrüßte BundcSpräsidcnt ./ Tr. Joseph Stern (Berlin) die Versammlung, woraus weitere Begrüßungsansprachen des Alterspräsidenten Bezirksrabbiners Tr. Weinberg Wir wollen räumen, deshalb radikalste Preisherabsetjung teilweise bis zu 75°lo Unsere Qualitätswaren jetjf maßlos unter regulärem Wert! (Negensbnrg), Rabbiner Tr. L. Eahn (Inlda), Tr. med. -Herz (Iuldai, sind, (holopschiiixr (Riga) im Rainen der g.'ietz streuen Ltndcilien des Baltikums, folgten. Ten wissenschaftlichen Teil des Abends bildete ein Vortrag des Rabbiners .Tr. Alexander Allmann (Berlini iibcr das im Mittelpunkt der r»Iigiöien Proble» mati! siebende Thema: „Tas Sinnprvblem der religiösen Handlung". Ter folgende Tag war dem das Wcsensziel deS Bundes berührenden Thema „Tas jndiiche Bildnngsidea!" gewidmet, über das Studiendirektor Tr. Markus Elias lIranksuri a. M.) und als siorreseren: Sindienasjessor Mar Ienchiivanger (Tiez a. d. Lahn) referierten. An sämtliche Rcscrale schlossen sich ausgedehnte Tis knssione». Ter Ireilagabend versammelte die -Teilnehmer der Tagung;» einem halachisclien :>!cseral des Rabbiners. Tr. Tavid Earlebach olölni. Tabbaiausgang fand ein geselliger I-estabend unter der Leitung von R A. Ivrfs Xlibanskv (I-rankfnr: a. M.) stau. Ter Tonnlag gal: den gesdiästlidien Beratung-». Tie. I-rage der Beziehung des BIA. zu ansländiichei: geietzestrenen Tindenienverbindnngen ivurde eingehend erwogen. In den letzten Jahre» haben sich an zahlreichen aus.andiniien Hoch'chnlcn gleichsirebende Akatemikerbünde gebildet. Tie in'Wien nnd Zürich gehöre» dem BIA. schon längereZeit an: Bunde in Paris, Ttraßbürg. sto.vno, Riga, Lemberg, sirgkan und neneidings auch :u Iern'alem iiehen mit dem BIA in immer enger werdendem stonner. Um gemeinsame Arbei: bei kultureller Autonomie zu ermöglichen, ist ein Tachverband in Bildung. Ter 'Bundestag erteilte dem Bundespräsidium für die weiteren T.lirine weit geh.nde Bollmachten. Auch die finanzielle Tiärknng der Bnndes- -.entrale wurde erörtert und trotz der »»günstigen Berhältnisse weitaehend gefordert. Tie soziale I-nrsorge s,,r d:e ac:ivi:as der (hrosznädle ivurde erörtert und dem Z,e»:ra!ir>ir:ichaslsa»it zur vornehmsten Pslichl gemacht. . Iiir die Heranzielning der gesetzestrenen Tludenfinnen wurde' eine, organimiorilche Lösung angebahn:. NebenberuflichelandwirtschastlicheErwerbslofensiedlung Merkblatt für jüdische Siedlringsanwärtrr. Im Rahmen der Masznahmen zur Bekämpsnng der Eriverbslvsigkeit plant bekanntlich die Rcichsrcgiernng, einer größeren Anzahl Erwerbsloser die Möglichkeit zu geben, durch nebenbcrns lichc landwirtschaftliche Tätigkeit ihre Lage zu erleichtern. Ter Preußische Landesverband jüdischer EZemeinden beabsichtigt, in l'lemeinschaflsarbcit mit Berlrclcrn des Rcichsbnndes für jüdische Siedlung in Tcntschland die Beteiligung von Inden air der nebenbcruslichcn Erwcrbsloscnsiedlnng zu organisieren nnd zu fördern. Bevor zu diesem Zweck die Verhandlungen mit den

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